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Korllbinski 447 Aorabinski
seines früheren Aufenthaltes in Preßburg
ersparte Summe zu beheben und dann
nach Deutschland zur Fortsetzung seiner
Studien zurückzukehren. Aber der Ver»
wandte, bei dem er sein Erspartes ange»
legt, hatte Bankerott gemacht und statt
also nach Deutschland zu reisen, mußte K.
in der Heimat bleiben, wo er eine Er»
zieherstelle im Hause des Herrn von
VöröS annahm. Diese Stelle gab K.
in einiger Zeit auf und trat in das Ge»
schüft deS Buchhändlers Land er er in
Preßburg, in welchen er neben den Buch»
Handlungsgeschäften auch mehrere litera«
rische Arbeiten ausführte, deren weiter
unten Erwähnung geschieht. I m Jahre
1780 bewarb sich K. um die Buchhan,
delsfreiheit, ohne sie jedoch zu erhalten,
und kaufte im nämlichen Jahre auch um
1000 fl. von dem Preßburger Magistrate
eine zu Gunsten dcs Pupillenamtes con-
fiscirte Büchersammlung, für welche sein
Schwager Bürgschaft leistete und welche
die Ursache seines völligen Nuins wurde.
Noch unternahm er um diese Zeit eine
Reise nach Deutschland, um sich mit der
Einrichtung' mehrerer Erziehungs« und
Unterrichtsanstalten bekannt zu machen;
von derselben zurückgekehrt, trat er mit
dem Buchdrucker Weber, der eben da-
malS in Preßburg sein Geschäft einrich«
tete, in Verbindung. I m Verlage der
vereinten Weber«Korabinöki'schen Firma
erschien nun Korabinski 's Hauptwerk,
daS „Producten'Lexikon Ungarns". Aber
diese Verbindung dauerte nicht lange.
K. trennte sich von seinem Collegen. Um
diese Zeit ward aber auch K.'s Schwager
der dem Preßburger Magistrate geleiste,
ten Bürgschaft von 1000 fi. müde und
da K. sich nicht gleich Rath zu schaffen
wußte, wurde seine ganze Habschaft mit
Beschlag belegt. Indem man mit wahrer
-Barbarei gegen K. vorging und alle Vor- ftellungen desselben, alle Versuche, einen
Ausgleich zu Stande zu bringen, scheiter-
ten, ergriff der seiner ganzen Habe ver<
lustige K. seinen Wanderstab, und kam
im bejammernswerthesten Zustande nach
Wien, wo er bei einem Freunde Zuflucht
fand. Sein Lexikon von Croatien, damals
noch Manuscript, hatte er nach Wien
mitgenommen und war es ihm bald
gelungen, in dem Buchdrucker Oehler
einen Verleger dafür zu finden. Als aber
nach geraumer Zeit es sich herausstellte,
daß die Druckkosten durch den Verlag
nicht gedeckt würden, hörte Oehler
beim 18. Bogen zu drucken auf. K.
steckte nun wieder in der alten Noth, und
da um jene Zeit Kaiser Joseph starb,
der Korabinsky's Bemühungen Auf-
merksamkeit geschenkt und bei dem K. in
seiner Noth Zuflucht zu suchen vorhatte,
so war seine Lage eine grausame. End»
lich gelang es ihm, in dem Grafen S z ö«
ch6nyi einen Mäcen zu finden, der seine
Wasser- und Producten-Karten Ungarns
in Kupfer stechen ließ. Durch die von
einzelnen Gönnern sehr geförderte Ab«
nähme dieser Karte eröffnete sich für K.
eine neue Hilfsquelle; aber statt die
erhaltenen Summen zweckmäßig zu ver»
wenden, kaufte er mit dem gewonnenen
Gelde die 18 Bogen seines Lexikons
von Croatien, welches unvollendet blieb
und somit nichts als Maculatur war.
Ohne Subsistenzmittel übernahm nun
K. im Hause des Fabrikanten Horn«
bostel in Wien die Stelle eines Haus«
lehrerS, welche er bis zu Horn -
bostel's Tode versah. Die Muße dieses
Geschäftes benutzte er zur Bearbeitung
seines Handatlasses von Ungarn und
verwendete jeden kümmerlich erworbenen
Kreuzer zum Stiche der Karten desselben.
Auch arbeitete er als Text für diesen
Atlas ein neues Lexikon, welches jedoch
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Volume 12
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Klácel-Korzistka
- Volume
- 12
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1864
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 528
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon