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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Volume 14
Page - 370 -
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Page - 370 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Volume 14

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Aentulay 370 Lentulay Jahres in den Vordergrund, in welchem er eine bedeutende und einflußreiche Rolle spielte. Vor dem Jahre 4848 war er einer der ansehnlichsten Würdenträger des dreieinigen Königreiches. Auf dem denkwürdigen Landtage des genannten Jahres, auf welchem er als ältester Ober- gespan ftmgirte, war es sein Einfluß, der die Wahl Iel la^iö's zum Ban bewerk» sielligte und war er der Erste, der dem ungarischen Ministerium den Kneg er- klarte. Als Ban Ie l laä io mit einer Deputation seiner Landsleute sich zum kaiserlichen Hoflager, damals in Inns- brück, verfügte, wurde Lentulay zu seinem Locurntmens bestellt, ein Amt. welches in der Regel in Abwesenheit des Bans der Bischof von Agiam bekleidet. Stellvertreter des Bans wurde L. auch dann. nachdem der Ban seinen Zug in's Ungarland unternahm, blieb es durch diese ganze und auch noch einige Zeit nach* dessen Rückkehr. Den wichtig- sten Moment seiner politischen Haltung bildet aber der Protest der unter seinem Vorsitze gehaltenen Banalrathsversamm» lung, mittelst welchem das von dem Ban Ie l laö i 6 gestellte Ansinnen, die NeichS- verfafsung vom 4. März 4849 kundzu« machen, entsckieden abgelehnt wurde. „Indem alle das dreieinige Königreich betreffenden Angelegenheiten, heißt es in diesem Proteste, einzig und allein auf dem Landtage dieser Königreiche in Ver« Handlung genommen werden können und der Nation das heilige, unverletzbare Recht zukomme, zu verlangen, daß selbe einzig und allein durch ihre Gesetze, nicht aber durch allerlei Verordnungen, Patente und Erlässe regiert werde, erklärt der Banalrath offen, daß er als der die drei constitutionellen Königreiche leitende Körper jene octroyirte Verfassung, die am 4. März d. I . auf eine unconstitutionelle Weise den übrigen Zandern des Kaiser« reiches gegeben wurde, nicht ohne den gesetzlichen Landtag derNation publiciren könne, und dieß um so weniger, als gerade die octroyirte Verfassung nicht nur gegen die politischen und historischen Rechte der drei Königreiche, gegen die Banalwürde und gegen die Zukunft der ganzen Nation verstoßt, sondern durch dieselbe auch die alten Gren» zen des Vatertandes verletzt werden, indem die tapfere croatisch-slavonische Militärgrenze, die stets einen integriren« den Theil Croatiens ausmacht, davon getrennt und einem neuen, aus der« selben Grenze geschaffenen Kronlande zugetheilt wird." Dieser Protest wurde am 4. August 1849 mit Lentulay's Unterschrift veröffentlicht. Die darauf erfolgte Antwort war eine Nüge, daß der Banalrath kein berathender, sondern ein vollziehender Körper, und daß er nicht berufen sei, über die Befehle des Bans zu verhandeln, und dieß um so weniger, als ein Befehl an den LocumtenenS bei» lag. ohne Verzug den ihm gewordenen Auftrag zu vollziehen. Der LocumtenenS hatte zum letzten Male fungirt. er wurde alsbald in den wohlverdienten Ruhe« stand versetzt. Lentul ay war ein Mann von altem Schrott und Korn — der Desl.k Croatiens — und stand im Lande in hoher Achtung. Mit einem Blatte, das seine Unterschrift trug, konnte man Alles erreichen. Als ihn der Agro.« mer Adel ob der beunruhigenden Ge- rächte, die sich damals im Lande ver> breiteten, besorgt befragte und auf die Nachrichten, die in den Zeitungen standen, hinwies, erwiderte Lentulay: „Wozu lest ihr den Plunder? Ich lese nie etwas, waS mich nicht angeht, und wenn auch daS, wag geschrieben steht, krumm erscheint, so schreibt ihnen zurück, sie mögen's grad
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Laicharding-Lenzi, Volume 14
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Laicharding-Lenzi
Volume
14
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1865
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
550
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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