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Kriehuker
von Nr. 619—682 alle nur erdenklichen
Namen angeführt, dm Poffmdichter
Hafner ausgelassen hat, so Hai er auch
seinen Schüler und Nachahmer K r ieg ,
st ein er übergangen. Krieg stein er
wurde von späteren Poffendichtern und
Buschkleppern im deutschen Dichterwalde
mehrfach ausgebeutet.
Theater« Zei tung , herausg. von Adolph
Bauer le lWien, 4".) I. Jahrgang (5806),
Nr. t i , S. 166. — Austria. Oesterreichi-
scher Universal.Kalender (Wien. Klang. gr. 8",)
Jahrg. 1848, S. 186
Kriehllber, Joseph (Porträt- und
Landschaftsmaler, geb. zu Wien
14. December 1801). Zeigte in früher
Jugend ein hervorragendes Talent für
die Kunst und, erst sieben Jahre alt, zeich«
nete er schon unter seines älteren Bruders
Leitung, der selbst ein geschickter Künstler
war, aber frühzeitig starb. Im Wer von
dreizehn Jahren besuchte K. die Akademie
der bildenden Künste in Wien, an der er
fünf Jahre arbeitete und sein Talent in
erfreulich sterWeise
vervollkommnete. Zwei-
mal, das erste Mal für einen Studien»
köpf, das andere Mal für eine Modell«
zeichnung, .wurde er mit Preisen belohnt.
Im Jahre 1818 verließ K. seine Vater-
stadt, um in der Fremde sein Glück zu
versuchen und ging nach Galizien und
Congreßpolen, wo er Unterricht im Zeich«
nen ertheilte und sich im Pferdezeichnen
nach der Natur übte. Jedoch boten sich
ihm dort wenig Aussichten zu einem bes»
seren Fortkommen und auch das künst>
lerische Moment fiel zu wenig schwer in
die Wagschale, um eS in diesem unwirth.
lichen Lande mit einem Verbleiben auf
die Dauer zu versuchen. Vier Jahre hat
K. dort zugebracht; nun aber trieben ihn
theils Heimweh, theils sein Kunstdrang
zurück und er kam arm, wie er Wien ver-
lassen und ohne gerade in der Kunst Fort« Ariehuber
schritte gemacht zu haben, nach Wien
zurück, wo er sich allmälig seine Eiiften;
begründete. Er besuchte wieder die Aka>
demie und seines Fortkommens halber
lithographirte er für den damals eben
aufblühenden Verlag Trentsensky's,
der, ohne gerade künstlerische Zwecke zu
verfolgen, doch in seinen Arbeiten durch
Geschmack und eine künstlerische Richtung
hervorstach. Anfangs zeicbnete K. meist
Pferdestücke, und da kamen ihm seine
Studien nach der Natur in Polen vor«
trefflich zu statten; nach und nach ging
er aber zum Porträt über und das Ge»
schick, das er in diesem Fache beurkun»
kündete, mehrte die Aufträge und schuf
seinem Künstlerrufe eine immer größere
Verbreitung. Nun war auch bald seine
Richtung entschieden; K.wurde ausschließ»
lich Porträtmaler und als Bildnißlitho«
graph eine Specialität, der
sich in Wien
innerhalb vier Iahrzehenden keine zweite
an die Seite zu stellen versuchte. Denn
waS auch auf diesem Gebiete von Zeit zu
Zeit und jetzt noch auftaucht, hat dem
Meister das eine und das andere wohl
abgeguckt; ihn zu erreichen fehlte jedem
der Geist, ja der Idealismus, zu dem sich
K. in seinen Porträten emporzuschwingen
versteht. I n der Lebendigkeit der Auf-
fafsung, in einem gewissen, jedem Porträte
eigenthümlichen Zuge, in dem wir die
Seele jedes Porträts, das K. vollendet,
suchen würden, liegt der eigentliche Werth
und der unsägliche Reiz seiner Bildnisse.
Daß ihm die Beweglichkeit seiner Phan-
tasie, seine Liebe zum modernen Leben,
sein Leben in der Gesellschaft selbst, zu
deren hervorragenden Typen er seit
Iahrzehenden ohne Zweifel zählt, dabei
trefflich zu statten kamen und noch immer
kommen, wer wird daranzweifeln? Das
allein ist es aber nicht, wodurch er sich
zum Portratmaler, derseineS Gleichmnicht
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Kosarek-Lagkner, Volume 13
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Kosarek-Lagkner
- Volume
- 13
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1865
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 546
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon