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Lavos 230 Lavos
Dichter und Uebersetzer und von seinen
Arbeiten wurden durch den Druck be-
kannt: „Fs eo^tsmp^ sA,/", eine Ab»
Handlung; — „Hansssn^<xvsoaH«'a/a",
eine Dichtung, und eine Uebersetzung des
Homerischen FroschmausekriegeS:' „Za-
^a6o»«omae^'H") in tsrsa rima^ welche
so vortrefflich ist. daĂź sie von Rub bi in
den von ihm herausgegebenen „I>HiiiHS8<)
äs' xosti eiagsioi äi oAni HÄ^iono" auf»
genommen wurde.
äolia rspud-
»uni (Vens^ilc 1857, 8".) ^pVSQäios z». 34.
Lavos, Joseph Ma le r , geb. zu
Wien im Jahre 1807. gest. ebenda zu
Anfang November deS Jahres 4848).
Er besuchte die Akademie der bildenden
KĂĽnste in Wien, wo Professor Gsel-
h ofer M . V, S. 403^>. der dort nach
Maurer's Abgang das Elementar»
zeichnen lehrte, einigen EinfluĂź auf den
talentvollen JĂĽngling und auch auf
seinen Bruder Kar l ssiehe den Folgen«
deiH ĂĽbte. Ohne sonstige Bildung, wie
die Mehrzahl der Maler in Wien damals
und auch noch heute, betrieb er seine
Kunst, da er Talent b-esaĂź, mit einigem
Erfolge, und da er von seiner Einnahme,
die ĂĽbrigens nie zu groĂź war, auch noch
seine armen Eltern ernährte, so lastete
die Hand der Sorge schwer auf ihm und
ĂĽbte auf die der freien ungehemmten
Entfaltung bedĂĽrftige KĂĽnstlerseele einen
äußerst hemmenden Einfluß. Schon im
Jahre 1828 hatte er in der Ausstellung
der Akademie der bildenden KĂĽnste
mehrere Arbeiten, Aquarelle und Oel*
bilder ausgestellt und seit dieser Zeit
— jedoch nicht regelmäßig — begegnete
man in Ausstellungen seinen Werken.
Unbeachtet lebte und malte er historische
Bilder, des Erwerbes wegen Porträte und
manches Andere auf Bestellung, mit Vor» liebe aber Madonnen. I m I . 1848 war
er in der akademischen Legion, Niemand
beachtete ihn naher, er ging still vor sich
hin seine Wege, denn er war wahnsinnig.
Nach d«em Einmarsch der kaiserlichen Trup.
pen in Wien stĂĽrzte er sich in den ersten
Novembertagen in einem Anfalle von
Wahnsinn aus dem dritten Stocke seiner
in der Iagerzeile gelegenen Wohnung auf
die StraĂźe und war todt. Von seinen
Bildern waren ausgestellt in der Aka-
demie der bildenden KĂĽnste bei St. Anna,
imIahre 1828: mehrere Porträte, Aqua»
relle und Oelbilder. darunter sein eigenes
in Oel; — im Jahre 1834: „Gin Knabe
mit Kaninchen"; — „Oin Mädchen mt Wein-
tranken"; — imIahre 1835: „Gine betende
alte Frau", und in beiden Ausstellungen
auch mehrere Porträte; — im Jahre
1836: „Gin arme« 3Veib uur rinem Grabmale
an der Ft. Stevhanskirche in Wien"; — „Gin
ermüdeter Knabe"; — im Jahre 1840: „An-
gebrannte"; — „Has Hchakermädchen"; — im
Jahre 1842: „Ner Nebegbriet"; — im
Jahre 1843: „Ungarischer Kr'ämerjnnge",
und im genannten Jahre befanden sich
in seinem Atelier der Vollendung nahe:
„Nie Mutter der Gracchen"; — „Venedig",
ein allegorisches Bild; — im Jahre
1845: „Gleichen am Spinnrocken"; — im
Jahre 1847: „Madanna mit dem Kinde; —
„Zechende Ornaten« (140 fl.); — „Na«
Mllnenfeöt bei der Male der tausendjährigen
llapelle zu Hentgch-Menbury" (350 st.); —
im Belvedere befindet sich von ihm in
der Abtheilung der modernen Schule:
«Gin kleiner Nnabe", Halbsigur, 1826
gemalt; — im Besitze von Privaten:
Manfred, den GeiZt beschmärend* (nach
Byron) ; — „Nie Jungfrau nan chrleanz";
— „Hie VeiHZagung", nach dem gleich»
namigen Gedichte 3. A. Frankl's (ein
Astrolog am Hofe Friedrich's verkün»
det dem Pagen Rudolph von Habs«
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Volume 14
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Laicharding-Lenzi
- Volume
- 14
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1865
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 550
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon