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Krochmat 239 Krochmal
berg aufbewahrt werden und von denen
bemerkenswerth ist seine „Historia Hun-
Marias 6o<2itz3ia<Ltio0-2<;k0ig.Ltioa.". Auch
hat K. mehrere kirchliche Lieder aus dem
Deutschen m's Slavische ĂĽbersetzt.
Krman erscheint auch hie und da als Ker<
mann; doch ist die obige Schreibart (ohne e)
die von ihm selbst beobachtete. — HiT-a?^'
vinoig.Iiu.in 3oriptis ociitig notornm (Vion-
Q3,o 1776, I^os^tz, 80.) ?0IN. I I , P. 836. —
Kle in (Johann Samuel), Nachrichten von
den Lebensumständen und Schriften evange-
lischer Prediger in allen Gemeinen des König«
reichs Ungarn (Leipzig und Ofm 1789. Die»
pold und Lindaum, 8".) Bd. I I , S. 299 bis
323 snach diesem gest. 17. September 1740).
dUoao Ilttsrarias in Unu^HriĂĽ. sto. 6to.
(?o50!iii st Lixsias 1783, ^.nt. Lö^s, 8«.)
^. 213, in der Anmerkung sonach diesem gest.
7. September 1740).
Krmpotiö, siehe: Kermpotiö, Joseph
sBd. XI, S. 183^.
Krochmal, Nachman Kohen (israe-
litiscker Gelehrter, geb. zu B r o d y
47. Februar 1783, gest. 31. Juli 1840).
Sohn des Kaufmannes S a l o m o n
Krochrnalnik in Brody. Der Sohn
war von schwächlicher Leibesbeschaffenheit
und sehr frĂĽh zeigte sich bei K. jene con-
templative Geistesrichtung, die später sein
ganzes Wesen und Wirken charakterisirte.
Mir dem Unterrichte war es in jenen
Tagen wohl schlecht bestellt. Erst im
Alter von acht Jahren lernte K. deutsch
lesen und nicht durch einen geregelten
Unterricht, sondern, wie sein Biograph
Dr. Zunz erzählt, durch die Zeitung;
hingegen war er sorgfaltig in der Kennt»
mĂź des Talmud erzogen. Erst vierzehn
Jahre alt, heirathete er die Tochter eines
wohlhabenden Kaufmannes und lebte
nun bei seinen Schwiegereltern, dort sich
ausschließlich und Ziemlich ungestört seinen
Studien hingebend. Diese beschrankten
sich aber nicht, wie es die orthodoxen Juden wollten, bloĂź auf dm Talmud;
die MendelssoHn'sche Uebersetzung
des Pentateuch, wie das Maimoni-
des'sche Werk „More", zwei von den
unwissenden polnischen Juden gleich ver-
ketzerte Schriften, zogen ihn viel mehr als
der von Thorheiten und Abgeschmackt-
heiten strotzende Talmud an. Zugleich
studirte er mit Eifer, aber auch mehr ver-
stohlen, deutsche Sprache und Literatur,
später das Französische und Lateinische,
und ließ auch Mathematik und Natur«
Wissenschaft nicht unbeachtet. Den Mittel-
Punct seines Denkens bildete jedoch die
Speculation in der Philosophie des acht-
zehnten Jahrhunderts, wobei er sich zu»
nächst an Mendelssohn hielt und die
Ergebnisse seines Denkens vor allem auf
die ältere jüdische Literatur in Anwendung
brachte. Im Jahre 1808 befand er sich
— aber in einem sehr leidenden Zustande
— in Lemberg. Sein Siechthum, durch
anstrengende Studien veranlaĂźt und ge-
steigert, war so bedeutend, daĂź er bereits
todt gesagt wurde. Doch dem war nicht
so, nur seine Genesung ward bezweifelt
und ging endlich, aber höchst langsam
vor sich. Nun muĂźte er seine speculativen,
ihn aufreibenden Studien für längere
Zeit unterbrechen, hingegen war ihm
Lectüre gestattet und zu dieser wählte er
die ältere jüdische Geschichte. Nachdem
er durch sorgfältige Pflege die Genesung
erlangt, kehrte er zu den einstweilen auf»
gegebenen Studien wieder zurück, sam»
melte aber zugleich einen Kreis junger
strebender Männer um sich, welcke mit
Begeisterung den Worten des Meisters
horchten, der eine Sprache redete, die sie
bisher nicht gehört. Den Gegenstand
seiner eigenen Studien bildeten um jene
Zeit Kant — hauptsächlich die Kritik
der Urtheilskraft — Fichte. Schel-
l ing; aber Maimonides und seine
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Kosarek-Lagkner, Volume 13
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Kosarek-Lagkner
- Volume
- 13
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1865
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 546
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon