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Laube 202 Laube
Theilen bereits erschienen, das dritte
Buch, „Bernhard von Weimar", in drei
Theilen, wird das Ganze schließen.
Wenn man das genaue Studium der
Oertlichkeiten, die Charakteristik der
merkwürdigen, mit einer seltenen Lebens
Wahrheit modellirten, durchwegs histori
fcben Gestalten, das mit künstlerischer
Hand aufgetragene Colorit der Zeit, die
lichtvolle Darstellung der politischen,
militärischen und religiösen Parteien
aufmerksam würdigt, so muß man zu der
Ueberzeugung gelangen, daß Laube
mit diesem Werke nicht eben ein geist»
volles Werk mehr zur Unterhaltung
liefern, als vielmehr zu seiner eigenen
künstlerischen Befriedigung ein großes
historisches Gemälde, das den Charakter
einer unheilvollen Periode in seiner Ge>
sammtheir wie in den einzelnen Tragern
derselben mit gewissenhafter Treue ab»
spiegelt, vollenden wollte und daß das«
selbe nicht etwa dem glücklichen Einfall
eines honorarlüsternen Schriftstellers,
der eben Zeit zu schreiben hat, zu danken,
sondern vielmehr die köstlich gereifte
Frucht ist der eindringlichen Studien in
den schönsten Jahren eines Mannes, der,
unter welcher Fahne er dienen mochte,
auf dieselbe immer seine Devise „Fort-
schritt" aufgeschrieben hat. Wie bereits
an einer Stelle dieser Lebensskizze bemerkt
worden, ist Laube seit 1836 mit der
Witwe des^ Leipziger Professors Hänel
verheirathet, mit welcher er am 10. No-
vember 4861 die silberne Hochzeit gefeiert
und an diesem Tage von Nah und
Fern vielfache Beweise inniger Theil»
nähme erhalten hat. Aus dieser Ehe
stammte ein Sohn Hans 3. Dieser seit
den Knabenjahren Wien angehörend,
war in der gebildeten Welt Wiens wohl-
bekannt und als eine durch und durch
tüchtige und liebenswürdige Persönlich. keit geschätzt. Nach vortrefflich beendeten
Studien unterzog er sich bereits den stren-
gen Prüfungen zur Erlangung der juridi»
schen Doctorwürde, als ihn nach länge-
ren Leiden im Alter von erst 23 Jahren
der Tod (März 1863) dahinraffte. Es
war wohl dieß der härteste Schlag, der
das Herz Laube's und seiner Gattin im
Leben getroffen. — Letztere, Iduna (ge>
borene Budeus), eine der geistreichsten
und gebildetsten Frauen der Residenz, ist
auch als Vorsteherin eines, humanistische
Zwecke zum Frommen der Kinder ärmerer
Volksclassen fördernden Frauenvereins,
in segensvoller Weise seit Jahren thätig.
Weiter unten in den Quellen folgen
nach Laube's Schriften und Angabe der
von ihm vorhandenen Bildnisse jene
wichtigeren Momente seines literarischen
Wirkens, welche in der deutschen Litera-
tur Veranlassung po/emischer Invectiven
wurden, an welche sich zur Würdigung
und zum Verständniß dieses originellen
Charakters die Charakteristiken verschie«
dmer Literarhistoriker und Biographen
Laub e'S anschließen.
I. Faubc's im Drucke erschiene neu Schriften.
„Das neue Jahrhundert", 1. Band. Auch unter
dem Titel: „Polen" (Fürth 1833, Korn. ti".)
2. Band. Auch unter dem Titel: „Politische
Briefe" (Leipzig 1633. Iiterar. Museum. 8".).
— „Das junge Europa. Novelle", 2 Bände
(Leipzig 1833 Hoss in Mannheim), ar. 12".),
erschien im Iahrc 1834 unter dem veränderten
Titel: „Die Poeten. Novelle". — „Neiseno-
vellen" (zuerst erschienen nur 6 Bände und
darunter der 3. u. 6. (letzte) Band als „Neue
Neisenoüellen" (Leipzig 1834—1837 sHoff in
Mannheim), gr. 12«.); die zweite Auflage
erschien unter dem Gesanmittitel.- „Novellen",
1U Bde. (Mannheim 1847 u. l848. Hoff j^etzt
Zürch, Siegfried), der 1. bis 9. Band unter
dem Titel: Reisenovellen; der ti). Band unter
dem Titel: „Paris 1847". — „Liebesbriefe.
Novelle" (Leipzig 1833 sHoss in Mannheim)
8".). — „Moderne Charakteristiken", 2 Bde.
(Mannheim 1833 ^Hoff). 8".). — „Die Schau«
spielerin. Novelle" (Mannheim 1836, Hoff,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Volume 14
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Laicharding-Lenzi
- Volume
- 14
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1865
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 550
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon