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Lecchi 288 Lecchi
parte's Rückkehr aus Egyptm aufhielt.
Mit Bon aparte's Heer kehrte L. in
sein Vaterland zurück. Auf diesem Zuge
hatte
sich
3. zu verschiedenen Malen durch
seine Bravour hervorgethan und wurde
in Folge dessen im September 4803 zum
Obersten der Garde-Grenadiere befördert.
3. zählte damals erst 24 Jahre. Später,
als Napoleon sich zum Könige von
Neapel gemacht, wurden diese Garde»
Grenadiere in die königliche Leibwache
umgewandelt. Nun war 3. beständig an
Napoleon's Seite, in Paris, in Deut«
land, beim Einzüge der Franzosen in
Wien und bei Aufterlitz. Am 17. Mai
1806 wurde 3. zum Brigade»General er»
nannt, als welcher er zu den Trauungs.
feierlichkeiten deS Prinzen Eugen mit
Amalia von B a y e r n in München
abgesandt wurde und nicht weniger denn
86 Ordenszeichen mitbrachte, welche ihm
der Kaiser zur Austheilung unter die
Garde allein mitgegeben hatte. Bei Be>
ginn der Feindseligkeiten im Jahre 1807
verfügte sich 3. im Auftrage nach Dalma-
tien, wo er dem Ansinnen Rußlands, sich
der dalmatischen Küste und des Landes
zu bemächtigen, begegnen sollte und in
der That auch einen am 16. Juni 1807
zwischen Spalato und Ulmifsa in Gemein»
schaft mit den Montenegrinern versuch«
ten Einfall nach hartnäckigem Kampfe
vereitelte. Im Feldzuge des Jahres 1809
stand er mit seiner Garde im Corps des
Prinzen Eugen. I n der Nacht vom
4. auf den 3. Juli führte 3. seine Garde
zur Verstärkung Napoleon's auf die
Insel Lobau. Nach dem Földzuge kehrte
3. mit derselben nach Mailand zurück.
Als Napoleon den russischen Feldzug
unternahm, befand sich auch 3. mit seiner
Garde im 4. Corps, welches nur aus
Italienern zusammengesetzt war und von
Prinz Eugen befehligt wurde. Auf die« sem Feldzuge theilte 3. mit seiner Garde
alle die denkwürdigen Wechselfälle des
Krieges, dessen grauenvolle Schrecken
stets durch neue Schriften immer mehr
aufgehellt werden. Besonders that er sich
hervor beiBorrodino, war mit ihr Augen»
zeuge des entsetzlichen Brandes von MoS«
kau und machte dann mit derselben den
fürchterlichen Rückzug durch feindliches
3and. in erstarrender Kalte, bei Mangel
aller 3ebensmittel. Auf diesem Rückzüge
fanden so viele seiner Landsleute ein frühes
Grab und legten sterbend in die Hände
ihres Generals die Ehrenzeichen, die sie
sich im Kampfe in besseren Tagen durch
ihre Tapferkeit erfochten hatten. Noch
focht 3. in den Feldzügen der folgenden
Jahre, aber es bot sich
ihm keine Gele«
genheit. sich in besonderer Weise hervor«
zuthun. 3. blieb an der Spitze seiner
Garde, bis diese gleich den übrigen italie»
Nischen Armeen aufgelöst wurde. Dann
trat 3. von seinem Posten ab, nachdem er
zwanzig Jahre in einem und demselben
Corps und immer auf französischer Seite
gestanden. Das Verdienst, die Treue
seinem selbstgewählten Herrn bis zu sei«
nem letzten Augenblicke bewahrt zu haben,
muß 3. ungeschmälert bleiben. Im Jahre
1817 wurde 3. in einen politischen Pro»
ceß verwickelt und längere Zeit zu Man-
tua in Haft gehalten. Als er aus dersel«
ben entlassen worden, zog er sich aufs
3and zurück und lebte unweit Brescia. zu-
rückgezogen von allen öffentlichen Geschäf.
ten, auf seinem Landsitze, den er sich selbst
in ein kleines Paradies umgestaltet hatte.
Sein Tod ist noch nicht bekannt gewor«
den; er müßte aber jetzt bereits im hohen
Alter von 87 Jahren stehen.
Isomaks äa1 1796—1815 (Awano 1340, Vor'
roiü 6 äootti, Ksx. s°.) x. 217—243.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Volume 14
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Laicharding-Lenzi
- Volume
- 14
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1865
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 550
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon