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Hauptarmee nöthigten ihn aber, diese
Positionen aufzugeben und in das süd
liche Böhmen und dann nach Oesterreich
sich zurückzuziehen. I n der Schlacht bei
Wagram commandirte K. das dritte
Armeecorps, ruhmvoll wie immer und
an ihm nicht lag es, wenn nach solchen
Proben von Tapferkeit und Heldenmuth,
als in dieser Schlacht gegeben wurden,
der Sieg nicht auf der Seite der Unse<
ren war. Als nach dem ungünstigen
Ausgange dieses Kampfes zur Deckung
Böhmens die Aufstellung eines Armee
corps von 30.000 Mann beschlossen
wurde, dessen Befehl Erzherzog Ferdi
nand erhielt, wurde ihm der Graf K.
als Beirath zugegeben. Am 10. Septem
ber d. I . wurde K. zum Feldmarschall
ernannt. An den ruhmvollen Kämpfen
der Befreiungskriege 4843, 1814 und
1813 konnte der Graf nicht mehr thätig
theilnehmen' die Strapazen der Feldzüge,
die er mitgemacht, hatten ihn sehr ge.
schwächt', denn der Graf theilte mit
seinen Truppen alle Mühen und Drang,
sale und war nickt zu bewegen, die Ruhe
der Nacht unter Dach zuzubringen, wenn
seine Truppen im freien Felde bloß unter
der schützenden Decke des Himmels cam»
pirten. Er konnte also nicht mit dm
siegreichen Heeren ziehen, aber als Com»
mandirender in Böhmen traf er in dem
von dem Feinde stets bedrohten Lande
die trefflichsten Anstalten, um die Unter»
nehmungen der verbündeten Heere auf das
Kräftigste zu unterstützen. Im Mai 1813
wurde der Graf. wie^ ein Vetter Franz
Anton von der Liebsteinsky'schen Linie
ss. d. S. 392^j. für sein ausgezeichnetes
Wirken in den Kriegsjahren 1813—1815,
für die in der genannten Periode be>
wiesene aufopfernde Thätigkeit mit dem
goldenen Kreuze des neu gestifteten Civil-
Ehrenzeichens geschmückt. Bald nöthigte ihn die immer zunehmende körperliche
Hinfälligkeit um Enthebung von seinem
Amte zu bitten. ' Dem Wunsche des
Grafen wurde unter gleichzeitiger Ver>
leihung des Großkceuzes des Leopold«
OrdenS entsprochen. Aber nicht lange
genoß der edle General die ihm gewor-
dene Ruhe. Denn am 13. Mai 1816
pensionirt. entriß ihn nur wenige Wochen
später, am 3. Juni d. I. , der Tod dem
Vaterlande. Einer seiner Biographen
schreibt über ihn: „Graf Kolowrat
gehörte unter jene Feldherren, deren
Nuhm sich auf Tugend gründet, und die
durch Sanftmuth und anspruchlose B>>
scheidenheit am sichersten siegm. Böhmen
verlor an ihm seinen schönsten Stol;,
das Heer eine seiner ersten Zierden, die
Menschheit ihren wärmsten Freund."
Rit ter von Nit tersberg (I.), Biographen
der ausgezeichnetesten verstorbenen und leben-
den Feldherren der k. k. österreichischen Armce
(Prag 182s. 8«) S. 39 fti^) »ie Paginirung
von 1—66 kommt in Nittersberg's Buche
zweimal vor). — Hirten feld ( I . Dr.), Der
Militär»Maria Therefien'Orden und seine Mit»
glieder (Wien 1857. Ltüatsdruckerei, kl. 4".)
S. 321 u. 174«. —Oesterreichisches Mi ,
l i tä r 'Konversat ions ' Ie l ikon von I .
Hirtenfeld (Wien 1850. gr. 8".) Nd. I I I ,
S. 581. — Porträt. Unterschrift: Johann
Karl Glaf Kolowrcit-Krakowsky, k. k. General«
Feldmarschall (Prag. 4«.. Kroupa lithogr.).
Kolowrat-Krakowskl). Leopold Graf
(Ritter des Maria Theresien« Ordens,
geb. zu Wien 44. December 4804,
gest. ebenda 21. März 4863). AuS der
Linie Kolowra:. Krakowsky zu Ra-
dienin; der älteste Sohn des Grafen
Franz Xaver aus dessen Ehe mit
Jul ie Gräsin Wildenstein. 3eo.
pold's Vater war Oberstlieutenant und
bestimmte ihn wie seinen Bruder Theo-
dor zum Militär. Leopold trat am
4. August 4823 als Cadet in daS vierte
Kürasfier.Regiment, in welchem er im
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Volume 12
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Klácel-Korzistka
- Volume
- 12
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1864
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 528
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon