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Agrntheuer 469 Aorompay
Stände (Hildburghausen, Bibliogr. Institut,
gr. 8".) Bd. XVI I I , S. il?8 l^ nack diesem
wäre K. von 1828—1836 krank gewesen und
erst 5836 gestorben; das ist ganz unrichtig;
denn daß K. schon 1829 gestorben, ist unzwei-
felhaft). — Wal lner (Franz). Aus dem
Tagebuch«: des alten Komödianten.. . (Leipzig
1343, Wigand, so.) ^enthält eine in Wall«
n e r's gemüthvoller Weise erzählte Episode aus
Korntheuer's Lebens — Oesterreich!'
cher Bürgerkalender (Wien, 8".) Jahr-
gang 1846. S. 216. — Porträte. 1) Unter«
schrift: ^. ^- I^ai'ntksuer als Zauberei' aus
^VaraLäin in dem ZHudsruiäki'eksu, von I?.
K2.imuuä: 1)^ ,2 ^liläckon aus äsr I'Een^vkit
oäsr äor Vausi- als HliUiou'är (Schwind
äsl.. Kriehuber lith.) (Wien. Fol.); —
2) Unterschrift: ^. b''. Xorntksuei' ^3 koksä
^,1t6l w äcin ^Huderm'äki'elikn vou I'. l i^i-
mu«<i (wie oben) (Schwind äs)., Krie-
hub er lith.) (Wien. Fol.) ^zwei schon seltene
Blätter^; — 3) Costumebild aus Bäuerlc's
Theater-Zeitung. Scene aus Bauerle's
„Gisperl und Fisperl", Gisperl ruft.- ich
fliege; Fisper l : Halt' ein (Korntheuer
als Gisperl) (gezeichnet von Schöller). —
Zur Charakteristik Aarntheuer's. Castelli
charakterisirt in seinen „Memoiren" treffend
die Eigenthümlichkeiten von Korntheuer's
Komik. „An K orntheuer'ö Körper", schreibt
Castelli, „war Alles lang: Gesicht, Nase,
Füße, Arme, Hände, und er verstand es be-
sonders , das erste und die letzteren durch
Ausdehnung noch länger zu machen, als sie
waren. In seinem Vortrage lag etwas Lang»
sameS, Schleppendes, Faules, in seinen Be-
wegungen ein unbeschreibliches Phlegma, und
er ließ sich immer gehen, wie es ihm eben
behagte. Man hätte glauben sollen, K. spiele
gar nicht für die Zuseher, sondern für sich
selbst. Daher geschah es öfters, daß er. wäh<
rmd die anderen Schauspieler auf der Bühne
sprachen, ganz ruhig in einer Ecke stand und
sich einen aparten Spaß machte. Seinen Mit»
schauspielern mag das wohl nicht recht ge«
Wesen sein, da er dadurch die Aufmerksamkeit
von ihnen ab«, auf sich lenkte; aber dein Pu-
blicum. welches sich nur mit ihm unterhielt,
war es sehr willkommen, und auch die mit
ihm Beschäftigten mußten oft mitlachen. Er
stand z. B. in einer Ecke der Bühne, hielt sich
seine beiden Hände vor die Augen und schien
errathen zu wollen, wer ibm daS thue; oder
er foppte sich selbst, indem er sich mit der
rechten Hand auf die linke Schulter tippte, sich dann umsah und sich nicht wenig verwun«
dert zeigte, Niemand hinter sich zu erblicken.
Ich habe gesehen, wie er während einer Lie«
besscene alle Knöpfe seines ganzen Anzuges,
an Rock. Beinkleid und Weste, zusammen«
zahlen wollte und damit nicht zu Ende kom-
men konnte. Die vorzüglichsten Rollen K.'s
waren ganz bornirte, alte Ehemanner, welche
unter dem Pantoffel stehen, und srhr carikirte
Charaktere. Er ertemporirte sehr viel und
machte sich — wie der Kunstausdruck bei den
Schauspielern lautet — seine Rollen selbst
zurecht, d. h. er modelte sich die Constructio»
nen so, wie sie ihm zu Munde paßten, und
schrieb sich Späfse hinein. Ich war einst Zruge
einer Darstellung von ihm, bei welcher er
nicht zehn Worte von denen sprach, die in der
Rolle vorgeschrieben waren. (Als Beispiel
seiner Extempore möge das Folgende dienen:
Als in der „falschen Primadonna" der Dichter
Sper l ing ihm — Korn theuer spielte den
Bürgermeister — meldete, er habe der fremden
Sängerin, auf deren Auftreten ganz Kräh»
Winkel gespannt ist, Blumen auf den Weg
streuen lassen, habe dazu alle Gärten geplün-
dert und, da ihm diese nicht genug Blumen
boten, so habe er ihr auch Salat streuen
lassen, entgegnete K. sehr ernsthaft: „Recht,
Sperling, und lassen Sie von mir auS noch
extra zwölf harte Eier sieden und auf den
Salat legen".) Vielseitig war K. nicht; aber
die eine Seite, die er zeigte, war eine voll»
kommene und verfehlte ihre drastische Wirkung
nie. Sein Geisterkönig im „Diamant deS
Geisterkönigö", sein Gisperl in „Gisperl und
Fisperl". srin Geselle in der „Vallnacht"
waren Hogarth 'sche Caricaturen,
welche von einem geschickten Maler festgehal-
ten zu werden verdient hätten. K. war. wie
wenige Bühnenkonn'ker, auch ein sehr unter«
haltender Gesellschafter, und verstand die
Kunst, die Eigenthümlichkeiten fast aller in
Wien beliebten Schauspieler, besonders in Ton
und Sprache, so täuschend nachzuahmen, daß
man diesrlben wirklich zu hören glaubte."
Koroltlftlll), Franz (Maler, ge". zu
Kremsier in Mahren, gest. zu Brünn
1779). Er war ein Schüler des Malers
Franz Palko. der seinem Meister Ehre
machte. K. malte Portrate und historische,
vornehmlich Altarbilder. Seine Porträte,
von denm jedoch die männlichen glück»
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Volume 12
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Klácel-Korzistka
- Volume
- 12
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1864
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 528
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon