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Krazer 170 Krbec
und mechanischen Arbeiten erfand er eine
Monduhr. Im Drucke gab er heraus:
„Praktische Ausmessung und .Nelechnnng der
Felder, ant eine Lehr einlüche und tägliche Art
enwvckn" (Gratz 1783),' — „Kurze gründ-
liche Anleitung jnr Zeichnung und Vertertigung
van Sonnenuhren" (ebd. 1792). I m Nach«
lasse befanden sich mehrere unvollendete
mathematische Arbeiten. Schon im Jahre
1779 hatte ihn die
fieiermärkische Agri-
cultur-Gesellschafr unter ihre Mitglieder
aufgenommen.
Kunitsch (Michael), Biographien merkwürdiger
Männer der österreichischen Monarchie (Gräh
1805. Gebrüder Tanzer, kl. 8«.) Bdchn. H I ,
S. 91. — Noch sind mehrere Personen dieses
Namens bemerkenöwerth, und zwar: 1. Der
Lhordirector der Krakauer Kathedrale Franz
Xaver Krazer (Kratzer), der zu Ende des
ls. Jahrhunderts in Kratau lebte und ein aus»
gezeichneter Musiker war. Krazer errichtete
in Krakau unter dem Schutze deS Abbs V.
Sierakowski eine Gesangschule, aus wel»
cher tüchtige Schüler hervorgingen. Ein nicht
minder tresslicher Musiker war sein Sohn
Kasimir, der dem Vater in der Stelle eines
Chordirectors in der Krakauer Kathedrale
nachfolgte. Jedoch ist über die Arbeiten Bei-
der nichts Näheres bekannt. ^Ho«"«^» <^4?.
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üQoieuL yt moäslQSL. OietioQQHirH kioFlü»
pdigus bto.sto. (?ai-iL 18Z7, ^.äi-isu is Olois
H Oo., 3?. 80.) p. 343.^ — 2. Kar l von
Kratzer, ein Landschaftsmaler, der im Jahre
1852 in Wien lebte und arbeitete. Eines sei-
ner Bilder: „Torbole bei Riva am Garda»
See" (350 fl.), war im genannten Jahre in
der Mai»Ausstellung des österreichischen Kunst«.
vereins zu sehen. Werzeichniß der Ausfiel«
lung des österreichischen Kunstvereins, Mai
1852, Nr. 40.) — 3. Kaspar Krazer (aus
Ulm gebürtig), protestantischer Prediger in
Gratz im Jahre 1578. Krazer ist durch seine
Schicksale denkwürdig. Er war früher bei den
Jesuiten in Wien und bereits neun Jahre im
Orden, in welchem er seiner Gelehrsamkeit
wegen die Stelle eines Bibliothekars versah.
Plötzlich aber verließ er den Orden und trat
zum Protestantismus über. Als die Protestan»
ten in Gratz einen Prediger verlangten, wurde
Krazer dahin entsendet. Kaum ,war er in
Steiermark angekommen, als die Verfolgun« gen begannen. Der Orden, dem er vordem
angehörte, setzte gegen ihn, als Meineidigen,
Alles in Bewegung, und seine Inhaftnahme
ward ausgesprochen. Zur rechten Zeit noch
brachte ihn ein protestantischer Edelmann
in Sicherheit; kaum aber daß K.. nach.
dem der erste Sturm sich gelegt, sich
wieder öffentlich zeigte, begann die Jagd
auf ihn aufs Neue, so daß er sich gezwun<
gen sah. sein Amt niederzulegen und Grah
zu verlassen. Ein ungarischer Protestant zu
Kaschau nahm ihn nun in seine Dienste.
Krazer reiste, um sich an seinen Bestim-
mungsort zu begeben, über Wien. Dort aber
ließ Khlesel, der nachmalige Cardinal, ihn
festnehmen, und K. rettete sich nur durch
Flucht aus seiner Haft, über.welche er selbst
einen ausführlichen Bericht hinterlassen hat.
^Didaskalia. Blätter für Geist, Gemüth-
und Publicistik (Frankfurt a. M., 4<>.) Jahr«
gang 1856, Nr. 196, 197 u. 198? „Ein Bord»
zinsky des sechszehnten Jahrhunderts. Mit«
getheilt von W. S.")
Krazmann,
siehe: Kratzmann ^S.143).
Krbec, Johann (theologischer Schrift-
steller, geb. zu Maöic im Budweiser
Kreise Böhmens 9. October 1791, gest.
zu Prag 27. April 1837). Nachdem er
im Jahre 1810 die Gymnasialclaffen zu
Budweis beendet, ging er nach Prag, wo
er die Philosophie hörte, und 1812 nach
Budweis, wo er in daS dortige Seminar
eintrat, um Theologie zu studiren. Im
Jahre 1813 erhielt er die h. Weihen. Er
trat nun in die Seelsorge, war 3 Jahre
als Caplan thatig, bis er 1821 Pfarrer zu
Slabce im Rakonitzer Kreise wurde. Von
dort berief ihn Erzbischof C h l u m«
czaiisky zu
sich nach Prag, wo er das
neugeschaffene Amt eineS PönitentiariuS
an der St. Veitkirche und zugleich provi-
sorisch die Leitung deS neuen geistlichen
Correctionshauses zu St. Georg erhielt.
Seit er nach Prag übersiedelt, begann er
in öechische Blatter zu schreiben, und zwar
in den „öasopis z>ro kktoliok. äuoko-
in den „öasopis Le8k6do
Im Jahre 1833 wurde er
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Kosarek-Lagkner, Volume 13
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Kosarek-Lagkner
- Volume
- 13
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1865
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 546
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon