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Lechtter 283 Lechner
Zechner, wo nicht die Seele, so doch
einer der Hauptmotoren und Förderer
des österreichischen Buchhändlervereins,
ist von demselben seit seiner Begründung
zweimal zum Vorsitzenden gewählt wor»
den und hat somit bis zur Stunde durch
sechs Jahre diese GH renstelle bekleidet.
Oesterreichische National« Encyklopä»
die von Gräffer und Czikann (Wien183ä,
8°.) Bd. I I I , S. 378. — Noch sind einige
andere Personen des Namens Lechner bemer»
kenswerth, und zwar: 1. Christoph L. Unter
diesem Namen führt Dlabacz in seinem
„Allgemeinen historisch-biographischen Kunst-
lcr<Leriklm für Böhmen u. s. w." einen „be<
rühmten Architekten in Prag" an, der
um die Mitte deS 17. Jahrhunderts daselbst
lebte, ohne jedoch Näheres, z. B. einige Belege,
worauf seine Berühmtheit sich stützt, anzuge-
ben. — 2. Franz Lechner (geb. zu Wien
6. Februar 1712, gest. zu Brüssel im Jahre
1788), trat im Alter uou 13 Jahren in den
Orden der Gesellschaft Jesu. vollendete in
demselben seine Studien, erlangte die philo-
VII . Jahrg.) schloß plötzlich Mitte 1859 mit
den Nummern u und in. Graf Gotu«
chowski, der an die Spitze deS Staats»
Ministeriums getreten war. ließ nämlich die
Bibliothek sofort in die Keller werfen, befahl
die Einstellung der von Minister Bach an-
geordneten statistisch-literarischen Iahresbe»
richte über die geistige Bewegung in dem
Polyglotten Kaiserstaate, in dessen 23 Kron-
ländern zwölf verschiedene Sprachen und
Dialekte gesprochen werden, und auch des
„bibliographischen (»ntralorgans". Nun tra»
ten die von Lechner begründete österreichi-
sche „Buchhändler-Correspondenz" und „Der
österreichische Katalog" in'S Leben und füll
ten so zu sagen die Bresche aus, welche Nn<
wissenheit, Willkür und planmäßige Ver>
achtung jedes Wissens geschlagen. Ist auch
das bibliographische Centralorgan durch die
genannten zwei Publicationen noch immer
nicht ersetzt, so sind doch beide treffliche
Unternehmungen, welche ebenso die Inte»
reffen des österreichischen Buchhandels för<
dern, als ein Behelf sind zur Würdigung
der geistigen Bewegung im Kaiserstallte.
Dabei muß bemerkt werden, daß sich beide
jährlich wesentlich vervollkommnen und reich-
haltiger gestalten,
v. Würz dach, biogr. Lexikon. XIV. M d sophische Doctorwürde und war zu Wien
im Lehramte und als akademischer Prediger
thätig. Im Jahre 1748 wurde er zum Erzie»
her und Beichtvater der Erzherzoginen Mar ia
Anna M . V I I , S. 2«, Nr. 2t2) und
Christine (Bd. VI, S. 167. Nr. 44) ge-
wählt; im Jahre 1767 zum Beichtvater der
Erzherzogin Christine ernannt, folgte er
der Prinzessin, als sie als Statthalterin nach
Belgien ging, dahin, wo er auch im hohen
Alter von 76 Jahren starb. Außer einem latn»
Nischen Gedichte.- „Zoinnnim «uxor Visnua
nuxer inuTiita. Nariueu" (Visunks 1734.
8u.), gab er auch noch ein größeres Andachts«
werk: „Geistliche Uebungen u. s. w.", 2 Bände
(Wien 1749 u. f.. Trattnem, »".) heraus.
tiäwuao 1853. I^x. 8".) p. 205.) — 3. Franz
Xaver L. (geb. in Tirol, gest. zu Wien um
das Jahr 1850), widmete sich dem Biblia
theksdienste und wurde anfangs Juni 1818
in der Hofbibliothek angestellt, als an der
Spitze derselben der gelehrte Graf Osso-
liusky stand. Mit Lechner wurde, wie
Mosel berichtet, ein in vielfacher Beziehung
nützlicher und durch Eifer ausgezeichneter
Beamter gewonnen. L. hat durch einen allein
verfaßten „Bibel«Katalog" in zwei Bänden sich
ein Necht auf bleibende Erinnerung erworben.
Ferner hatte L. an dem Doublet«Kataloge
der Incunabeln gearbeitet und hat einen
großen Theil des Suppleun'nt-Kataloges der
Hufbibliothek, wozu er selbst den Plan ent«
worfen, vollendet. Später wurde Zechner
Director der k. k. Nniversitäts'Bibliothek in
Wien, welche unter seiner Leitung an Oro>
nung und Benützbarkeit wesentlich gewann.
Mose l (Ign. Fr. von). Geschichte der k. k.
Hofbibliothek zu Wien (Wien 1833. Fr. Beck.
8«.) S. 243. 267, 276, 281.) — 4. I .
Lechner. Unter diesem Namen führt Nag'
ler in seinem „Neuen allgemeinen Künstler«
Lexiton (Bd. VI I , S. 382) einen Kupfer«
stecher auf, der um den Anfang des laufenden
Jahrhunderts, zur Zeit als der k. k. Hofstatua»
rius Johann Ha genauer IM. VII , S. 193)
in Wien arbeitete, ebenda gelebt und mehre-
reres nach Hagenauer gestochen hat. —
5. Kaspar L. (geb. 1583. M . zu Prag
31. März 1634). war ein gelehrter Jesuit,
der Philosophie und Theologie Doctor. der
zu Ingolstadt und später zu Prag Theologie
und Philosophie vortrug und in letzterer
Stadt, nachdem er verschiedene andere Aemter
. 12. Sept. 1865.) 49
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Volume 14
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Laicharding-Lenzi
- Volume
- 14
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1865
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 550
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon