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Krones 261 Arones
unter allen Umständen berechtigt war —
zurĂĽckgetreten fein.
Allgemeine Theater«Z eitung. Heraus'
gegeben uon Ad. Bauerle (Wien, gr. 40.)
XXIV. Jahrg. (183l), Nr 2. S. 5: „Therese
Krones", (Nekrolog) uon A(dolph) B(äuerle).
— Oester reichische National» Encyklo«
pädie von Gräffer und Czikann (Wien
1835, 8°.) Bd. I I I , S. 298. — Meyer (I.).
Das große Conversations'Lerikon für die ge»
' bildeten Stände (Hilodurgdausen, Bibliogr.
Institut, gr. 80.) Bd. XIX, Nbthlg. i. S. 269.
— Memoiren meines Lebens. Gefundenes
und Empfundenes uon I)i-. I . F. Castelli
(Wien und Praa l86l, Kljber und Markgraf.
8«.) Bd. I, S. 264. — Neuigkeiten (Brün-
ner polit. Blatt, Fol.) 18^ >7. Nr. 76: „Ein
Bruder der Therese Kromö"; 4860, Nr. 162.-
„Castelli über Therese Krones" ^nan vergleiche
weiter unten: „Urtheile über Therese Krones),
— Gartenlaube, herausg. von Ernst Kei l
(Leipzig, gr. 4».) Iadrg. <863 ^in diesem Jahr«
gange theilt Franz Wal l ner. der bekannte
Thc-aterdirector und gewandte Erzähler, Meh-
reres aus Ferdinand-N a i m u n d's Leben mit.
worin auch mehrcres, die Krön es Betreffendes
enthalten ist). — I l lust r i r te Novellen»
Zei tung, hercmsg. uon Bohringer (Wien,
40.) 1858, Nr. 5, S. 3ä: „Ein Künstler'
grab". — Local 'Anz eisicr der „Presse"
I8l>i, Nr. ">00: „Ein vergessenes Glab". —
Porträte. 1) Unterschrift: ^Iiei-o^n XronoL.
Kriehub er 1830. Gedr. iin lith. Instit. in
Wien (4«.); — 2) N. Decker 1t>:!ö (lith.)
— 3) Unterschrift: Thercse Krones, S6)NU'
spielerin des k. k. priv. Th^alrrs in der Leo-
poldstadt (lith,. Almanach'Format); — 4) Un
terschrift: D^« Kroneö als Jugend ans dem
Zaubermärchen uon F. Raimund: Das
Mädchen aus der Feenwelt oder der Bauer
als Millionär (ganze Figur, kl. Fol.). —
Saphir nnd Castelli ĂĽber Thrrcsc Arones,
Saphi r schreibt in einer seiner Didaskalien
gclegenheitlich seiner Besprechung des Bauer»
le'schen Nomans „Therese Krones" über diese:
Drei Darstellerincn haben zu jener Zeit im
Leopoldstädter Theater geglänzt, D«>- En-
no ckl, Madame Huber und D"« Krones.
. . . . Die Krones glänzte nicht, sie
strahlte nicht, sie schimmerte nicht,
sie stach in die Augen, sie stach in die
Ohren, sie stach in die Sinne. Sie war
eine eigene Erscheinung, die leider. Dank sei
Gott, keine Nachfolgerin hatte und hat. D^ Krones leistete Vortreffliches als D"<- Kro-
nes, nie als Fo l ie Ich selbst habe sie oft
und bitter getadelt, oft und sĂĽĂź gelobt, habe
auch wohl — es sind über dreißig Jahre her!
— von Kunstleistungen, diesem dazumaligen
, Kleingeld der Kritfk. gesprochen. Aber nie ist
sie mir als eine Kunstbegabung, nie als
eine „Künstlernatur" erschienen. Jeder geläu»
terte Strahl kĂĽnstlerischer Innigkeit oder Geistig,
keit war ihr fremd. Bäuerle citirt in seiner
„Therese Kroncs". ich hätte über sie einmal
geschrieben: „Sie spielt nicht, sie läßt sich
spielen". Wenn dem so. so hat ein schwacher
Ausdruck den Nagel doch hart auf den Kopf
getroffen. Sie lieĂź sich spielen, sie spielte
immer die Krones und da die Krones immer
herzentzündendc, lustentbindende, thatenver«
kĂĽndende Augm hatte, und da die Krones
die Ungebundenheit des GclĂĽstes mit der
Ungcbundenheit aller Weiblichkeit zu Frei-
kugeln goĂź und sie mit aller Ungezahmtheit
eines Naturkindes in's Publicum schleuderte,
so konnte die Wirkung nie ausbleiben, Sie
war eine kostbare Erscheinung als solche,
sie traf fast immer das Rechte, warum? weil
das Publicum in allen ihren Rollen nur sie
sah. Ihr Spil-l war stets unbändig, alxr
diese Unbändigkcit erhielt uon ihrer Person»
lichkeit einen Freibrief. Sie war unwider
stchlich in ihrer kecken Uederschreitung alles
Schicklichen, und wanun? weil nian ordem»
lich erschreckt und verblĂĽfft war vor drr
Keckheit, mit der sie die derbsten und wider-
haarigsten AusdrĂĽcke und Gesticulationr.'.
balanckte, in'ö Vartcrre warf, gleichsam al)
Emancipation ihres Selbsts. Sie war von
ungewöhnlicher Begabung, von einer instincti'
ucn Penetration in die tiefsten Geheimnisse
der Individualität dcS Publicums, welche
stets mehr Sinnenmensch als Nation ist.
Sie gab ihren Rollen gar nichts vom Dich^r
und Alles uon sich, und da das dem Beifalle
gut kam, so lieĂźen's die Dichter gut sein.
Sie erwärmte nicht durch Innerlichkeit wie
die Ennöckl. sie durchdrang nicht durch
urwĂĽchsige Laune wie die Huber, aber sie
zĂĽndete, sie war eine glĂĽckliche Brand-
stifterin, sie legte Feuer an, die Flammen
prasselten, die Funken sprühten, aber — dic
Kunst — ein' Aschen.'" So Saphir. —
Wie trivial, lieblos und unwahr urtheilt
Castelli. „Therese Krones", schreibt er, „bat
eine «große Berühmtheit durch ihre künst«
leriscben Leistungen und noch mehr nach
ihrem Tode dadurch, daĂź man sie zur Heldin
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Kosarek-Lagkner, Volume 13
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Kosarek-Lagkner
- Volume
- 13
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1865
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 546
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon