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vffentlichte er die Schrift:
6 c^tsT-T-a/sT-ma" (Venedig. t83l) 8
mit 14 Tafeln), welche eigentlich nur als
Vorläufer einer größeren Arbeit über das
gesammte Münzwesen Venedigs dienen
sollte. Nun aber galt eS auch für den lei
digen Erwerb thatig zu sein, da diese rein
wissenschaftlichen, nur in kleinen Kreisen
gewürdigten Arbeiten kaum Etwas für
den Lebensunterhalt abwarfen. Er über.
nahm also die Fortsetzung., der Neber-
setzung von Humboldt 's „Kosmos",
welche Giulio Va l l i n i unvollendet ge-
lassen hatte, ferner bearbeitete er eine
Geographie in italienischer Sprache, als
Hilfsbuch zu dem Geschichtswerke von
<3d. Braconnier, dann ging er an die
Ausarbeitung einer Geschichte Venedigs
zum Gebrauche für die Jugend. Aber
zum Glücke für ihn und die Wiffenschaft
wurde er von diesen abmühenden Ar«
beiten um den Taglohn bald erlöst,
denn sein letztes numismatisches Werk
bahnte ihm den Weg zur Directorsftelle
im Nusoo Oorr6l, nachdem der als Poet
und Gelehrter hochverdiente Luigi Car-
rer ^Bd. I I , S. 292^. der dieselbe bisher
bekleidet hatte, in den letzten Tagen des
Monats December 1850 starb. Da Car-
rer in letzterer Zeit selbst schon sehr
leidend war, half ihm Lazari bei seinen
Arbeiten und bewährte sich als ein in
seinem Fache so tüchtiger Mann, daß er
trotz allen Kabalen seiner Mitbewerber
den Sieg davon trug und Carrer's
Nachfolger wurde. Das war nun ew
weites und dankbares Feld für L.'s
Thätigkeit. Er legte energisch Hand an,
um dieses so werthuolle und reiche
Museum in systematische Ordnung zu
bringen und seine Benützung der Wissen«
schaft zugänglich zu machen. So mannig'
faltig auch die Schäye dieses Museums sind, indem sie aus Büchern, Manu-
scripten, Münzen, den verschiedensten
Kunstobjecten in Gold, Silber. Erz und
Glas, und aus alten, oft höchst werth»
vollen Gemälden bestehen, so unterzog sich
doch 3. folgeweise der Bearbeitung aller
einzelnen Abtheilungen desselben, machte
anläßlich der Bildersammlung im Jahre
1854 eine Reise nach Florenz, wo er die
Aufstellungen in den Gallerten DsFli
ukü^ und im Palaste Pitti studirte. um
nach denselben die im Nusso (Üorrer zu
bewerkstelligen. Auch fallt in diese Zeit
die von ihm in Gemeinschaft mit P.Sel»
vatico ausgeführte Bearbeitung der
„Ou-Iäa artiLtiaa e ätoriüH äsUs. Oittä.
äi V6Q62iia") eines Handbuches, das
für Kunstsammler und Fremde, welche in
Kunstzwecken die Zagunenstadt besuchen,
wohl das einzig verläßliche sein dürste.
Die Muße aber, welche ihm die Ordnung
und Aufstellung des Museums übrig ließ,
widmete er der Fortsetzung seiner numis»
matisch'archäologisch'historischen Arbeiten.
3. wurde Mitarbeiter des ^rokivio äi
^irori26) in welchem seine Kritiken über
Rafn's Abhandlung über den 3öwen
des Arsenals in Venedig, über M in i eri
Riccio's Genealogie Karl 's von
Anjou, über Gloria's Stadt-Archiv
von Padua, Magrini 's Museum von
Vicenza, Barozzi 's herausgegebene,
auf Sansovino sich beziehende Urkunden,
über das von Corner herausgegebene
Tagebuch der Belagerung Conftantirco«
pels und mehrere andere Belege seiner
gründlichen Studien geben. Selbstständig
aber ließ er um diese Heit erscheinen die
Schrift: „Fs^a ssasa He
1856, 8".). A^ch sammelte er
um diese Zeit mit besonderein Eifer Mate«
rialien .für die von Albör i in Florenz
herausgegebenen „
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Volume 14
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Laicharding-Lenzi
- Volume
- 14
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1865
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 550
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon