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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Volume 14
Page - 364 -
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Page - 364 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Volume 14

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Lentner 364 Lentner nach Wien, wo er anderthalb Jahre in Diensten der Wimmer'schen Buchhand' lung arbeitete, dann aber nach München zurückkehrte. Um diese Zeit war ihm. um mit Steub zu reden, „die Handelschaft mit Koch- und Gebetbüchern, diesen bojoa« rischmHauMrtikeln, so widerwärtig ge> worden", daß er entschlossen war, einen anderen Beruf zu wählen. Das Schrift» stellerthum schien ihn noch am meisten anzuziehen und mit Franz Trau imann redigirte er damals längere Zeit die „MünchenerLesefrüchte", bald aber meinte er seinen währen Beruf in der Kunst zu finden und übte sich demnach steißig im Malen. So veröffentlichte er in jener Zeit eine Sammlung illustrirter Sprich- Wörter, ging mit dem bekannten west- phälischenMaler Engelbert Seibertz nach Prag, wo damals Rüben, mit dem beide von München her befreundet waren, als Director der Akademie in höchst anregen- der Weise wirkte. Seit Neujahr 1842 lebte L. zu Prag, zeichnend, malend, dich- tend, in innigem Verkehr mit Christoph Rüben, Engelbert Seibertz und Max Haushofer M . VI I I , S. 87^, von Hoch und Niedrig gern gesehen. Seine Kenntnisse des Prager Lebens hat er in der Novelle „Diebsgelüste", welche in der „Europa" abgedruckt erschien, niederge« legt. Mit einem Male gab 3. feinen Auf- enthalt in Prag auf, meinte auch meh^ Anlage zum Dichten als Malen zu haben, stellte also das Malen ein, und da sich damals bereits sein Lungenleiden, aus dem sich auch alle Ruhe« und Rast. losigkeit in seinem Leben erklärt, bemerk- bar machte, folgte er dem Rathe von Aerzten und Freunden, sich wenigstens den Winter über in einem wärmeren Klima niederzulassen. Seine Wahl fiel auf Meran, und da er von Hause aus nicht ohne Vermögen war, beschloß er dort als deutscher Schriftsteller zu leben. Auf dem Wege nach dem Süden, als er vom Jausen herab in's Passeierthal gestiegen war, schrieb er in das Fremden- buch im Sandwirthshaus seine „Elegie an Andreas Hofer". I n ihren Fußtapfen entwickelte sich, wie Steub erzählt, da« mals auf den Blattern jenes Albums eine Freimüthigkeit der Sprache, wie man sie in Tirol seit 1809 nicht mehr verspürt hatte, weßwegen denn bald amtlich ein» geschritten und um diesem Treiben ein Ende zu machen, das Blatt sammt allen gleichgefmnten folgenden herausgeschnit« ten wurde. Daraus erklärt sich auch die von späteren Touristen öfter gerügte Abgeschmacktheit des H o fer'schen Denk- buches ^vergleiche meia Lexikon Bd. IX.. S. 146. I I I . d) „Das Hofer-Denkbuch"^. I n Meran lebte 3. ganz seinen poetischen Neigungen und vertiefte sichln die inhalt» reiche farbige Geschichte des tirolischen Mittclalters. Die Lieder Oswalds ron Wolkenstein und die Schicksale des Herzogs Friedl mit der leeren Tasche waren es, die ihn zumeist beschäftigten, und von ihm stofflich zu einem Roman verarbeitet werden sollten. Mittlerweile hatte L.'s Vater ein niedliches Landgut zu Peiting am Zechrain gekauft, und die historischen Erinnerungen dieser Gegend hatten 3. für einige Zeit jenen des schönen Landes Tirol abwendig gemacht. Was er aus dem Munde des Landvolkes an Ort und Stelle gesammelt, erschien auch in poetischer Verbrämung bereits im Jahre 1842 im Stuttgarter „Morgen- blatte" unter dem Titel: die „Sagen aus dem Lechrain". Zwei Jahre später aber trat er mit dem obenerwähnten Roman „Nitter nnd Aaner. Aniiinn in A Dächern", 3 Bände (Magdeburg 1844, Baensck. 2. Auflage ebd. im nämlichen Jahre, gr. 120.), vor das Publicum. Während
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Laicharding-Lenzi, Volume 14
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Laicharding-Lenzi
Volume
14
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1865
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
550
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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