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Kopecky 427 Sopecky
maut 6. März 4777, gest. im Jahre
4834). Widmete sich nach beendeten
Studien dem Dienste für daS Gemeinde«
wesen und nachdem er mehrere Jahre bei
dem Kuttenberger Magistrate und Crimi-
nalgerichte angestellt gewesen, wurde er
im Jahre 4806 zum Bürgermeister von
Tabor ernannt. Sein erstes selbststäi^
diges Wirken weihte er durch Errichtung
einer Hauptschule und eines Industrial-
gartens ein. Nach 6jäbriger Wirksamkeit
auf diesem Posten wurde er im Jahre
4842 nach Elbogen als Bürgermeister
berufen, wo er. das Bedürfniß der Zeit
erkennend, zunächst die Förderung des
Volksunterrichtes sich angelegen sein ließ.
Er regulirte die dortige Schule, daß sie
in Hinkunft mit für eine Hauptsckule
geprüften Lehrern beseht werden konnte.
Auch gründete er in und um Elbogen
sechs Industrialgärten, wo die Jugend
nach einem von ihm verfaßten Handbuch»
lein Unterricht in der Obstbaumpflege
erhielt. Dem Straßenwesen widmete er
gleichfalls seine Sorgfalt. Die Felöpar»
thien der Umgegend machte er wegsam,
umgürtete sie mit Anlagen, pflanzte Obst-
baum-Meen u. f. w., kurz mit den Ein«
richtungen zur Verschönerung des ZebenS
verband er in entsprechender Wei'e den
fördernden Nutzen. Sechzehn Jahre wahrte
seine ersprießliche Thätigkeit in Elbogen,
als er im Jahre 4828 in gleicher Eigen-
schaft nach Pilsen berufen wurde. Dort
erreichte sein Wirken für das Gemeinde«
wesen den Höhepunct, und, wie einer
seiner Biographen treffend bemerkt: „ein
frischer Bürgerkranz aus Eichenlaub ge»
bührt der Stirne dieses Mannes". Die
Verschönerung der Stadt Pilsen, deren
beengende Stadtmauern er schleifte.
Niveaus und Anlagen herstellte, neue
freundlich gebaute Gaffen zog und Alles
unter dem Widerstände von Außen und Innen, von Oben und Unten, im Kampfe
mit Behörden und Privaten, mit Vor»
urtheilen und Privatinteressen, ist aus-
schließlich sein Werk. An den nördlich»,
der Stadt gelegenen wüsten Sandstein-
hängen und odm Hutweiden deS Berges.
Lochotin zauberte sein thatkräftiger Schön-
heitssimi einen geschmackvoll angelegten,
anmuthigen Park. An der von den Park<
gründen eingefaßten Heilquelle baute er
ein Badehaus mit Cursalon und Neben«
gebäuden. Auch Pilsen erfuhr durch ihn
die Segnungen energischer Förderung,
des Unterrichtes; so gründete er eine--
Kleinkinderbewahr.Ansralt, unterstützte
nach Kräften die Trivial», KreiShaupt»
und Unterrealschule durch Errichtung,
neuer und zweckmäßiger Loccilitöten. Re»
gulirung der Lehrergehalte und Bethe!»
lung der Zöglinge mit Prämien; auch
mit der Gründung einer höheren Real^
Handels» und Gewerbeschule trug er sich
herum, aber die Ausführung dieses löb-
lichen Gedankens war ihm nicht gegönnt.
Der seit Jahrhunderten in Pilsen beste-
henden und geldmachtigen Brcm-Com-
ging K. mit Rath und That an
die Hand, regte zum Theile die neue-
Brauwirthschaft auf bayerische Art an und
veranlaßte mitbei die Bildung eines Ver»
'chönerungsfondeS aus der Braucasse»
dem die Stadt manch erfreuliches In»
'titut. so z. B. daS Theatergebäude ver.
dankt. Auch die Marktordnung unterzog
K. einer sorgfältigen Prüfung und die
entsprechende Regulirung der Marktftände
war deren Ergebniß. Um seine localen
Werke zu fördern, griff er nicht selten zur
Feder und schrieb kleine Monographien,
Tendenzschriftchen. deren TrlösdmWohl-
Hätigkeits- und Verschönerungszwecken
Zufiel. So sind mehrere seiner Aufsatze
n Kramerius' Sammelschrift: Alat^
u. dgl. m. enthal»
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Volume 12
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Klácel-Korzistka
- Volume
- 12
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1864
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 528
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon