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Krufft '277 Krufft
k. k. Hofrathes Andreas Adolph
Freiherrn von K. ^s. d. Vorigen^ aus
deffen Ehe mit Mar ia Anna gebornen
von Haan. N iko laus erhielt im
Elternhause eine vortreffliche Erziehung.
Neben der Ausbildung fĂĽr seinen kĂĽnfti-
gen Beruf im Staatsdienste wurde auch
sein schönes Talent für die Musik geför»
dert und seine eigene Mutter, eine ausge«
zeichnete Pianistin, Kcnnerin und Freun»
din classischer Musik, war siine erste Leh>
rerin. Was seinen Beruf im Staatsdienste
betrifft, so trat er nach beendeten juridi»
schen Studien 18l)1 bei der geheimen
Hof» und Staatskanzlei ein und wurde
allmälig k. k. Staatskanzleirath. I n
seinem amtlichen Berufe wurde er öfter
der Begleiter des FĂĽrsten Metternich',
so befand er sich in dessen Gefolge, als
der FĂĽrst sich im Jahre 4813 nach Paris
begab; ferner begleitete er den FĂĽrsten
im Juni 1847 nacl> Italien und im
October d. I . nach Steiermark; auch
war er in seiner amtlichen Laufbahn
von RuĂźland und Sicilim mit Orden
ausgezeichnet worden. Sein eigentliches
Lcbenselement war aber und blieb bis
an seinen frĂĽhen Tod die Musik. Sehr
frĂĽh componirte er, und kleine Cantaten,
die er in der ersten Jugend bereits er»
fand, berechtigten zu schönen Erwartun«
gen. Er nahm, älter geworden, bei Al>
brechtsberger Unterricht im General»
baffe, dann in der Kompositionslehre und
widmete später alle Muße, die ihm sein
Beruf lieh und leider oft auch die Nächte,
seinen musikalischen Studien und Arbei»
ten. Dadurch trat eine zu frühe Er«
schöpfung seiner Lebenskräfte ein und
die Empfindlichkeit seiner Nerven steigerte
sich derart, daß die sanften Töne seines
Claviers für ihn zum unerträglichen
Geräusche wurden. Endlich erlag er auch
in der Kraft des schönsten Mannesalters seinen Leiden. Seine Compositionen sind:
si Ml'nsnT-ö" s?alis 1814, Iss.
, diese Präludien und Fugen, mit
denen sich K., wie er oft bei Lebzeiten
sagte, ein Denkmal setzen wollte, sind
Sr. kais. Hoheit dem Erzherzoge Ru«
dolph gewidmet; — Zwölf Exercitien
in Form schottischer Tänze; — Sieben
Clavier-Sonciten; — Fünfzehn Partien
Variationen, theils mit, theils ohne Be«
gleitung-, — Drei große Capricen für
das Clavier; — Vierzig deutsche Tänze;
— Achtzehn schottische Tänze; —
Eine große Sonate für vier Hände; —
Ein Marsch für vier Hände; — Drei
VioliN'Ouartette; — Hymne: „Gattes
Allmacht ulltl Güte"; — Zweite Hymne:
„Gatt meine Aussicht", diese wie die frü-
here für vier Singstimmen mit Böglei-
tung des Pianoforte; — Dritte Hymne:
„Mb Gottes im Frühling", für sechs Sing'
stimmen mit Begleitung des Pianoforte
(Wien, bei Steiner); — Aierundzwanzig
Gesänge für vier Mannsstimmen; — Lied
an die Freude von Schiller, mit Chor; —
Neiterlied aus Schiller's Wallenstein mit
Chor; — Die Trösterin, vierstimmiger
Gesang; — Trinklied vor der Schlacht,
von Körner, mit Chor; — Zweiund«
neunzig Lieder, theils fĂĽr Discant,
theils fĂĽr BaĂźstimme, mit Begleitung
des Pianoforte. Diese Kompositionen
sind meist in Wien, einige aber auch
auswärts aufgelegt. I n seinem Nachlasse
befanden sich und wurden von seiner
Familie aufbewahrt: Phantasie und Polo«
naise fĂĽr's Pianoforte mit Begleitung
des ganzen Orchesters; — Der Wände,
rer, Chor für vier Singstimmen mit Be«
gleitung des Pianoforte; — Erster Chor
aus dem Oratorium: Das Gebet des
Herrn, fĂĽr vier Stimmen, mit Begleitung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Kosarek-Lagkner, Volume 13
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Kosarek-Lagkner
- Volume
- 13
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1865
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 546
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon