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nie im Drucke erschienen ist. Als er nach
Hornbostel's Tode seine Lehrerstelle
im Hause verlor, begab er sich nach Preß
^burg zu seiner Tochter, wo er kümmerlich
lebte, bis er von dem edlen Erzherzog
Palatin Joseph eine Pension jährlicher
400 fi. erhielt, welche er aber leider nur
Ein Jahr genoß. Korabinöky hat
folgende Schriften herausgegeben: „Gen-
graphisch - tMarischrZ und Pradurirn-AMon
nun Ungarn. Mit einer PuMarte" (Preßbürg
1786, gr. 8".); — „Brauch rinc5 kleidn
türkischen ivürtcrbnchä mit brigrschtrn dcniZch-
MgN5ch nnd dühmiöche:! Nedrlünngrn, Hübst
einer Kurz grfnsZtrn türkiZchen Sprachlehre"
(ebd. 1738. 8^.); — «Almanach um Tn-
gllm ant das Jahr Ms" (Wien und Preß-
bürg 1778, 8".); — „Neschrrikung der k'än.
Frr^taat PresZllnrg", erste: Theil (Prag
1781, 8".); — „Abbilünngen llkr5chiedcner
Famüiriillillpsiln in Ungarn", erstes Hundert
(Preßburg 1787, Weber. 8".)-. — ,?«.
— „Grugikphisch-2illti2ti5che
ganzen l5rtlblldrn"' — „Spüle für Uindrr,
tl3etlächtui25 nnti Bei5tllnd u^ Zchürien, drntsch,
nilgluiäch und bähmisch" (Pceßburg); —
„ Anschicknng jn öen bibliächcn ArZchichteli nnö
zur nntzlichrci Urlintni5S t>rr Sijtrr" (Negenä»
bürg 176l>, 8".) ' — „.UIZH i-ßW llullgmZe
z>0lt2lil.z. Neue ullüzt'änüige Narztrllnng t>r2 U'ö-
lüMichs Ungarn ant I^X Gafeln" (Wien 1804,
Qu. 8".; neue Aufl. Preßburg 1817).
Außerdem besorgte er, als er noch mit
Landerer in Compagnie war, eine neue
verbesserte Auflage der ungarischen Sprach«
lehre von Moelibeu's. Sein Freund,
der Superintendent Bredetzky j)Bd. I I ,
S.127^, entwirft eine ebenso interessante
als von Manchem zu beherzigende Cha»
rakteristik von K., der hier folgende
Stellen entnommen sind: „Als Mensch
gehörte K. zu den gutmüthigen Schwär- mern, die es mit ihrem Geschlechte herz.
lich gut meinen, die keine Anstrengungen
im Dienste desselben scheuen — so gab
K. als Lehrer zu Preßburg täglich vier-
zehn Stunden Information! — die aber
dafür sich berechtigt halten, von der.
Welt jede Unterstützung zu erwarten.
Ihres Werthes sich bewußt, wollen sie
von den Menschen auf ihre Weise glück-
lich gemacht werden. Sie nehmen weder
auf Umstände noch auf die Denkart der«
selben Rücksicht, vernachlässigen sie und
fallen am Ende nlsOpfer kleiner Versehen
gegen ihr leicht zu reizendes undankbares
Geschlecht. Oft verschlimmern sie durch
Fehler, die leicht zu vermeiden waren,
ihre äußere Lage absichtlich, um sich zu
gefallen in den ewigen Klagen über
Undank und unverschuldetes Unglück. K.
hatte durch Stellung eines anderen Bür»
gen seinem Nuin in Preßburg leicht vor«
beugen können', aber dieß, glaubte er,
wäre seinem Credite nachtheilig gewesen'
dafür gerieth er auf das excentrische
Mittel, bei dem Publicum einAnlehen zu
eröffnen, das er durch eine Schrift:
„Vorstellung an Menschenfreunde von
ihrem Verehrer Mathias Korabinsky"
zu bewerkstelligen hoffte. Von der Cen<
sur wurde ihm daS Imprimatur verwei«
gert... Sein widriges Geschick mußte ihn
mißtrauisch gegen andere machen, daher
er jenen, mit welchen er in Verbindung
gerieth. leicht die Absicht ihm zu schaden
andichtete. Wenn K. einmal eine Idee
oder einen Plan ergriff, so war er davon
nicht abzubringen, selbst wenn er offen»
baren Nachtheil davon sah; weßhalb die
Verbindungen Anderer mit ihm von keiner
Dauer sein konnten. Auf der anderen
Seite war es eben diese, an Eigensinn
grenzende Beharrlichkeit, die ihu antrieb,
jene vielfaltigen, zum Theil mühseligen
Arbeiten, wodurch er sich ein bleibendes
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Volume 12
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Klácel-Korzistka
- Volume
- 12
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1864
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 528
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon