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Kromer 231 Frommer
der Chirurgie, mit besonderer Berücksichtigung
der Orthopädie und Heilgymnastik, weiter
ausbilden sollen, und zu diesem Zwecke eine
Neise, deren Hauptziel Berlin und Paris sein
und die drei Monate dauern soll, zu unter-
nehmen hätten. Nachdem der Fond so hoch
angewachsen war, daß das im Stiftsbriefe
zur Realisirung des Stipendiums verlangte
Zinsenerträgniß auch für die Zukunft sicher«
gestellt ist. wurde im Juli 1832 der erste Con«
curs für ein Stipendium von 400 fl. C. M.
ausgeschrieben. — Wappen. Gevierteter
Schild, i : in Noth ein silberner Stern; 2: in
Silber zieht sich auf grünem Nasen am unteren
Ende des Feldes ein Basaltgebirge mit etwas
schräge gestellten Säulen; 3: in Silber ein
blankes Schwert mit goldenem Gefäße und
der AeSculapstab mit seiner Schlange, diese
mit aufgeschlagener rother Zunge, alles in
natürlicher Farbe und in Form eines Andreas«
kreuzes gestellt; 4: in Roth eine geöffnete
natürliche Papierrolle nebst einem in schräg-
rechter Richtung auf derselben liegenden, mit der
Spitze abwärts gekehrten natürlichen'Griffel,
unter der Rolle liegt in schräglinker Stellung
ein goldener Szepter. Auf dem Schilde ruht
der gekrönte Turnierhelm, aus defsrn Krone
zwei mit den Sachsen nach innen gekehrte,
von Silber und Noth quergetheilte Adler»
ftügel mit gewechselten Tincturen sich erheben,
denen der in 3 bezeichnete Aesculapstab mit
der Schlange eingestellt ist. Die Helm decken
sind zu beiden Seiten roth mit Silber belegt.
Kromer, siehe: Krommer j^S. 233
u. 234, in den Quellen Nr. 2, 3 u. 4:
Fedor, Franz und Martin Kromer^.
Krommer, Franz (Tonsetzer, geb.
zuKamenitz in Mähren im Jahre 1759,
gest. zu Wien 9. Jänner 1831). Sein
Onkel Anton K., Chorrector in Turas,
leitete, als er das Talent seines Neffen
erkannte, dessen ersten Unterricht in der
Musik und unterrichtete ihn selbst im
Orgelspiele und Contrapuncte. Im Alter
von 16 Jahren versah Franz bereits
die Dienste eines Organisten in der
Turaser Pfarrkirche. Acht Jahre lang
versah K. diesen Posten und bildete sich,
so weit es ihm seine Stellung und die kärglichen, ihm zu Gebote stehenden Hilft,
mittet erlaubten, technisch und theoretisch
immer weiter aus. Er studirte die besten
Meister, nahm sie sich insbesondere bei
seinen kirchlichen Kompositionen zum
Muster und legte dadurch eine feste
Grundlage in seiner musikalischen Ent»
Wickelung. Eine besondere Fertigkeit
besaß er im Violinspiele. Als Graf
Ayrum einen ersten Violinspieler für
seine Capelle zu Simonthurn in Ungarn
suchte, nahm K. diese Stelle an, wurde
bald Director der graflichen Capelle und
blieb im Ganzen sechs Jahre in den
Diensten des Grafen, bis er nämlich im
Jahre 1790 die Stelle eines Chor-
directors an der Domkirche zu Fünf«
kirchen annahm. Auf diesem Posten er«
regte er bald die Aufmerksamkeit des
musikliebenden ungarischen Adels. Seine
eigenen Compositionen, die Leistungen
des seiner Direction überwiesenen Chors
fanden immer mehr und mehr Beifall.
Unter anderm machte ihm Anton Graf
Käroly iden Antrag, die Direction seiner
Negiments'Capelle zu übernehmen. K.
nahm diesen Antrag an und versah die
Stelle eines Regiments^Capellmeisters,
bis er sie, nach des Grafen Karo ly i
Tode, mit jener eines Musikdirectors des
Fürsten Grassalkovich vertauschte.
Letzteren Posten bekleidete K., bis des
Fürsten Capelle durch dessen Tod auf»
gelöst wurde. K. war nun dienstlos und
mußte Lectionen geben. Er lebte als
Musiklehrer in Wien, bildete als solcher
manchen tüchtigen Schüler, componirte
aber zugleich fleißig und dieß um so mehr,
als es ihm gelang, einen Kammerdienst,
wenn Herausgeber nicht irrt, eine Thür-
hüterstelle bei Hofe zu erhalten, wodurch
er mehr Muße und mit dieser mehr Liebe
zu schöpferischen Arbeiten gewann. I n eine
entsprechendere Stellung aber trat er über,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Kosarek-Lagkner, Volume 13
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Kosarek-Lagkner
- Volume
- 13
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1865
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 546
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon