Page - 175 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Kosarek-Lagkner, Volume 13
Image of the Page - 175 -
Text of the Page - 175 -
Kreibich 178 Kreibich
gest. 3. December 1797). Die erste Aus«
bildung in der Musik, und zwar auf der
Violine, erhielt er in seinem Geburtsorte.
Spater kam er zu der churfürstlich säch.
fischen Capelle nach Dresden, wo er sich
als Violinspieler bald einen solchen Namen
gemacht, daß ihn die Kaiserin Mar ia
Theresia im Jahre 4766 nach Wien
berief und zum kais. Kammermusikus
ernannte. Später wurde er Kammer«
musik'Director Kaiser Joseph's I I . und
Vorspieler bei den Quartett - Unterhat«
tungen dieses Monarchen. K.'s Ruf als
ViolinvirtuoS war ein so großer, daß
Fremde eigens nach Wien reisten, um
diesen Meister zu hören. Aber nicht nur
als VioUnspieler war er bedeutend.
Zeitgenossen erkannten ihn als den ersten
Orchester>Dirigenten seiner Zeit an. Von
seinen Kompositionen ist durch den Stich
nichts bekannt geworden; daß er aber
componirte, erhellt aus einem Musik«
Kataloge Trag's in Wien, in welchem
von Kreibich eine Ionata. ä Violono
solo 002. L2.850 als Manustript ver«
zeichnet steht. Außer einem betrachtlichen
Vermögen hinterließ K. eine sehr werth»
volle Sammlung von Violinen der besten
Meister.
Jahrbuch der Tonkunst von Wien und Prag
für das Jahr 1796. S. 36 u. 37. — Gerber
(Ernst Ludwig), Neues historisch<biographi<
scheS Lexikon der Tonkünstler (Leipzig 1813,
A. Kühnel, gr. s°.) Bd. I I I , Sp. 111. —
Dlabacz (Gottfr. Ioh.), Allgemeines histo»
risches Künstler«2eriton für Böhmen und zum
Theile auch für Mähren und Schlesien (Prag
i8t5, G. Haase. 4°.) Bd. I I . Sp. 131. -
G aßner (F. S. Dr.), UnioersabLexikon der
Tonkunst. Neue Handausgabe in einem
Bande (Stuttgart 1849, Franz Köhler, gr.5°.)
S. 509. — Noch ist eines Tonkünstlers des,
selben Namens, des MteiHudius Kreibich.
zu gedenken. Methudius (geb. zu Warten«
berg in Böhmen 19. Jänner 1730, gest. zu
Prag im Februar 1814) war Minoritenmönch
bei St. Jacob in Prag. In früher Jugend Sängerknabe, verlegte er sich, nachdem er d?e
Stimme verloren, auf die Violine und das
Orgelspiel, und behandelte beide Instrumente
mit Meisterschaft. Im Jahre 1777 erhielt er
die Direction der Musik in seiner Ordens»
kirche und stand derselben über 30 Jahre vor.
Unter ihm war der Chor seiner Kirche berühmt;
auch hat er mehrere tüchtige Zöglinge, nament.
lich im Violinspiele, ausgebildet. sDlabacz,
am bezeichneten Orte, Bd. I I , Sft. 132.)
Kreibich, Franz Jacob Heinrich
(Chartograph. geb. zu Ste'in«
fchönau 26. Juli 1739. gest. zu Prag
47. December 1833). Sein Vater war
Garn» und Leinwandhändler in Stein-
schönau und wollte den Sohn für sein
Gewerbe erziehen. Zu diesem Behufe
schickte er den zehnjährigen Knaben nach
Gastorf im Leitmeritzer Kreise, wo er bei
Verwandten die für den Handel unent>
behrliche öechische Sprache erlernen sollte.
Auch auf den Unterricht in der Musik
ward Bedacht genommen. Die guten
Fortschritte des Knaben in der Schule
bewogen aber den Vater, ihn die Studien
fortsetzen zu lassen. Durch Verwendung
eines Verwandten kam K. als Choralist
zu den Jesuiten nach Komotau, wo er die
HumanitlltSclafsen beendete. Der Rector
deS Gymnasiums Pater Teltscher
wurde bald auf den talentvollen Knaben
aufmerksam und ertheilte ihm auS beson»
derer Vorliebe Privatunterricht im Zeich«
nen, in der Mathematik, Physik und
Naturgeschichte. Von Komotau ging K.
nach Prag. wo er die philosophischen
Studien beendete und dann, um Theo«
logie zu studiren, in das Prager General»,
seminar eintrat. Im Juli 1786 erhielt
er die Priesterweihe und trat nun als
Caplan in Schüttenitz in die Seelsorge.
Schüttenitz war der LieblingSaufenthalt
des Leitmeritzer Bischofs Ferdinand Kin.
dermann Ritters von Schulstein
sBd. XI, S. 269), und der Umgang mit
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Kosarek-Lagkner, Volume 13
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Kosarek-Lagkner
- Volume
- 13
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1865
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 546
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon