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Maße. das er durch seine Verwendung
im August 4827 eine Assistentenstelle
an der Wiener Sternwarte erhielt. Nach
dem die Adjunctenzeit zu Ende war.
erhielt er die Stelle eines zweiten Eleven
an der Sternwarte der Brera in Mai
land. um die er sich beworben hatte. Im
Jahre 1834 rückte er in die Stelle eines
ersten Eleven vor, und wurde um diese
Zeit nach Wien gesendet, um dort die
Reparatur eines großen Meridiankreises
zu überwachen. Nachdem dieser fertig
geworden, kehrte K. nach Mailand zurück,
wo er bis zum Herbste 4838 verblieb,
worauf seine Ernennung zum Adjuncten
an der Sternwarte in Prag erfolgte. Im
Jahre 4843 (4834 ist im Almanach der
kais. Akademie ein Druckfehler) wurde er
zum Director der Prager Sternwarte
ernannt. Als aber im Jahre 4830 über
Antrag der kais. Akademie, daß in Wien
ein meteorologisches Observatorium zu
errichten und für dasselbe ein eigener
Meteorolog zu bestellen sei. mit Allerh.
Entschließung vom 23. Juli 4850 der
Auftrag zur Errichtung einer Central«
anstatt für meteorologische und magne-
tische Beobachtungen erfolgte, wurde auch
Krei l der erste Director derselben, mit
der Verpflichtung, über die Ergebnisse
seiner Forschungen Vorträge an der Wie>
ner Universität zu halten. Leben und
Bedeutung gewinnt dieses einsacke Ge>
tippe einer amtlichen Laufbahn erst, wenn
K r ei l's Mühen und Arbeiten auf wissen«
schaftlichem Gebiete näher gewürdigt wer»
den. Schon als Assistent in Wien, unter
Li t t row's Leitung, beschäftigte er
sich mit wissenschaftlichen Arbeiten und
schrieb damals für die Annalen der
Wiener Sternwarte mehrere Abhand-
limgen über das zu jener Zeit noch
wenig bekannte und eben erst auf
der Sternwarte aufgestellte Aequatorial. Dieser Arbeit ließ K. eine. Sammlung
mathematischer Formeln folgen. An der
Brera angestellt, wurde er erst durch
ein. wenngleich anonym herausgegebenes
Schriftchen über den Kometen deS Iah-
res 4832, in welchem er die ungegründe»
ten Besorgnisse, welche dieses Phänomen
allenthalben erregte, zu widerlegen suchte,
in weiteren Kreisen bekannt. Ueberdieß
veröffentlichte er wahrend seines acht»
jährigen Aufenthaltes in Mailand meh-
rere Arbeiten über Kometen. Während
seiner Anwesenheit in Wien. als er die
Reparatur des großen Meridiankreises
überwachte, lernte er die beiden Gelehr-
ten Sar tor ius Freiherrn von Wal«
tershausen und Vr.Liesting. welche
durch ihre großartigen Arbeiten über den
Aetna so berühmt geworden, und bei
ihnen das Gauß'sche Magnetometer
kennen, welchem man den gegenwartigen
Zustand unserer Kenntnisse über den Erd-
Magnetismus verdankt. Dieser Gegen-
stand erweckte vor Allem K.'S Aufmerk-
samkeit und er machte sich mit der neuen
Methode der Beobachtung mit demselben
sofort bekannt. Der Zufall fügte eS noch,
daß er einen auf der Wiener Sternwarte
befindlichen Apparat, welcher in Folge
eigenthümlicher Verhaltnisse unbenutzt
blieb, käuflich für die Sternwarte der
Brera erwerben und also Krei l in Mai>
land schon im August 4836 die erdmag»
netischen Beobachtungen beginnen konnte.
Es waren dieß die ersten nach der Gauß»
schen Methode ausgeführten erdmagneti.
schen Beobachtungen im österreichischen
Kaiserstaate. Zu gleicher Zeit verösfent»
lichte er in der Mailänder Zeitung und
in anderen Blättern deS In« und AuS»
landeS Arbeiten über den Erdmagnetis-
mus. Auch wurde er eines der thätigsten
Mitglieder des von Gauß gegründeten,
über alle Länder Curopa's verbreiteten
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Kosarek-Lagkner, Volume 13
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Kosarek-Lagkner
- Volume
- 13
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1865
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 546
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon