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Lachner 462 Lachner
Behagen geschaffenen Werke liebliche,
anmuthige musikalische Bilder, um ihrer
selbst, um der Musik willen da, die über«
dieĂź durch ihre meisterhafte Form und
ihre solide, aber auch moderne Orchester-
tcchin'k den KĂĽnstler von Geschmack und
gediegener musikalischer Bildung beurkun»
den.— Auch zwei Brüder Lachner's,
zur Kaiserstadt gleichfalls in einiger Be-
ziehung, verdienen hier eine Erwähnung.
Der eine, Ignaz (geb. zu Rain 41. Sep-
tember 1807), der auch Talent fĂĽr die
Musik zeigte, folgte einer Einladung
seines Bruders Franz nach Wien. wo
ihm dieser Unterricht, im Generalbasse
und in der Composition ertheilte und
überhaupt für seine musikalische Ausbil»
dĂĽng sorgte. Nachdem Franz Capell-
meister des Hof'Operntheaters geworden,
erhielt sein Bruder Ignaz dcjsen Orga»
nistenstelle an der reformirten Kirche in
Wien. Bald darauf wurde er Orchester»
Mitglied amHof-Opemthcater und 1830
Vicecapellmcister. Im Jahre 1831 folgte
ereinemRufe als Hof<Mufikdirector nach
Stuttgart, von dort ging er in einigen
Jahren nach MĂĽnchen, von MĂĽnchen
nach Hamburg, 1837 nach Stockholm
und 1861 nach Frankfurt a. M., wo er
sich noch befindet. Auch er hat Sympho^
nien, OuvertĂĽren, Streichquartette, Con-
certpiecen fĂĽr verschiedene Instrumente,
viele Lieder, die Singspiele und Opern:
„Nie Argtnbrüder"; — „Ner GeiSterthnrm" ',
— „'s lchte Fen5terln" und „Nrri Ichrl'n
nllch'm Ichtcn FenZtrrln", zwei Alpenscenen;
— „Nie beiden Freier" , Gebirgsscene; —
„NerIn-Schraa", landliches Charakterbild;
— „Nlelfq, die Fee am Khein" componirt.
— Des Franz zweiter Bruder Dinccnz
(geb. zu Rain 19. Juli 4811), der sich
zwar zum Schulmann gebildet hatte und
schon Hofmeister bei einer gräflichen Fa-
milie in PreuĂźisch-Schlesien war, besaĂź gleichfalls ein nettes musikalisches Talent,
dessen Ausbildung er sich ziemlich spät an«
gelegen sein lieĂź, und erhielt, als sein Bru-
der Ignaz dem Rufe nach Stuttgart
folgte, dessen Stelle an der reformirten
Kirche und am kais. Hof-Overntheater in
Wien, und als sein Bruder Franz von
Mannheim nach MĂĽnchen ging, wurde er
dessen Nachfolger in Mannheim. Gleich
seinen BrĂĽdern hat auch Vincenz steiĂźig
und vornehmlich Lieder, Streichquartette,
Symphonien, OuvertĂĽren u< dgl. m.
componirt. Jedoch an kĂĽnstlerischer Be-
deutung und Ruf überragt beide letzt»
genannten Franz 3.. der MĂĽnchener
General.Musikdirector.
Pietznigg (Franz), Mittheilungen aus Wien
(Wien. 8".) Jahrg. 1833. Heft 4, S. lOI:
„Lachner's letzte Symphonie sammt einem
kurzen Ueberblicke seines Lebens", von I . N.
Hofzinser; — dieselben, Jahrg. 1834, Heft 2,
S. 197 ^daselbst wird sein Geburtsort „Krain,
ein Städtchen in Bayern" — statt Rain (Rein)
— scin Lehrer in der Composition Eichen«
hofer — statt Eisen hofer — genannt). —
Neue freie Presse (Wien, Fol.) 1864,
Nr. 92, im Feuilleton. — Morgendla l t
zur Bayerischen Zeitung (München, 4«.) Jahrg.
1863. Nr. 104 u. 10^.- „Aus Franz Lachner's
Leben" ^Beschreibung einer reizenden Compo«
sition deö Malers Moriz Schwind, deren
Gegenstand das reichbewegte Leben seines
Freundes Lachner bildet^. — Oesterrei-
chische Zeitung (Wi.'n. Fol.) Jahrg. 1857,
Nr. 123: „Aus der Lebensgeschichte eines
deutschen Musikers" vielfach nachgedruckt,
als: im Frankfurter Konver sati onĂĽ,
blatt 1537. Nr. 72; — in der Didaska«
lia 18^7, Nr. 72; — in Bäuerle's Thea«
ter«Zeitung 1867. Nr. 63). — Schi l l ing
(G. Dr.), Das musikalische Europa (Speyer
1842. F. C. Neidhard. gr. ü°.> S. 203 u, f, —
Heindl (Ioh. Bapt. vr.), Gallerte berĂĽlnn'
ier Pädagogen, verdienter Schulmänner, Ju-
gend» und Volksschriftsteller und Componisten
aus der Gegenwart, in Biographien und bio-
graphischen Skizzen (MĂĽnchen 1839, Finster-
lin. s°.) Bo. I , S. 829. — Brockhauö'
Conversations'Lerikon. 10. Auflage, Bd. IX,
S. 304, — Männer der Zeit. Biographi»
sches Lexikon der Gegenwart (Leipzig 1800,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Kosarek-Lagkner, Volume 13
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Kosarek-Lagkner
- Volume
- 13
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1865
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 546
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon