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Kray 166 Kray
Gegners wich Kray. Bei Biberach
(8.Mai) kam es wieder zum hartnäckigen
Kampfe, den Kray selbst anführte und
leitete; als aber die feindlichen Reiter
plötzlich in dem Nucken der österreichischen
Infanterie erschienen, mußte K. auf Ver-
meidung eines weiteren unnützen Blutver«
gießenS bedacht sein und sich nach Mem«
mingen hinter der Iller zurückziehen, wo
er zwischen dem Schlosse Kronenburg und
Egelsee eine feste Stellung nahm. Auch auS
dieser, nach blutiger und hartnäckiger Ge-
genwehr, verdrängt, machte das Haupt«
corpS am 11. Mai vor Ulm Halt. Die
Armee war durch Anstrengungen, Eil«
märsche, tägliche blutige Gefechte und
Mangel an ordentlicher Kost sehr er»
schöpft und geschwächt. Vor Ulm sollte
sie sich stärken, aber der immer vordrän.
gende Feind ließ Kray nickt viele Zeit.
Am 16. Mai kam es neuerdings zum
Kampfe. Wie auf einem Schachbrette
thaten Kray und sein Gegner Moreau
Zug um Zug und der Vortheil fiel bald
auf diese, bald auf jene Seite. Die Fran»
zosen brachten immer neue und frische
Truppen in's Gefecht und setzten Alles
daran, Kray von Ulm hinweg gegen
Ingolstadt zu drängen. Auch Kray zog
daS Sztaray'sche Corps als Verstärkung
an sich und traf so glückliche Disposi-
tionen, daß Moreau entweder den
Ausgang seiner Bewegungen von einer
förmlichen Schlacht abhängig machen
oder sein Vorhaben, die Stellung vor
Ulm statt der Oesterreicher einzunehmen,
aufgeben mußte. Er entschloß sich zu
letzterem, die Unseren behaupteten sich.
Kray hielt seine Stellung an der Iller
aufrecht, stellte die Communication mit
dem Corps des Fürsten von Reuß in
Graubündten her und konnte so seine
und des Letzteren Bewegungen mit jenen
der italienischen Armee in Einklang bringen. waS eben zu vereiteln der
Endzweck aller bisherigen Anstrengungen
Moreau's war. Indessen setzte Letzterer
seine Bemühungen fort, um einen Vortheil
über Kray's Stellung zu gewinnen. EK
fanden die Gefechte bei Holzheim und
Steinheim (24. Mai) Statt. Moreau
besetzte Landsberg (27. Mai). Augsburg
und Friedberg (28. Mai), und setzte Alles
daran, Kray zu vermögen, sich bei Ulm
zu schwachen. Alle Versuche Moreau's
erwiesen sich aber als vergeblich. Kray.
behauptete standhaft diese wichtige Stel.
lung, wodurch er Moreau verhinderte,
die französischen Waffen tiefer in das
Herz von Deutschland zu tragen. M o<
reau, die Hartnäckigkeit seines GegnerK
erkennend, beschloß, sofort einen entschei-
denden Schlag auszuführen und um
jeden Preis unterhalb Ulm einen Donau»
Übergang zu bewerkstelligen, wodurch
Kray von seinen Magazinen in Ingol»
ftadt und Donauwörth abgeschnitten
ward. Am 47. Juni begann er seine
Bewegungen, am 19. erfolgte der Ueber«
gang. Kray, als er davon Kenntniß
erhielt, stellte sich diesem Vorhaben ent«
gegen; aber Moreau's Neiterei schritt
siegreich ein, er selbst befand sich oft
mitten im Gewühle des Kampfes, die
Seinigen zur Ausdauer aufzumuntern.
Eine Stunde vor Mitternacht war der
llebergang bewerkstelligt und gesichelt
und Kray genöthigt, seinen festen Stütz-
Mnct Ulm zu verlassen. Kray's Abficht,
sich nun an der untern Donau festzusetzen,
und mit dem Corps, von dem er durch
Moreau's Bewegungen getrennt worden
war. wieder zu vereinigen, erlitt durch
die Manoeuvres des Feindes eine Aende-
rung. Nach mannigfachen Dispositionen
nahm er vom 24. bis 25. Juni seine
Stellung zwischen Wembdingen und
Mannheim. Da Kray um diese Zeit
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Kosarek-Lagkner, Volume 13
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Kosarek-Lagkner
- Volume
- 13
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1865
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 546
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon