Page - 281 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Volume 14
Image of the Page - 281 -
Text of the Page - 281 -
Leb^eltern 28t Leiyeltern
Der Graf, der zu den glänzenden Gestir»
nen der österreichischen Diplomatie zählt,
und von seinem Vater noch in den Tradi-
tionen der Therefianischen Periode, in
welcher die österreichische Diplomatie in
ihrem Zenith stand, gebildet war, unter-
schied sich auch dadurch von einem großen
Theile der Diplomaten der Gegenwart,
daß er selbst, mit reichem Wissen und
höherem Sinn für die Kunst ausgestattet,
Wissenschaft und Kunst und ihre Träger
zu achten und auszuzeichnen verstand.
Der Graf hatte sich im Jahre 1823 in
Rußland mit Zenaide Gräfin Laval
vermalt, aus welcher Ehe nur eine
Tochter Alex an drin e (geb. 1. Jänner
1827), vermalt (seit 11. Mai 1852) mit
dem Viconte Iean-Auguftin D6s CarS
(Witwe seit September 1860), stammt,
so
daß also diese gräfliche Linie des Hauses
Lebzeltern durch den im Jahre 1884
erfolgten Tod des ersten und einzigen
Grafen Ludwig 3. im Maunsstamme
erloschen ist.
Schlosser (F. C.), Geschichte des achtzehnten
Jahrhunderts und 6es neunzehnten bis zum
Sturze des französischen Kaiserreichs (Heidel»
berg 1846, Mohr, so.) 3. Auflage. Bd. VI I ,
S. 858, 859 (Note), 862, 968 u. il)60.
Ledzeltern, Wilhelm Freiherr von
(k. k. Feldzeugmeister, geb. zu Czer«
noWitz in der Bukowina 7. März 1787).
Der jüngste Sohn des k. k. General-Ma-
jors und Festungscommandanten Ludwig
Leopold Ritter von 3. ^S.278, Nr.8^.
Erhielt seine militärische Ausbildung in
der k. k. Ingenineur.Akademie zu Wien,
trat 1803 aus dieser als Oberlieutenant
in das Geniecorps und erhielt sofort
den Auftrag, die vom Feinde bedrohte
Festung Theresienstadt schleunigst in Ver-
theidigungsstand zu setzen. Im Jahre
1806 war er zum Behufe eines Festungs«
bauprojecteS mit der Aufnahme der Ge< gend von Enns und Mauthhausen be«
schaftigt. Im Jahre 4809 bei der Haupt-
armee eingetheilt, gerieth er bei Wiens
Kapitulation in französische Gefangen»
schaft und kehrte nach seiner AuswechS»
lung als Capirän'Lieutenant in sein
Corps nach Oesterreich zurück. Im Jahre
1812 führte er die Genie« Districtsdi-
rection im Banat; im Jahre 1814 setzte er
die strategisch wichtige Stadt Langers in
Vertheidigungssiand und wurde noch im
nämlichen Jahre wirklicher Hauptmann im
Infanterie-Regimente Mariaffy Nr. 37,
mit welchem er den Feldzug 1813 in Pie.
mont und in der Lombardie mitmachte.
Zum 10. Jäger-Bataillon übersetzt, stand
3. von 1813 bis 1818 bei der Occupa«
tionsarmee im Elsaß. Im Jahre 1821
machte er den Feldzug gegen Neapel mit
und zeichnete sich am Velino und dann
bei Antrodocco aus. Am letzteren Orte
gerieth er als Führer der Avantgarde in
einen Kampf mit Mazzaroni. dem
berüchtigten Chef einer Räuberbande, die
sich zur Fortsetzung eines Guerillakrieges
organisirt hatte und den er im Felsen-
städtchen Monticelli gefangennahm. Eine
Folge dieser Gefangennehmung war die
Auflösung dieser ganzen, für die Beoöl»
kerung so gefährlichen Bande. Von'Nea»
pel ging L. nach Dalmatien, wo er den
Postcocdon gegen Montenegro und Tür«
kisch-Albamen befehligte. Von Dalma«
tien kam 2. nach Fiume und Buccari, im
Jahre 1830 in die Lombardie, wo er im
folgenden Jahre zum Major befördert
und als Corps »Adjutant dem Feldmar«
schall-Lieutmant Grafen Wallmoden
zugewiesen wurde. Im folgenden Jahre
(1832) wurde er zum Hofstaate Sr. kais.
Hoheit des Erzherzogs Karl nach Wien
berufen, um bei der Erziehung von deffen
Söhnen, Erzherzog Albrecht, Karl
Ferdinand, Friedrich und Wil«
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Volume 14
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Laicharding-Lenzi
- Volume
- 14
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1865
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 550
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon