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Leitner 348 Leitner
Ferienmonate immer wieder in dem trau»
lichen Kreise seiner Familie, umer den
erhebenden Eindrücken einer großartigen
Alpennatur und unter mannigfach an«
regenden Erinnerungen der vaterlän»
dischen Vorzeit zubringen konnte. Bald
nach Beendigung seiner Studien^über»
nahm er (1823) provisorisch eine Pro«
feffur am k. k. Gymnasium in CM, und
später zu Gratz, bis er in Folge einer
Aufforderung des
ständischen Verordneten
Johann Ritter von Kalchb erg Md.X,
S.379^> das Lehrfach mit einem Posten im
Dienste der
steirischen
Stände vertauschte,
und seit dieser Zeit seine Laufbahn nicht
wieder verließ. Zuerst wurde Kar l
Got t f r ied im Ioanneumsarchiv, später
aber bei den
ständischen
Conceptsarbeiten
verwendet, und 1827 in die fteirische
Ständeversammlung als Mitglied einge-
führt. Seit 1833 betheiligte er sich als
einer der Hauptredacteure an der Leitung
der steiermärkischen Zeitschrift und fun«
girte als Ausschußmitglied des Lesever-
eins am Ioanneum. Im Jahre 1836
wurde er vom Landtage zum zweiten,
aber schon im folgenden Jahre zum
ersten ständischen Secretär gewählt und
bekleidete diese Stelle bis zum Jahre
1834, in welchem ihn sein geschwächter
Gesundheitszustand nöthigte, in den Ruhe»
stand zu treten. I n seiner Stellung als
erster ständischer Secretär war er durch
viele Jahre mit der Ausarbeitung der
wichtigsten Landtagsgeschäfte und sonsti-
gen, das allgemeine Landeswohl betref-
senden Eingaben betraut. Als der Land»
schaftsarchivar Dr. Ios. Wart inger
die Begründung eines historischen Ver-
eins für Innerösterreich anregte, war es
Leitn er, der, von dem Nutzen dieser
Idee durchdrungen, sich mit Ludwig,
Abt zu Rein, und Albert von Muchar
an der Ausführung derselben betheiligte, und als später daraus der historische
Verein für Steiermark hervorging, sowohl
als Ausschußmitglied bei dessen Geschäf-
ten, wie auch als Mitarbeiter bei dessen
Mittheilungen, welche in zwanglosen
Heften ausgegeben werden, durch wissen»
schaftliche Beiträge thatig war. Rücksich-
ten für seine Gesundheit, wie der Wunsch,
seinen Gesichtskreis zu erweitern, veran-
laßten ihn von Zeit zu Zeit zu Bade- und
Erholungsreisen, die er später in Gesell-
schaft seiner Gattin Karol ina gebornen
Bayer, mit welcher er sich im Jahre
1846 vermalt hatte, allmalig über die
österreichischen Kronländer, Deutschland,
die Schweiz, Belgien bis London aus-
dehnte. Da der Gesundheitszustand seiner
leidenden Gattin eines mildern Klima's
bedürfte, war Leitner beinüssigt, für
Letztere ein solches aufzusuchen und es
begaben sich im Jahre 1834 Beide nach
Italien. Der milde Himmel bot keine
Rettung; Leitner sollte den Schmer«
zensbecher bis zur Neige trinken, in Pisa
entriß ihm der Tod seine theure Gefahr»
tin, und der Vereinsamte kehrte 1853
nach seiner Heimat zurück. Seit dieser
Zeit lebt er nun in Gratz ganz zurück«
gezogen, sich nur seiner stillen Wirksamkeit
als Curator des dortigen Ioanneums,
mit welchem Ehrenamte ihn der durch-
lauchtigste Stifter Erzherzog Johann
im Jahre 1838 betraut hat, und als
Ausschuß des historischen Vereins, so
wie seinen sonstigen literarischen Be»
schäftigungen widmend. Diesen letzteren
ergab er sich schon frühzeitig; denn schon
seit 1819 erschienen von ihm Gedichte,
Novellen und verschiedene Aufsätze über
vaterländische Geschichte und Landes«
künde im Drucke. Selbstständig veröffent-
lichte er einen Band „Gedichtr" (Grätz
1823, 210 Seiten 12«.). welcher in
zweiter, um mehr als zwei Drittheile
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Volume 14
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Laicharding-Lenzi
- Volume
- 14
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1865
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 550
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon