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Leitenftorf 336 Leitenstorf
8".) Bd. I , t0. Classe, S. 120. — Kceß
(Stephan Ritter uon) und Blumendach
(W. C. W.), Systematische Darstellung der
neuesten Fortschritte in den Gewerben und
Manusacturen und des gegenwärtigen Zustan
des derselben. Mit besonderer Rücksicht auf
den österreichischen Kaiserstaat (Wien 1329,
Karl Herold. 3".) Bd. l , S. 421. 164, 33«
u. 332.
Leitenstorf. Franz Anton (Maler
und Kupferstecher, geb. zuReute in
Tirol 14. April 1721, gest. zu Mann-
heim 24. April 1798). Verrieth bereits
als Knabe große Anlagen für die Kunst
und versuchte aus eigenem Antriebe zu
zeichnen. I n Folge dessen schickte ihn sein
Vater zu Johann Balthasar Riep,
einem guten Maler in Reute. Spater
kam er zur weiteren Ausbildung nach
Innsbruck, wo er in dem Maler Rupert
Mayr einen guten Meister, in Johann
Franz Grafen Spaur aber einen Mäcen
fand. der ihn wahrend der ganzen Periode
seinerAusbildung großmüthig unterstützte.
VonInnsbruck begab sich 3. zu Paul T r o«
ger nach Wien, von dort in Piaz etta's
Schule nach Venedig und zuletzt in jene
von Conca in Rom. Nach fünfjährigem
Auftnthalte in Rom in dieHeimat zurück«
gekehrt, begab sich L. vorerst nach Inns»
brück, wo er im Hause deS Grafen
Spaur malte, dann machte er Reisen
durch Deutschland, hielt sich in verschie«
denen Städten, wo seine Arbeiten großen
Beifall fanden, längere Zeit auf und
wurde zuletzt von dem Churfürsten von
der Pfalz zu seinem Historien», Fresco»
und Cabinetsmaler und zugleich zum
Professor der Zeichnungskunst an der
Kunstakademie zu Mannheim ernannt.
welche Anstellung er bis zu seinem im
Alter von 78 Jahren erfolgten Tode
behielt. 3. hat viel gearbeitet, aber der
Mehrtheil seiner Werke befindet sich
außerhalb seines Vaterlandes Tirol. I n mehreren deutschen Städten, vornehmlich
aber in Mainz, kommen große historische
Gemälde von seiner Hand in Kirchen
und Palästen vor, auch hat er den Pla»
fond im Komödien» und Redoutenhause
zu Mannheim und mehrere Stücke im
churfürstlichen Schlöffe zu Schwezingen
gemalt. Daß er viel beschäftigt und für
seine Arbeiten gut bezahlt war, erhellet
aus dem beträchtlichen Vermögen, das
er. als er starb, seiner einzigen Tochter
hinterließ. Eine ganz besondere Fertig,
keit, die er besaß, war, daß er Basreliefs
von Marmor, Stuccatur, Bronze, Blei
u. s. w. auf das Täuschendste durch den
Pinsel nachzuahmen verstand. Eine solche
Basrelieftnalerei befindet sich zu Inns»
brück in der Capelle der k. k. Hofburg,
hinter dem Altare. An der Mauer hinter
diesem Altare und in einer Art Nische
sieht man von Stuccatur das von
trauernden und andächtigen Engeln um»
gebene Kreuz. Diese Stuccatur ist auf das
Täuschendste nachgemacht. Von seinen
anderen in Tirol vorkommenden Arbeiten
sind anzuführen: die in Fresco gemalte
Auferstehung Christi in der Curatiekirche
auf dem Schönberg, ein besonders durch
seine trefflichen Verkürzungen und rich«
tige Zeichnung bemerkenswerthes Ge>
mälde. An der Außenseite der Kirche ist
von ihm ein Christus am Kreuze und
Magdalena am Fuße des Kreuzes ge-
malt, jedoch ist das dem Wind und Wet«
ter ausgesetzte Bild fast schon ganz ver»
loschen. Es soll auch das Schiff der
Kirche von ihm ganz in Fresco gemalt
gewesen sein; ein bischöflicher Visitator
habe es aber der nackten Figuren wegen,
die darin zu sehen waren, mißbilligt,
worauf es übertüncht und durch die
mittelmäßigen Fresken des unbedeuten-
den Malers Grau aus Südtirol ersetzt
wurde! Das Innsbrucker Ferdinandeum
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Volume 14
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Laicharding-Lenzi
- Volume
- 14
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1865
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 550
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon