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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Volume 14
Page - 298 -
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Page - 298 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Volume 14

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Lederer 298 Lederer Gunst zu; mit deren Hilfe und der Be» rechtigung nicht gewöhnlicher Talente stieg er in verhältnißmäßig kurzer Zeit von Stufe zu Stufe. I n dem für den Kaiserstaat so verhängnißvollen Jahre 1809, als der Monarch seine Residenz, die der Feind bedrohte und besetzte, ver- lassen mußte, befand sich unter der kleinen Schaar von Auserwählten, welche den durch die Bekümmernisse um einen schwer heimgesuchten Großstaat niedergedrückten Kaiser begleiten durften und die Entbeh« rungen und Anstrengungen der Flucht mehrere Wochen hindurch in dem beschei- denen Kämmerlein eines ärmlichen Dor- fes theilten, auch Kar l Freiherr von L. Nachdem die Tage des Jammers gezählt waren und sich ein Umschwung in den Verhältnissen vorzubereiten begann, wen» dete auch der Kaiser jenen Männern sein Vertrauen zu, die mit ihm die Drang- sale getheilt und sich in seinen Augen be« währt hatten. Es galt damals nicht nur die Schäden, welche die Staatsmaschine erlitten, zu heilen, sondern vielmehr — so schwierig auch die Aufgabe sich stellte — an die Neugestaltung der Monarchie zu schreiten und an das. wichtige Werk ernstlich Hand anzulegen, ö.'s Gönner Karl Graf Zichy wurde von Kaiser Franz an die Spitze eines Central» organs gestellt, welches diese Aufgaben lösen sollte. 3., welcher mittlerweile zum Staats- und Conftrenzrathe ernannt worden war, erhielt das schwierige Ge» schäft, die von allen Seiten einlangenden Materialien zu sammeln, zu ordnen, zu prüfen und zu beurtheilen. Die bren- nendste Wunde — wie etwa in der Ge> genwart — war damals die Finanzlage des Staates. Um. die Sachlage mit möglichst wenigen Federzügen, jedoch kenntlich zu zeichnen, muß die Gegen» wart zu Hilfe genommen werden. Den Ausweisen der Nationalbank entnimmt die lebende Generation mit sichtlicher Bangigkeit: daß 400 Millionen ihrer Noten sich in Umlauf befinden und ihr Realisirungsfond sich kaum auf 400 Millionen beläuft; daß diese Noten bei dem Umtausche gegen Silber noch vor wenigen Monaten ein Drittheil ihres Nominalwerthes und die Staatspapiere noch mehr — noch vor Kurzem die Hälfte — verlieren; daß der Staat mit einem jährlichen Ausfalle von 40 bis 80 Millionen zu kämpfen hat und daß das Vertrauen immer tiefer sinkt. Und doch waS sind diese wenig tröstlichen Zustände der Gegenwart gegen jene der damaligen Periode! Langjährige und unglückliche Kriege hatten die Kräfte des Staates tief erschüttert, die allgemeine Sicherheit und das Vertrauen zerstört; die großen Anstrengungen und die Vernichtungen von Eigenthum hatten Handel und Ver» kehr, ländliche Production und Industrie gelähmt und eingeschüchtert; dem Ver» trauen fehlte jeder Impuls und jede Grundlage, auf welche es sich mit einiger Aussicht stützen konnte. 700 Millionen Papiergeld, welche bis zu einem Vier- theile ihres Nennwerthes gesunken waren, lasteten ohne allen Fond zur Realifirung auf dem Staate, die Silbermünze war gänzlich aus dem Verkehre geschwunden und zum Schaustücke geworden. Und schon in wenigen Jahren wendete sich das Blatt, das Papiergeld des Staates wurde ohne Gewaltstreich eingezogen, Silber in den Verkehr zurückgeführt, durch die Gründung der Nationalbank daS großartigste Credit. Institut des Festlandes geschaffen, das Gleichgewicht zwischen den Einnahmen und Ausgaben des Staates hergestellt und ohne Steuer« druck die progressive Zunahme der Zu- flüsse herbeigeführt. Das einfache Mittel
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Laicharding-Lenzi, Volume 14
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Laicharding-Lenzi
Volume
14
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1865
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
550
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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