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Lazara, siehe: De Lazzara, Johann
Md. III, S< 211^. Nachttag und Vexich.
tigung. De3azzaraist im Jahre 1744
geboren und am 11. Februar 1833 ge>
storben.
mit Porträt).
Lazari, Vincenz (Kunstforscher
und Numismat iker, geb. zu Vene
dig 16. October 1823, gest. ebenda
23. März 1864). Ein Sohn des Nata
liS L. aus dessen Ehe mit Elet ta dell'
Andrea. Die Familie selbst ist griechi
scher Abkunft, aber seit längerer Zeit in
Venedig ansässig. 3. besuchte das Col-
legio Pellessrmi und spater daS Convicis.
3yceum zu Sancta Cantarina, wo er bis
zum Jahre 1840 die Gymnasial» und
philosophischen Gegenstande beendete,
aber schon damals mit besonderer Vov
liebe historische und numismatische Stu>
dien trieb. I m letztgenannten Jahre
übersiedelte er mit den Eltern nach
Padua, wo er an der dortigen Hoch
schule die RechtSftudien horte, ohne jedoch
seine 3ieblingswifsenschaften darüber zu
vernachlässigen. Auch hatte er in Padua
daS Studium deS 3ateinS und Griechi.
fchen mit großem Eifer betrieben. Dann
trat er bei einem Advocaten in die Praxis,
während er durch einen innigen Verkehr
mit dem Philologen und Professor Giu«
seppe Fur lanet to Md. V, S. 37^>
Gelegenheit fand, seiner Neigung für
Geschichte und Alterthumskunde zu leben,
zu welch' letzterer ihm dadurch Gelegen«
heit geboten ward, daß er Furlanetto
in der ihm übertragenen Aufstellung deS
Museums von Cattajo hilfreiche Hand
leistete. Bald betrat auch 3. daS schrift.
stellerische Gebiet und feine erste in der
zu Padua erscheinenden Monatschrist gedruckte Arbeit war eine
Anzeige des von dem Conte Benedetto
Giovanel l i verfaßten Werkes über
den Ursprung der Rhätier, in welcher er
dessen Ansicht, daß die Rhätier von den
alten Etruskern abstammen, mit neuen
Beweisen aus dem Livius, Iustinus,
Dionys von Halikarnaß u. s. w. be.
kräftigte. Sie ist m der genannten Zeit«
schrift im Jahre 1844 abgedruckt. 3.
zählte damals erst 21 Jahre, aber aus
dieser Abhandlung spricht schon gründ«
liche Kenntniß der classischen Sprachen
und Literatur. Die nächste Arbeit, der
sich 3. unterzog, war das eingehende
Studium der von berühmten venetiani«
schen Reisenden und Seefahrern vorhan»
denen Reiseberichte und Schriften. Schon
Zur la, der nachmalige Cardinal, hat
diesen Gegenstand in einem bereits 1818
gedruckten Schriftchen:
kolo v sui via^ssiatori
behandelt. 3azari, nachdem er
sich mit dem Stande d?r Frage genau ver»
traut gemacht, kam zur Ueberzeugung, daß
vor allem der Tert Marco Polo's auf
seine ursprüngliche 3esart zurückgeführt
werden muffe. Zu diesem Zwecke unter«
nahm er im Herbste 1848 eine Reise nach
Bern, wo die Cantonsbibliothek einen
von den Gelehrten wohl gekannten, aber
noch nicht näher geprüften Codex Marco
Polo's-befitzt. Seine Vermuthungen, daß
er in demselben viele und nicht unwesent«
liche Varianten finden dürfte, durch welche
eS ihm möglich würde, die zahlreichen
entstellten und fehlerhaften Stellen der
früheren AuSgaben zu berichtigen, hatten
sich in der That bestätigt. Mit diesem
Ergebniß aber noch nicht zufrieden, reiste
3. auch noch nach München und prüfte
die in der dortigen kön. Hofbibliothek
aufbewahrten fünf Handschriften Marco
Polo's, welche bereits zu einer Aus«
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Volume 14
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Laicharding-Lenzi
- Volume
- 14
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1865
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 550
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon