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Kran Kray
Quellen bis in ihre Mündung in den
Mayafiuß gefunden wurde. In Heidel-
berg aber wurde K. zugleich mit dem
General Wer neck vor daS Kriegsgericht
gestellt, um sich über das Unglück dieses
Feldzuges zu verantworten. Er rechtfer«
tigte sich vollkommen; wurde aber., um
den commandirenden Generalen eine
Art Genugthuung zu geben, zu einer
zweiwöckentlichen Arreststrafe verurtheilt.
An diesem Ergebnisse hatte ein Mann
wie Kray genug. Er bat auch, als er
nun seine Bestimmung zur Armee in
Italien erhielt, um Enthebung von der
activen Dienstleistung. Sie wurde ihm
aber nicht ertheilt; nur einen Urlaub nach
Pesth, um sich zu erholen, erhielt er, dann
mußte er zur Armee nach Italien, wo er
im September 4798 eintraf. Hier erhielt
er unter des Grafen Wa l l i s , später
unter des Freiherrn von. MelaS Ober»
befehl eine Division im Venetianischen.
Um einen Ueberfall der Franzosen von
der Seeseite zu vereiteln, errichtete K. eine
Flottille, die er mit 2200 Mann besetzte,
während er längs der Küste Geschütz»
batterien erbaute. Ohne die Aufkündigung
deS Waffenstillstandes abzuwarten, grif.
fen die Franzosen schon am 26. März
4799 vor Morgengrauen die Stellungen
den Oesterreicher bei Paftrengo, Ve-
rona und Legnago an, DieVertheidi»
gung von Pastrengo und Verona zwei an>
deren Generalen überlassend, brach Kray
selbst mit seinem Corps nach Legnago auf.
Dort schlug er den französischen Gene»
ral Montr ichard mit solchem Erfolge,
daß von feindlicher Seite 2000 Todte und
Verwundete das Schlachtfeld bedeckten,
und außer 300 Gefangenen noch 9 Kano-
nen, o Haubitzen und 32 Geschützkarren
erbeutet wurden. Noch mörderischer war
die wenige Tage später stattgehabte
Schlacht bei Magnano (3. April), in welcher, nach französischen Angaben,,
8000 Franzosen auf dem Schlachtfelde
blieben, überdieß 4300 Mann, darunter
104 Ofsiciere, von den Unseren zu Ge«
fangenen gemacht und 18 Kanonen,
40 Geschützkarren und 7 Fahnen erbeutet
wurden. Der Verlust der Unseren, die-
übrigens gegen einen um 5000 Mann
stärkeren Feind gekämvft, war weit um
die Hälfte geringer. Während die Unse«
renKray den Retter Italiens nannten,
hieß er bei den Franzosen: 1s torribw
R>3.^) 1o üi8 oköri äs 1a viotoirs. Wenn
man auS dm gleichzeitigen Berichten
Kunde erhält von dem Jubel, mit wel«
chem die Veroneser Kray empfingen,
als er nach gewonnener Schlacht in der
Nacht nach Verona zurückkehrte, wie die
Veroneser sich um unsere Verwundeten
zankten — denn jeder wollte sie erquicken^
beschenken, bei sich unterbringen — so
erfaßt einen Wehmuth über die Wendung
der Dinge in Italien heut zu Tage; wie
man so wenig verstanden hat, diese
Sympathien zu pflegen und zu erhalten,
und den Einflüssen Frankreichs wirksame
Hindernisse entgegenzusetzen! — Kray
war nun der Held deS TageS. Lord
Bristol schrieb an ihn aus London: Er
lasse in seinem Parke einen hohen Obelisk
aufrichten, auf dessen Seiten seine Siege
in Basreliefs vorgestellt sein sollten; auch
bat er ihn um sein Bildniß, um die Züge
des „Ueberwinders der unüber«
windlichen Nat ion" der Nachwelt
zur Verehrung hinstellen zu können.
Kray wurde zum Feldzeugmeister beför-
dert. Mittlerweile waren auch die neuen
Verbündeten Oesterreichs, die Russen,
unter Souwarow in Italien einmar.
schirt und die weiteren Kämpfe gegen die
Franzosen fanden vereint mit ihnen Statt.
Kray nahm zuerstBreScia (21.April),
die 4120 Mann starke Besatzung ergab
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Kosarek-Lagkner, Volume 13
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Kosarek-Lagkner
- Volume
- 13
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1865
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 546
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon