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er sich mit seinen Sprachkenntniffen und
begann Sprachunterricht aus der deut»
schen und französischen Sprache zu erthei»
len. Im I . 4882 wurde er aber wieder
zum Pfarrer in Mezö.Peterd ernannt. 3.
ist ein fleiĂźiger Mitarbeiter der kirchlichen
Zeitschrift Rsiissio, der einer belehrenden
Unterhaltung gewidmeten O»1ä.äi 1^-
pok, d. i. Familienblätter, und des Xa-
-tkolikus Nä.ptar, d. i. Katholischer
Kalender. Die geistliche Dichtung der
ungarischen Literatur zählt ihn zu ihren
wĂĽrdigsten, begabtesten Vertretern, und
das Journal ^la^ar ä^'ta, d. i. Unga«
rische Presse, fand sich veranlaßt. Läzär
m Nr.97 des Jahrg. 4836, in welchen es
zum ersten Male ein Gedicht von 3. ver«
öffentlichte, mit einigen einleitenden Wor«
ten den Lesern des Blattes vorzustellen,
und, indem eS die Bedeutendheit der geist«
lichen Dichtung ĂĽberhaupt darthat, ihn
als einen der begabtesten Poeten dieser
Gattung, der mit Innigkeit und Schwung
die fick gestellte Aufgabe löse, zu bezeich-
nen. Eine Sammlung seiner Gedichte
ist unter dem Titel: „ ,^tisa?- M'U<56 va?-
HöNsmFwT/sl'") d. i. Des Nikolaus
religiöse Gedichte (Pesth 4837,
8".), erschienen. Einen philosophisch-theo«
logischen Aufsatz L.'s brachte aber die
Monatschrift Tsist Nsx>6, d. i. Das
Volk des Orients, unter dem Titel:
ö^H, d. i. Jesus
wirklich der Erlöser der Welt. AlS geist.
licher Liederdichter reiht sich 3. seinen
Vorgangern David Ford es, Aaron
Kis. Joseph Nagy. Anton Nyul assy.
Johann Paknöczy, Wilhelm Sürko,
Stephan Szab6undIohann Talab är
wĂĽrdig an, wenn er nicht gar mehrere
derselben in Innigkeit der Gedanken und
Schwung der Sprache noch ĂĽbertrifft.
oisöt ^ötst, d. i. Ungarische Schriftsteller. Samm«
lung von Lebensbeschreibungen. Zweiter, den
ersten ergänzender Band (Pesth 1838 Gyu«
rian, 8«.) S. 173. — Es sind noch andere
Personen des Namens Läzär bemerkens«
werth, und zwar: 1. Wenzel Läzär (aus
Pilsen gebĂĽrtig), der im 18. Jahrhunderte
lebte, und durch seine schönen Arbeiten m
Alabaster, die er für das gräflich Wrtby'sche
Haus geliefert, sich bemerkbar gemacht hat.
Auch befinden sich zu Lukawecz, einer dem
Grafen von Morz in gehörigen Herrschaft
„prachtvolle Statuen", wie Dlabacz berich«
tet. seines Meisels. Nagler's „Künstler.Leri.
kon". Bd. VI I , S. 361, gedenkt eines Io<
hann Georg Lazer, Bildhauers von Pil»
sen, unter dem niemand Anderer, als der
obige, zu verstehen ist. Nagler's Artikel ist
ganz irrig; erstens heiĂźt er nicht Lazer
sondern Ll izär; zweitens nicht Johann
Georg, sondern Wenzel; denn ein Io»
hann Georg Lnzär war nicht Bildhauer,
sondern MuficuS und Chorregens an der
Pfarrkirche zum h. Geist in Prag, als welcher
er am 19. Jänner 170? starb. ^Dlabacz
(Gottfr. Ioh.), Allgemeines historisches Kunst»
ler<Lerikon für Böhmen und zum Theile auch
für Mähren und Schlesien (Prag 1815, Gott»
lieb Hanse. kl. 4".) Bd. I I , Sp. 187.) -
2. Wi lhelm Läzär (geb. zu Groß.Vecskerek
im Banate im Jahre 1813, erschossen zu
Arad am 6. October 1849). War Ofsicier
in der k. k. Armee, hatte aber den Dienst
ohne Charakter quiitirt. I n der ungarischen
Revolution trat er in die Revolutionßarm«
und wurde in Folge seiner bei mehreren Gele»
genheiten an den Tag gelegten Umsicht und
Tapferkeit Oberstlieutenant und Divisions»
Commandant. Am 19. August 1849 streckte
der Rest des sogenannten neunten magyari-
schen Armeecorps unter ihm, aus 5000 Mann
Infanterie und Cavallerie mit 13 bespannten
GeschĂĽtzen bestehend, bei Karansebes vor den
k. k. Truppen die Waffen. Läzär theilte daS
Schicksal Dessewffy's, der am 6. October
zu Arad durch Pulver und Blei starb. Eine
Witwe und drei Kinder überlebten den un»
glĂĽcklichen Vater. ^Ievitschnigg (Heinrich
Ritter von), Kossuth und seine Bannerschaft.
Silhouetten aus dem Nachmärz in Ungarn
(Pesth 1850, Hectenast. 8<>.) Bd. I, S. 179. —
d. i. Kleines Taschen«Eon»
oersations'Lerikon (Prag 1830.12".) Theil I I ,
S. 330.)
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Volume 14
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Laicharding-Lenzi
- Volume
- 14
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1865
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 550
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon