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Lachenbauer 460
Bestimmung einer Vorstadtpfarre erhielt,
wurde 3. von Kaiser Joseph zum Pfar«
rer an derselben ernannt. Abernichl langc
blieb 3. in diesem Amte. Bei der zu
Ende desselben Jahres erfolgten Errich-
tung von k. k. Generalsemmarien in allen
Erbländern wmdc 3. von Kaiser I o>
seph zum Rector des k. k. Generalsemi-
uars in Wien ernannt. Drei Jahre wirkte
er auf diesem Posten, worauf ihn der
Kaiser am 1i. November 1786 zum Bi-
schoj von Brunn erhob, welche Ernennung
am 22. April 1787 päpstlicher SeitS
bestätigt wurde. Zwölf Jahre bekleidete
3. diese hohe Kirchenwürde, bis ihn der
Tod im Alter von 38 Jahren seiner
Diöcese entriß. 3. zählte zu den würde-
vollsten Vertretern des hohen Amtes, das
er bekleidete; daß sein Lebensweg nicht
mit Rosen gebettet war, darin stimmen
seine Biographen überein und bemerken:
„Von der Güte seiner Sache und der
Redlichkeit seiner Absicht überzeugt, ging
er beherzt seinen Weg vorwärts. Durch
seinen unerschütterlichen Muth. durch aus-
harrende Sündhaftigkeit, durch die Klug-
heit und Mäßigung, welche er stets damit
zu verbinden wußte, trug er größtentheils
den Skg über Bosheit und Cabale da»
von, entlarvte List und Heuchelei und
erreichte die schönsten seiner Zwecke". 3.
war der würdige Priester, der den Stand,
dem er angehörte, nach zwei Seiten hin
verherrlichte, nämlich durch das, was er
darin wirkte, und durch das, was er darin
litt. 3.'s priesterliche Thätigkeit siel zu
ihrem größeren Theile in die Iosephi«
nische Periode und hatte er selbst nicht
unwesentlich Theil an der Ausführung
der kirchlichen Reformen dieses Monar-
chen, der ihn auch zu seinem wirklichen
geheimen Rathe erhoben hatte.
Kunitsch (Michael), Biographien merkwürdi»
ger Männer der österreichischen Monarchie Lachner
1803 , Gebr. Tanz er, kl. s".) S. l09
-bis 525. — Meg erle von Mühl fe ld (Ioh.
Georg) , Memorabilien des österreichischen
Kaiserstaates u. s. w. (Wien 1823, I . P. Sob
linger, 8«.) S. 294. — Neuigkeiten (Bmn-
ner politisches Blatt. Fol.) l358, Nr. 119. —
O esterreich ische Bied ermanns» Chro-
nik. Ein Gegenstück zum Fantasien» und
Prediger-Almanach (Freiheitsburg sAkademie
in Linz) 1785, kl. 8".) I. (und einziger) Theil,
S. 127. — Oesterreichische National»
Encyklopädie, herausgegeben von G rÄ f-
fer und Czikann (Wien 183!;, 8".) Bd. I I I ,
S. 225.
Lllchner, Franz (Tonsetzer, geb.
zu Rain in Schwaben 2. April 1804).
Eine nahezu zehnjährige Wirksamkeit
3 ach ner's in Wien, damals noch mit
gutem Fug und Recht das „musikalische"
genannt, räumt ihm um so mehr eine Stelle
in diesem Werke ein, als sein Name in
einer Geschichte der Musik in Wien nicht
übergangen werden dürfte. Der Sohn
eines Organisten, erhielt er den ersten Un<
terricht in der Musik von seinem Vater.
Zwölf Jahre alt, kam er auf das Gymna«
sium zu Neuburg an der Donau, wo er
seine musikalischen Studien fortsetzte, bis
er sich im Jahre 4822 nach München be>
gab. I n Neuburg war Eisenhofer,
in München Ett sein Lehrmeister in der
Compositionslehre. Seine Fortschritte
in der Musik bewogen ihn. die Studien
aufzugeben und sich fortan ausschließlich
der Musik zu widmen. Damals war Wien
der Centralpunct deutscher Musik. Nach
Wien war auch ^Lachner's Sehnsucht
gerichtet. Um dieses Ziel zu erreichen,
hatte er seine seit Jahren und unter Ent-
behrungen mannigfacher Art angekaufte,
auö classischen Werken bestehende musika«
lische Bibliothek verkauft und der Erlös
dieses kostbaren Opfers war sein Reise«
geld. Ohne Freunde, ohne Empfehlung,
nur seinem Muthe und seinem Talente
vertrauend, kam er im Jahre 1824 nach
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Kosarek-Lagkner, Volume 13
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Kosarek-Lagkner
- Volume
- 13
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1865
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 546
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon