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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Kosarek-Lagkner, Volume 13
Page - 220 -
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Page - 220 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Kosarek-Lagkner, Volume 13

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Ariehuber 220 Ariehuker hat, aufschwang. Was ihm und eben nur ihm zukommt, das ist der poetische Hauch, mit dem er seine lithographirten Bildnisse durcbweht, in denen sich überdieß eine große Routine und Gewandtheit in der Führung des Pinsels und der Kreide kundgeben. Spricht es aus allen seinen Arbeiten auch deutlich, daß K. in der Jugend einen tüchtigen Kunstunterricht genoffen, so hat eben seine lebendige, reiche, immer neu gestaltende und immer nur das Wahre und Bleibende in einer Persönlichkeit auffassenden Phantasie ihn glücklich vor zwei Uebeln zu bewahren gewußt: vor der Gelecktheit und Ge« spreiztheit des Dilettantismus und vor den Auswüchsen und Beulen der Manie! rirheit, obwohl jedes Bildniß K.'s in einer Weise gehalten ist, daß der Kenner eS auf den ersten Blick für sein Werk mit Bestimmtheit bezeichnen wird, es also unwiderlegbar eine Manier Kriehuber's gibt. Die Zahl der Kriehuber'schen Bildnisse ssehe von S. 222 an ihre Ueber- sichH rechnet man nicht mehr nach Hun« derten, sondern nach Tausenden. Jedes Mitglied der vornehmen Welt, die Man» ner des Staates und des Rathes, der Künstlerkreise, alle, die in der Wiener Gesellschaft innerhalb der letzten vier De« cennien sich nur einigermaßen bemerkbar gemacht, haben bestimmt ihren Platz in der Kriehuber'schen Porträt'Gallerie; daß unsere besten Dichter der Malerpoet nickt vergessen hat. bedarf keiner ausdrücklichen Versicherung. Aber auch was in der Wissenschaft vor und nach dem März her« vorragte, dürfte, wenn nicht vollständig, so doch stark in derselben vertreten sein. Als nach einem längjährigen faulen Frie- den Oesterreichs Krieger den alten Ruhm auf dm Schlachtfeldern erprobten, als wälscher Verrath im Vereine mit nachbar» licher Tücke und Ländergier neue Kämpfe ^ veranlaßten, da wurde K. nicht minder der Maler der Tafelrunde Radetzky's. wie jener der nach Verlornen Schlachten noch immer bewunderungswürdigen Hel« den des Unglücks. Als endlich die Häup« ter der Kirche zur Berathung eines spater und noch heute so sehr angefochtenen Staatsactes in der Hauptstadt des Reiches sich einfanden, da drückte auch den Männern der Kirche Kriehuber's schöpferischer Stift in ihren Mienen auf: Demuth, Entsagung, Frömmigkeit, Weis« heit, Milde und Barmherzigkeit, kurz alle Tugenden, welche die Vertreter Christi auf Erden haben sollen. So hat denn Kriehuber, wie die alten Anna« len» und Chronikschreiber alle wichtigen Ereignisse des Tages oder des Jahres auf ihren Blättern zu verzeichnen pflegten, die Geschichte seiner Zeit in den Bildnissen jener Zeitgenossen, welche über das Niveau des Gewöhnlichen sich erhoben, nicht ge» schrieben, sondern gezeichnet und gemalt; anstatt in Worten, in Köpfen und Figu« ren; anstatt in todten Buchstaben, in lebensvollen Gestalten. Das Verlangen, von diesem Meister des Porträts gemalt zu sein, war seiner Zeit so groß, daß, wer sich in Person nicht einfinden konnte, doch irgend ein vorhandenes Bildniß einschickte, um es durch Kriehuber's genialen Stift vervielfältigen zu lassen, und so finden wir denn aufKriehube r's Lithographien auch Namen wie Amer« l ing, Barabas. Ender, Einöle, Fischer, Goebel, D a f f i n g e r , Pe t te r , Schrotzberg, St ie ler, Waldmül ler u. A.; aber ohne den Werth der genannten Bildnißmaler in Oel und Aquarell verringern zu wollen, ein Kriehuber'sches Bild gelangt nur dann zu seiner vollen Eigenthümlichkeit, ist nur dann ein Unicum in seiner Art, wenn es von Krieh über und eben nur
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Kosarek-Lagkner, Volume 13
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Kosarek-Lagkner
Volume
13
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1865
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
546
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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