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Kropaischek 264 Aropatschek
7 Theilen (ebd. 1794—j sl>3 , 8".); —
g, ucreini mit den
10 Bde. (Wien 1794, 8".); Supplement I
(ebd. 1804) und Supplement I I (ebd.
1319); — „Oesterreichs Gesetze, welche den
OllinllM'zilllgrllierbrn nnii den Ornierb5lrntrn ins-
besondere lllllgeschrirben uiordcn Lind, ned^t Nei°
fügnng dcr Artikel und Ordnungen kür sedeAnnt't
und Innung", 2 Bde. (Wien 1804, 8".).
Die Werke Kropatschek's find, wie
aus vorstehender Uebersicht erhellet, vor«
nehmlich compilatorischer Natur; aber
nicht nur, daß sie den Bedürfnissen des
Dienstes entgegenkommen, sondern ihre
Verläßlichkeit, geschickte Einrichtung und
Vollständigkeit, in welcher sie fast unüber-
troffen dastehen , baben ihre Brauchbar-
keit noch heute nach fast sieben Decennien
möglich und seine Oesetzsammlungswerke
so schätzbar gemacht, daß sie noch immer
gesucht und gut bezahlt werden.
Oesterreichische Nat ional-Encyklopä-
die von Gräffer und Czikann (Wienl8S3,
8«.) Bd. I I I , S. 299. — Porträt. I . G.
Mansfeld loc. (18U3) (i>o.). — l. Ein
Wenzel Kropaöek (geb. in Böhmen 1840,
gest. zu Nakonitz 6. Juni 1864) ist öechischcr
Poet und hat mehrere Gedichte in einzelnen
schöngeistigen Zeitschriften erscheinen lassen.
Der Tod raffte ihn im Alter von 24 Jahren
dahin. Der größte Theil seiner Dichtungen
befindet sich noch ungedruckt in seinem Nach»
lasse. M iener Zeitung 18L4. Nr. l47,
2. 830.) — 2. Der „Bauer Kropaczek"
ist ein politischer Strohmann, der meteochaft
im September und Ocioder 186! am Hori«
zonte unseres parlamentarischen Himmels er<
schien, um ebenso rasch wieder zu uerschwin«
den. Der Sachverhalt ist folgender: I n der
53. Sitzung des Abgeordnetenhauses des öster«
reichischen Reichsrathes (1?. September 1861)
fand die Specialdebatte über das Gemeinde«
6 esetz Statt. Es handelte sich zunächst um
die Frage bezüglich der Aus scheidung oder
Nichtausscheidung des Großgrundbesitzes.
Abgeordneter Brinz, als er in dieser Sache
das Wort hatte, ließ am Schlüsse seiner Nede
den Passus fallen: „Würde anstatt des oer» ehrten Herrn I.)i'. Brauner der ^echische
Bauer Kropaczek an jener Stelle sitzen, der
würde sicher mit uns (für das Verbleiben des
Großgrundbesitzes in der Gemeinde) hier stim»
men" u. s. w. u. s. w. Die Anführung des
Namens Kropaczek hatte nun in der nächst«
folgenden Sitzung vom 18. September einen
Protest von Seite des Abgeordneten 1)r.
Brauner zur Folge, aus welchem die Ver-
sammlung erfuhr, „daß Bauer Kropaczek
Gemeindevorsteher aus jenem Bezirke sei, aus
welchem Dr. Brauner im Jahre 1848 in
den constituirenden Reichetag und in diesem
Jahre abermals in den böhmischen Landtag
gewählt worden sei. Ferner, daß Kropaczek
Vertrauensmann bei jener Commission gewe«
sen sei, welche über die 18S9ger Gemeinde-
gesetz'Vorlage in Böhmen zu berathen hatte.
Ueber die Art seiner Abstimmung in dieser
Angelegenheit habe bereits Graf Clam < Mar-
tinitz in der vorigen Sitzung berichtigend
geantwortet. Aus dieser Antwort habe sich
gezeigt, wie schlecht die Anführung des Kro«
paczek dem Dr. Brauner gegenüber war,
wie unbegründet der Pilatus Kropaczek
in das Credo des Herrn Professors Brinz
einbezogen wurde". Graf Clam»Mart in ih
hatte aber in der vorigen Sitzung aus einem
gedruckten Eremplare der damals berathenen
und beschlossenen Bestimmungen über die
Ausscheidung der Gutsgebiete mitgetheilt, daß
Bauer Kropaczek unter Jenen verzeichnet
stehe, welche für die facultative Ausscheidung
des Großgrundbesitzes und dessen Constituirung
als Gutsgebiet gestimmt haben. Später nun
stellte es sich heraus, daß Bauer Kropa-
czek wohl für die Ausscheidung des Groß»
grundbesitzes aus dem Gemeindeverbande,
aber nur aus dem Grunde gestimmt habe,
weil in der Regierungsvorlage die Ausschei«
düng als Princip aufgestellt war. Er selbst
war Gegner dieser Ansicht. Dieß ist der ein«
fache Sachverhalt, der genügte, um den Bauer
Kropaczek zur Hauptperson einer aFairo
eslZbro zu machen. Die Journale beschäftig-
ten sich mehrere Tage hindurch — vornehm-
lich, um der Partei deS Journals „Das Vater-
land" offene und verdeckte Hiebe zu geben —
mit dem Bauer Kropaczek, dessen Name
einige Zeit hindurch ein Schlagwort war,
wie etwa in diesem Jahre in Paris das ,Mo
I^mbsi-t". Allmälig verlor die Sache ihr
Interesse, welches noch dadurch gesteigert
worden war, daß Kropaczek selbst in der
öechischen Zeitschrift „Näro<1in liöt?« gegen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Kosarek-Lagkner, Volume 13
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Kosarek-Lagkner
- Volume
- 13
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1865
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 546
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon