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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Volume 14
Page - 355 -
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Page - 355 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Volume 14

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Lvndvay 388 Lendvay diger Manner fortwährend Aufmuntern«» gen zu. Er ließ sich im folgenden Jahre bei der Fessr'schen Gesellschaft engagi« ren und war da mehrere Jahre hindurch Theilnehmer an dem Elende einer Wan- dertruppe, und obzwar ihm daS Publi. cum auch schon damals alle möglichen Beifallsbezeugungen auf der Bühne er« wies, außer derselben ließ es ihn außer Acht und dabei hatte er stets mit einem riesigen Feinde, dem Vorurtheile, zu kämpfen. Oft schon schien es ihm, als müßte jetzt der Sache ein Ende gemacht werden, das Elend war länger nicht erträglich, und da wollte er der Bühne Lebewohl für immer sagen. Sein guter Genius aber beschützte ihn und hielt ihn davon ab. Das darauf folgende Jahr ver« lebte er zu Bökes unter den drückendsten Verhältnissen. Sein Elend war gräßlich; er mußte sich seine Wäsche allein waschen und von aus den Tümpeln gefangenen Fischen nähren. Doch all' dieß entmuthigte ihn nicht. Im Jahre 1832 nahm er die schon damals sehr talentreiche Anna Hivatal zur Frau, die dann eine der bedeutendsten Schauspielerinen des un» garischen Theaters ward, und ein Jahr später berief ihn Graf Csäky für die Kaschauer Gesellschaft. Von hier ging er dann nach Ofen, wo er bis zur Eröffnung des Pesther Nationaltheaters auch blieb. An beiden letztgenannten Bühnen sang er auch Tenorpartien und da mußte sein edles Spiel manchmal die Mängel seines Gesanges ersetzen. Im Jahre 184t) hatte er viel mit der Parteilichkeit der Kritik zu kämpfen. Man wollte Egressi sBd. IV, S. 4) höher stellen als ihn. Beim Pefther ungarischen Nationaltheater blieb , er auch bis zu seinem nur zu früh erfolg- ten Tode. Noch lange — so schreibt sein Biograph in einem ungarischen „Por« träts'Album" — noch lange wird uns diese edle schlanke Gestalt vorschweben, mit dem ausdrucksvollen Gesichte, dem glühenden Blicke. Sie wird uns unver« geßlich sein in ihrer Eleganz, mit ihrer künstlerischen Weihe. Noch lange werden wir dieses Spiel voll Noblesse, adeligem Feuer und männlicher Kraft nicht ver« geffen können. Seme Erscheinung allein war an und für sich gewinnend, ent> zückend. Dieß waren seine Hauptvorzüge! Das Leopardenfell, als Zierde des alten Ritterthums, kleidete seine fürstlichen Ge- stalten eben so gut wie der Frack des Salons, und den Degen wußte er so geschickt zu handhaben wie das Strauß« chen der Geliebten oder das Spazier« stöckchen des Stutzers. Löndvay war ein vollkommenes Genie. Seine Viel» seitigkeit war bewunderungswerth. Sein Banus Bank, Fiesco, Don Cäsar, Lugarto, Robin de Bois, Sir Patrik, sein Lavater, Gutenberg in dem Drama von Dobsa waren sämmtlich gleich große Kunstwerke. Aus Shakespeare's Stücken waren Ham« let, Othello, Richard III. seine besten Rollen, sein Romeo einzig zu nennen. Im Jahre 4840 unternahm 3. eine größere Reise in's Ausland, besuchte die besten deutschen Bühnen und hielt sich auch längere Zeit in Wien auf. Mit Seyd el« mann war er innig befreundet und auf einem ihm als Andenken gegebenen Por- trat schrieb der große Mann eigenhändig, wie es einer seiner sehnlichsten Wünsche, den ungarischen Kunst» ler auf der Bühne zu sehen". Seit 1831 war er kränklich und mußte sein Spiel deßhalb oft unterbrechen. Im Jahre 1834 betrat er zum letzten Male die Bühne. Er spielte den Rochester in der „Waise aus Lowood" und von der Anstrengung erschöpft, sank er dann zusammen. „Jetzt ist's aus. mit allem 23*
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Laicharding-Lenzi, Volume 14
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Laicharding-Lenzi
Volume
14
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1865
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
550
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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