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Lemann 349 Lembert
brück. Er lebte mn die Mittc des ls. Iahv
Hunderts, wenigstens tragen einige seiner Ar
beiten die Jahreszahl l?46. Auch sein Sohn
Joseph widmete sich der Kunst und lebte
in Prag, wo er sich ansässig gemacht, und
übte dort die Theatermalerei aus. ^Tiroli»
sches Künstler.Lexikon (Innsbruck 1830,
Fel. Rauch. 8°.) S. t46. — Nag ler (G. K.
Dr.), Neues allgemeines Künstler»Lexikon
(München 1838. Fleischmann. 8°.) Bd. VI I ,
S. 410. — Tschischka (Franz), Kunst und
Alterthum in dem österreichischen Kaiserstaate
(Wien 1836. Fr. Beck. gr. 80.) S. 373.^
Lemann, Joseph (Münzen, und An.
tiquitätensammler, geb. zu Wien
I.November 1783, gest. ebenda 43.Juni
1847). Der Sohn eines wohlhabenden
Wiener Bürgers, deffen Frau nach ihres
Mannes (1813 erfolgten) Tode die Sei
denfabrication betrieb, welche ihr Sohn
Joseph, nachdem er älter geworden,
eifrig fortsetzte. Neben seinem gewerb-
lichen Berufe beschäftigte sich aber Io«
seph 3. auch mit dem Studium der
Naturwissenschaften, seine Muße vor»
nehmlich der experimentalen Physik und
Optikwidmend, und sammelte mit großem
Eifer Münzen. In Hinblick auf seine
numismatische Vorliebe legte er auch eine
ziemlich bedeutende Bibliothek numis«
matischer Werke an. Seine Sammlung
von Münzen war ungemein reich und
zeichnete sich durch fcköne Exemplare und
bedeutende Seltenheiten, mit Ausschluß
aller Falfisicate, aus. In den zwanziger
Jahren betrug seine Thalersammlung an
20.000 Stücke, von denen er, da ihm zu
viel Capital darauf lag, die Stücke min-
derer Seltenheit an andere Liebhaber ver«
kaufte, unter denenFrau vonDickmann»
Secherau sBd. IU, S. 281) eine der
fleißigsten Abnchmerinen war. Nachdem
3. durch viele Jahre Münzen gesammelt,
begann er im Jahre 1828 eine Samm-
lung von Rüstungen, Waffen, Krugen,
Schnitzwerken, Bildern und Büchern u. dgl. m. anzulegen. In dieser Richtung
unterstützte ihn auch sein Sohn Karl,
der dafür eine besondere Neigung und
schönes Verständniß an den Tag legte
und von einer im Jahre 1836 durch
Deutschland. Belgien, Frankreich und die
Schweiz unternommenen Reise eine reiche
Ausbeute und manche Seltenheiten heim-
brachte. ImIahre1839kaufteLemann,
der Vater, die Sammlung altdeutscher
Bilder des Xylographen BlasiuS Höfel
^Bd. IX, S. 93^. Nachdem L.'s Sohn
Karl in das vaterliche Seidengeschäft
als Gesellschafter eingetreten war, ver«
legte sich
3., der Vater, auf das Sam.
meln mittelalterlicher Münzen, deren
systematische Ordnung ihm aber durch
ein Fußleiden, das ihn an's Lager fch
selte, nicht möglich war. Nach seinem
Tode, 1847, gingen die Sammlungen,
und zwar jene der Münzen, in die Hände
seiner Frau, jene der übrigen Alterthümer
und das physikalische Cabinet in die
seineS Sohnes Karl über.
Sitzungsberichte der kaiserlichen Akademie
der Wissenschaften (Wien. 8«.) Philosophisch,
historische Classe, XI>I. Bd. S. 6l. in Berg'
ma nn's 4. Abhandlung über die „Pflegeder
Numismatik in Oesterreich".
Lembert. Wenzel (dramatischer Dich-
ter und Hofschauspieler, geb. zn
Prag im Jahre 1780. gest. zu Wien
um das Jahr 1838). Sein Familienname
ist eigentlich Tremler, er bediente sich
aber, als er zur Bühne ging. und in
feinen Schriften des Namens Lembert
und ist nur unter diesem bekannt gewor»
den. Einem unbezwinglichen Hange zur
Bühne folgend, gab er., nacddcm er
bereits auf der Prager Hochschule den
Rechtsstudien obgelegen, dieselben auf
und wurde Schauspieler. Im Jahre 1800
schloß er sich einer kleinen wandernden
Schauspielergesellschaft an und betrat zu
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Volume 14
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Laicharding-Lenzi
- Volume
- 14
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1865
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 550
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon