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Aopetz 432 Kopetz
die von Gräffer und Czikann (Wieni835,
8«) Vd.IH, 3. 232. — Oesterreich ischer
Zusch auer, herausgegeben vonEbersberg
(Wien. 8".) Jahrg. li>38. Bo. I I I , S. i»^3.
— Ilov^ik 22.U(:NV. Kt^Älctoi-v:-. I'rknt.
1^6. Il.itl36r, d. i. Convcrsations Lexikon
Redigirt von I)r. Franz Lad. Rieger (Prag
!559, Kober. «er. 8".) Bd. IV, S. 8l)<>.
Kopetz, Wenzel Gustav Ritter von
(Rechtsgelehrter, geb. zu Kutten»
plan in Böhmen nächst Marienbad im
Jahre 1784, gest. auf seinem Gute
Sukohrad 31. Jänner 1837). Er ver«
rieth frühzeitig ungewöhnliche Anlagen,
wurde deßhalb für die gelehrte Laufbahn
bestimmt und studirte die ersten Gym-
nafialclassen im väterlichen Hause als
Privatschüler des Egerer Gymnasiums.
Scdon damals äußerte sich bei ihm das
Interesse für geographische und historische
Gegenstände, und da er überdieß den
politischen Begebenheiten jener Tage mit
großer Aufmerksamkeit folgte, mußte der
Knabe bald regelmäßig die Zeitung vor--
lesen und die kriegerischen Ereignisse zu<
gleich auf der Landkarte erläutern, wo»
durch er den Kreis seiner Kenntnisse in
ungeahnter Weise erweiterte. Zur Fort«
sehung seiner Studien kam er nach Prag
in das Haus und unter die Leitung seines
älteren Bruders, des nachmaligen Profes«
sors Martin Ad. Kopctz ^s. d. Vorigen^.
Dort beendete er die oberen Gymnasial-
classen und den damals dreijährigen philo«
sophischen Cursus. Nachdem er auch den
ersten Jahrgang der juridischen Studien
an der Prager Universität zurückgelegt
hatte, bcgab er sich im Jahre 1802 nach
Wien, wo er die Facullatsstudien fort»
sehte und bei dem damaligen Professor
der polnischen Wissenschaften, Watte-
roth, als Hauslehrer eintrat. Professor
Watteroth war es, der zuerst das
damals auf allen österreichischen Lehr«,
kanzeln der Politik herrschende System desHofraths von Sonnenfels, welcher
die Grundlage der Staatswohlfahrt in
der Dichtigkeit der Bevölkerung und
daher auch in der Vermehrung der letzte-
ren das nächste Ziel aller Verwaltungs-
maßregeln erblicken wollte, mit Ent-
schiedenheit bekämpfte und den Lehren
Adam Smi th 's in Oesterreich Eingang
verschaffte. Durch mehrjährigen innigen
Verkehr mit W a t t e r o t h empfing
Kopetz die für sein künftiges Wirken
entscheidende Richtung. Er widmete sich
vorzugsweise dem Studium der Staats»
Wissenschaften und faßte bald den Ent-
schluß, die Pflege dieser Wissenszweige zu
seinem Lebensberufe zu machen und die
Erlangung einer Professur anzustreben.
Seine Wünsche gingen bald in Erfüllung.
Nachdem er schon vom Jahre 1805 an,
noch vor seiner im Jahre 1806 erfolgte::
Promovinmg zum Doctor der Rechte,
den Professor Watter roth in Verhin-
derungsfällen auf der Lehrkanzel vertreten
und sich dabei als seinem Fache ge>
wachsen bewährt hatte, wurde ihm im
Jahre 1807 die Supplirung der Lehr-
kanzel der politischen Wissenschaften an
der Prager Universität übertragen und
im Jahre 4808 diese Lehrkanzel desini«
:iv verliehen. Schon 1807 hatte er
den ersten Band seiner „Oesterreichi-
schen politischen Gesetzkunde" erscheinen
lassen, ein Werk, welckes als das erste
Beispiel einer wissenschaftlichen Bearbei»
tung dieses Zweiges der österreichischen
Gesetzgebung in den Gelehrten- und
Beamtenkreisen Aufsehen erregte und zu-
gleich einem tiefempfundenen praktischen
Bedürfnisse entgegen kam. Bei Ein»
führung eines neuen juridischen Studien-
plans im Jahre 1810 wurde dieses
Weck zur Benützung bei den nunmehr
allgemein angeordneten Vorträgen über
die politische Gesetzkunde vorgeschrieben
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Volume 12
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Klácel-Korzistka
- Volume
- 12
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1864
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 528
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon