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Laurencin 223 Lauriano
I n diese Zeit, 1837-1839, fällt auch der
wiederholte Aufenthalt Spohr'sin Prag
und Karlsbad, und 3., der von frĂĽhester
Jugend an Allem was Spohr schrieb,
mit Schwärmerei hing und einen großen
Theil der Werke des Meisters auswendig
wuĂźte, fand Wege. bei Spohr. der fĂĽr
die musikliebende Jugend ĂĽberhaupt leicht
zugänglich war, vorzukommen und sich
seines näheren für Ianrencin's spätere
musikalische RichtMg einfluĂźreichen Um
ganges zu erfreuen. I n Prag lernte 3.
auch den Universitäts« Professor Anton
MĂĽl le r kennen, der zu jener Zeit die
musikalische Kritik in der Unterhaltungs-
Zeitschrift Bohemia besorgte. Im Ver-
kehr mit MĂĽ l le r gelangte 3. auf das
schriftstellerische Gebiet, da er manchmal
denselben als musikalischer BeriMerstatter
in der „Bohemia" vertrat. Nach erlang
ter philosophischer DoctorwĂĽrde kehrte 3.
nach Brunn zurĂĽck, und in seinem Vor
yaben, sich einem 3ehramte aus dem Ge<
biete der philosophischen Facultatsstudien
zu widmen, schrieb er mehrere Concurse
aus der Aesthetik. Geschichte, Philosophie
und deutschen Literatur. Der erwartete
Erfolg blieb jedoch auS, und nachdem 3.
keine 3ehrkanzel. wie er sie anstrebte, er«
hielt, begann er das Studium der Rechte,
dem er theils zu OlmĂĽtz, theils zu Wien
oblag, und trat nach defsen Vollendung,
l847, in den Staatsdienst, in welchem er
aber nur bis zum 1.1852 verblieb, indem
er im genannten Jahre seine Stelle aufgab
und seither ausschließlich literarisch«kunst-
wissenschaftlichenBestrebungen lebt. AuĂźer
für die schon erwähnte Bohemia schrieb
3. nunmehr für die Wiener Mufikblätter,
u. z. von 4841—1849 für U. Schmid t's
Musikzeitung unter dem Pseudonym
Phi lokaleS, später für 3. A. Zell-
ner'S Blätter für Musik und für die von
dem FĂĽrsten Czartoryski begrĂĽndeten und vornehmlich die Interessen der Musik
und des Theaters, in neuester Zeit aber
auch jene der zeichnenden KĂĽnste in's
Auge fassenden „Recensionen". Seit 1338
ist 3. ständig und regelmäßig an der 3eip«
ziger neuen Zeitschrift fĂĽr Musik behelligt,
in welcher seine Aufsätze mit einem grie-
chischen ^ bezeichnet sind. Auch hat Graf
3. selbstftändig mehrere musikalisch'theore-
tische Schriften herausgegeben, u. z.: „Knr
Geschichte der Kirchenmusik bei den Italienern
und Deutschen. Gine Abhandlung" (3eipzig
1836, gr. 8".); — „Nu5 Paradies und die
Peri. Zichinng ans „Ualla Naalch" ulln Gh.
Maare. Ja Musik gescht um'Aab. Zchu-
mann. Orliintert" (3eipzig 1839, Matches.
4".); — „Dr. Gd. Hllil5lick'Z Vehre uam
Mn5ik,llli5ch-Zchäileii. Gine Abwehr" (3eipzig
1839, gr. 16".), worin Graf 3. die von
Dr. Hanslick aufgestellte Ansicht: der
einzige Inhalt der Musik seien „tönend
bewegteFormen", zu widerlegen sucht; —
„Hie Harmonik der NenM erläutert. Gekrönte
Prei55chritt" (3eipzig 1861, 8".). Graf
3aurencin lebt in Wien.
Wiener allgemeine Musi k«Z eitung.
herausg. von Aug. Schmidt, VI. Jahrg.
(1846), Nr. 149, in den „Erinnerungen an
Wien", von Theodor Hagen. — Deutsche
Musik «Zeitung, herausg. von Selmar
Bagge (Wien, 4°.) Jahrg. t8Lt>. Nr. 7, S. 53.
- Presse (Wiener polit. Blatt, Fol.) 1860.
Hr. 24, im Feuilleton. — Schuberth (Iu<
lius), Musikalisches Handbuch. Eine Encyklo.
pädie für Tonkünstler und Musikfreunde (Leip»
zig und New'Yorl, kl. 8<>.) FĂĽnfte oerb. Aufl.
S. l38.
Laurent, Jean. Pseudonym fĂĽr lllle-
pirsch, siehe: UlleMch.
Lllunano, August TriboniuS (gelehr«
ter Rumune, geb. um daS Jahr 1815
in SiebenbĂĽrgen). Machte seine Studien
in Wien und wurde dann Professor der
PhilGophie in Bukarest. Im Jahre 1848
aber verlieĂź er sein 3ehramt und begab
ich nach SiebenbĂĽrgen, wo er sich an
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Volume 14
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Laicharding-Lenzi
- Volume
- 14
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1865
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 550
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon