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Lauer 217 Lauer
(29. October 1795) und bei der darauf
folgenden Belagerung dieses Platzes her«
vor. Vom 14. November, an welchem
Tage die Laufgräben eröffnet wurden,
bis zur Einnahme Mannheims, stand er
ungeachtet einer erhaltenen Wunde seinem
Vater mit wahrer Todesverachtung und
unermüdeter Thätigkeit bei den, unter
dem steten Feuer des Feindes auszufüh«
renden, auf den Fall des Platzes berech«
neten Arbeiten ununterbrochen zur Seite.
Und als er dieses Mal mit der Nachricht
von der Kapitulation Mannheims nach
Wien an den kais. Hof entsendet wurde,
kehrte er, am 27. November d. I . für
sein ausgezeichnetes Verhalten mit dem
Ritterkreuze des Maria Therefien«Ordens
gesch'lückt, zur Armee zurück. Im Sep-
tember 1800 wurde 3. zum Major im
Generalstabe befördert. Nach dem 3une>
viller Frieden kehrte L. in das Ingenieur«
corps zurück und wurde im Feldzuge des
Jahres 1803 zur Ausführung mehrerer
Verschanzungen verwendet. Im Jahre
18b7 rückte er zum Oberstlieutenant,
1809 zum Obersten, im Februar 1814
zum Geneial.Major vor. I n der Zwi»
fchenzeit war er1806Fortifications-3ocal.
director zu Königgräh, 1811 zu Ofen.
1813 zu TemeSvär. Als General-Major
erhielt er eine Brigade in Italien und
wurde bei Eröffnung der Operationen
gegen M u r a t mit der Vertheidigung der
Citadelle von Ferrara — 6. bis 13. April
1813 — beauftragt, welchen Auftrag er
gegen 50.000 Neapolitaner glänzend aus«
führte, dann mit einer Brigade im Corps
des Feld marsch all« 3ieutenants Grafen
Neipperg eingetheilt, und nach Mu«
rat's Niederlage bei Tolentino (2. Mai)
mit dem Commando über das Belage«
rungs» und Blockadecorps von Gaeta be>
traut, welches sich nach Mu r at 's Fall noch
lange auf daS hartnäckigste vertheidigte und bis zum 5. August hielt. Mit dem
Falle dieses Platzes wqr ganz Neapel
für seinen rechtmäßigen König gewonnen;
General.Major 3 au er aber wurde für
seine damals bewiesene Umficht mit dem
Commandeurkreuze des 3eopold'OrdenS
ausgezeichnet. I m Jahre 1826 wurde er
zum Feldmarschall«3ieutenant, 1831 zum
Festungscommandanten von Königgrätz,
im folgenden Jahre zu jenem von Olmütz
und im Jahre 1841 zum geheimen Rathe
ernannt. Nachdem er 16 Jahre lang
Festungscommandant von Olmütz und
dort eine von Alt und Jung seiner
3iebenswürdigkeit und Güte wegen
verehrte Persönlichkeit gewesen, trat er
nach 60jähriger Dienstleistung im Mai
1847 in den Ruhestand, bei welcher
Gelegenheit er zum Feldzeugmeister
ernannt wurde. Auch wurde er im
Jahre 1830 zweiter Inhaber des im
nämlichen Jahre an Se. kais. Hoheit den
Erzherzog Albrecht verliehenen Infan»
terie-Regiments Nr. 44. Kein volles Jahr
genoß 3. den Ruhestand, wenige Wochen
vor Anbruch der Märztage starb er als
nahezu achtzigjähriger Greis. Lauer war
nicht nur ein tapferer, sondern auch ein
gebildeter Soldat. Eine von ihm verfaßte
ausführliche Schilderung der Belagerung
von Gaeta befindet sich im Jahrg. 1823
der von Schels redigirten militärischen
Zeitschrift. Ueber die Nachkommenschaft
Lauer'S und den heutigen Familienstand
siehe das Nähere in den Quellen bei
Franz Freiherr von 3auer >^
Moravia (Brünner Unterhaltungsblatt, 4<>.)
Jahrg. 184l, Nr. 40; Jahrg. 1645, Nr. 146.
— Meyer (I.). Das große Conversations»
Lexikon für die gebildeten Stände (Hildburghau,
sen, Bibliogr. Institut, gr. 8°.) Bd. XIX,
Abthlg. 1, S. 1155.— Hirtenfeld (I.), Der
Militär-Maria Therefien» Orden und seine
Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei. 4«.)
S. 436 u. 1738.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Volume 14
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Laicharding-Lenzi
- Volume
- 14
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1865
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 550
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon