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Aopecny 428 Kopeckn
ten. K. bewegte sich gern und viel in den
geistig anregenden Kreisen der Stadt, die
unter seine Obhut gestellt war und in
welchenMänner wie Z a up er, der Ueber-
seher Homer's. Sedlaöek, der Kenner
slavischer Literatur. Willibald Schießler,
der Gründer der ersten Kinderbewahr«
anstatt in Oesterreich, und Professor Beer,
neben Anderen sich zusammenfanden.
Was seine Wirksamkeit als Strafrichter
betrifft, so nennt sein Biograph ihn die
«verkörperte Gerechtigkeit", bemerkt aber:
Kopehky's eigentliches Fahrwasser war
das Admimstrationsgeschaft im weiteren
Sinne: Organifirung von Schulen und
gemeinnützigen Anstalten, das Bauwesen,
die Horiicultur. Aber auch die Gemeinde,
welcher K. seine gan;e Thätigkeit mit so
viel Liebe und Erfolgen gewidmet, war
ihm in treuer Dankbarkeit ergeben und
ehrte den Mann, wie es bei einem Manne
uon K.'s bürgerlicher Stellung noch nicht
vorgekommen: denn der Bürgermeister
Kopetzky ist der erste Bürgermeister in
Oesterreich, dessen Standbild über Lebens«
größe öffentlich aufgestellt ist.
Aohemia (Prager Blatt. 4«.) Jahrg. 186l,
Nr. l78 n. 1?9. S. <683 u. l691: „Ein Wort
zur Kopn'tzkyfrier in Pilsen". Von Karl Victor
Hansgirg. — Lederer (Ignaz), Crin-
nerungen aus und an Pilsen (Pilsen 5862,
24".) S. 33. — Hi'tteT-söe^, Xa^S5Ni Lwv-
uiosk Qoviuäi'äk^ a Icoiiverza^n^ d. i, Klei»
nes Taschen« Conoersations'Lexikon (Prag
1830. 120.) Theil I I , S. 229. — Sapetzky'5
Statut. Die ihm von der brauberechtigtcn
Bürgerschaft Pilsens errichtete Statue wurde
am 28. Juli l86l feierlich enthüllt. Es ist
dieß ein in der Monarchie einzig dastehendes
Ereigniß, daß für schlichte bürgerliche Ver-
dienste ein Mann in jener Weise geehrt wurde,
wie sonst nur große Fürsten, Feldherren. Staats«
männer. Erfinder und die Korphäen des Geistes
geehrt zu werden pflegen. „Er war kein Held,
schreibt sein Viograph, kein Minister, er war
nicht berufen in wcltoeoeutenden Centralpun«
cten der Civilisation sich irgendwie in epoche-
machender Weise geltend zu machen. Sein nahezu durch ein halbeS Jahrhundert währen-
der Geschäftsberuf war an großen Beziehungen
arm, aber desto reicher an gemeinnützige
Unternehmungen. Als Beamter in seinen Stel«
lungen stets an das Landleben angewiesen,
konnte sich Kopetzky wohl nur prouinziell
locale Verdienste erwerben; aber er wirkte für
das geistige und materielle Gemeinwohl der
Communen in so intensiver und mannigfalti«
ger Art. daß er in dieser Richtung füglich als
Musterbild aufgestellt werden kann. Er war
ein Mann, der, was erdachte, auch durchführte,
ein Mann, der auf seiner Wirkungsbcihn allent-
halben Fruchtkörner zu lebendigen Unterneh-
mungen hinstreute. Und doch haben wir es
in K. mit einem Charakterbilde aus der so
geschmähten Epoche des Staatsabsolutismus
zu thun. Geniale Kraft und energisches Wol»
len durchbricht alle hemmenden Schranken,
und dann war die gute alte Zeit doch nicht
soschlecht, daß sie unter der bureaukratischen
Leitung Altösterreichs allen eigenartigen und
gemeinnützigen Strebungen Keim und Wurzel
entzogen hätte." — Das Denkmal besteht aus
einem auf einem Sandsteinpostamente auf<
gestellten Standbilde. Die Höhe des Posta--
mentes beträgt 13 Fuß, iene des Standbildes
9 Fuß. Ueber zwei Stufen erhebt sich der
Sockel und das Mittelstück, unterhalb des
Kronstückes schließt sich ein Ornament mit
Laubwelkverzierung an. Das Standbild ist
auf dem Stephansplatze uor dem Real'Schul-
gebäude, welches Ko p etz ky's Gedanke geschaf-
fen, aufgestellt. Cs stcllt den würdigen Mann
in seiner schlichten einfachen Weise, wie er im
Leben war, dar: Entblößten HauptcS, den Hut
in der an die Hüfte gestützten Hand haltend,
das Mäntelchm nachlässig um die Schultern
geschlagen, eine Haltung, die ihm eigenthüm»
lich war und in der er oft auf seinen Gängen
durch die Stadt oder um dieselbe gesehen
wurde, immer ein Gartenmesser in der Hand,
um die dürren Aeste an den Bäumen hin»
wegzuschneiden. Das Postament ist von dem
Pilsner Bildhauer W i l d t , die Figur von dem
Prager Bildhauer Anton Wi ld t gearbeitet.
Kopetzky, Karl, siehe S. 431 in den
Quellen Nr. ö.
Kopeckl), Matthäus (öechischerdrama-
tischer Volksdichter, geb. zu Stra«
zowic im Prachiner Kreise Böhmens
28. Mai 1762, gest. zu Kala tov im
Budweiser Kreise im 1.1846). Nachdem
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Volume 12
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Klácel-Korzistka
- Volume
- 12
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1864
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 528
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon