Page - 308 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Volume 14
Image of the Page - 308 -
Text of the Page - 308 -
Legis-Glück selig 308 Legis-Glückselig
wurden, dem jungen talentvollen und
dienstwilligen Manne edle erfolgreiche
Anregungen gaben. Auch sein Onkel
(Mutterbruder) I . Herzl . Officier im
Infanterie-Regimente Vogelsang, unter
welchem Varnhagen von Ense 1809
als Fähnrich gedient, schulte liebevoll den
Neffen, der allgemach in anstrengendem
undankbarem Dienste keine Befriedigung
fand. 3.-G. arbeitete seit 1824 für
Schickh's und Bauerle's Blatter,
besonders für das Hormayr'sche
Archiv, nachdem er den Hofrath von
Hormayr bei Dobrowsky persönlicb
kennen gelernt. Auch die vaterländischen
Taschenbücher von 1826 bis 1828 ent-
halten von 3.-G. mehrere Erstlings-
arbeiten. Durch Abbä D o b r o w s k y
u. A. mit Friedrich David Grat er in
Ulm bekannt geworden, machte L.-G.
versuchsweise Studien im Gebiete der
altnordischen Literatur. Der Trieb nach
tüchtigen Kenntnissen rief3.»G., mit aus-
giebigen Empfehlungen von Dobrow-
sky, Schotky u. A. versehen, in's Aus-
land, namentlich an Deutschlands Hoch-
schulen und er erwarb mit seiner stein
großen Baugelehrten Stieglitz gewid-
meten) Abhandlung „l)s V6r«u8 Iisxn-
inetri Äpu(i l^ rasooL ori^ink" (l^28)
das Magisterium. L.-G. schloß sich mit
Verehrung an Beck, Krug, Pölitz.
T i t tmann, Rosenmüller, hörte
die Tragiker unter Herrmann, nahm
Theil an den egyptischen Forschungen
'Sey f fa r th ' s . übersetzte für das
damals in Leipzig unternommene deutsche
Corpus Juris einen Theil der Digesten
und nahm hier aus österreichischen Cen-
surrücksichten den Verfaffernamen G.
Th. Legis an, schrieb sodann für Andere
gegen dreißig lateinische Dissertationen'
Ä 10 Thlr. und machte eine flüchtige
Reise durch Skandinavien, wo er mit O e h lensch läg e r, M u n t e r
und Tegner zusammenkam und die
„Frithjofs-Sage", den „Baldur" und die
„Götter Nordens" in'S Deutsche über-
trug. Er sammelte dänische, schwedische
und isländische Werke über skandinavi-
sches Alterthum und begründete mit die«
sen vermeintlichen Schätzen ein Sammel-
werk: „Fimdgrnlien des alten Nordens", wo-
von mehrere Bände (Leipzig 1829 u. f.,
mit Tafeln u. Karten, gr. '8".), die Ru-
nowgie, Skaldenkunst, Edda enthaltend,
erschienen sind; aus dem I.Theile ist auch
besonders abgedruckt: „Ner Markomannische
Ghnrm drr Feste Ulingrnberg in Nähmen nnd
degsen Inschritt" (Leipzig 1829, Barth.
gr. 8"., mit einer Tafel). Von den nor-
dischen Gelehrten und ihren deutschen
Anhängern wurde diese Arbeit mit Scheel»
sucht betrachtet und als Plagiat auS«
geschrieen. Trotzdem schrieb L.»G., dem
dabei mindestens das Verdienst des kri»
tischen Uebersetzens zukam, noch seine
„ZUKnna. Nordische und nnrüslanische NnHll-
liigie" (Leipzig 183l, Hartmann, mit
l3 K. K., 1, Karte und 1 Stammtaf.,
gr. 8".). welche auch in's Holländische
übersetzt wurde, und sein „Handbuch der
nltdentüchrn nnd nartlischen Wttrrlchre" (Leip-
zig 1KW) u. s. w. Durch den vielschreiben
den O. L. B. Wol f f (einen Mitschüler H.
Heine's) wurde L.»G. dem alten Eich«
städt/der seiner Zeit für den ersten
Latinisten unseres Jahrhunderts galt.
anempfohlen. Eichstädt gab damals
die in gelehrten Kreisen wohl bekannten
Dissertationen 1)6 Intinitato oulinaria
heraus. L.-G, lieferte ihm unerwartete
Beiträge dazu, welche die Npigtola virn-
rum obLcurorulii bei weitem übertrafen
und selbst aus Nngarn hergenommen
waren. Luden beendete zu derselben
Zeit den 3. Band seiner „Geschichte der
Teutschen" (siu). L.°G. war ihm bei den
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Volume 14
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Laicharding-Lenzi
- Volume
- 14
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1865
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 550
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon