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Aucher 383 Aucher
Jahre 1774 Venedig, trat in das Mechi
taristenkloster auf der dortigen Insel San
Zazzaro. nahm das Ordenskleid, legte
sechs Jahre später, 1780, die Ordens»
gelübde ab, und erhielt 1786 die Priester»
lichen Weihen. Von dieser Zeit bis ^
Ende seines Lebens, das er auf die seltene
Höhe von 92 Jahren brachte, war sein
Wirken den mĂĽhevollen Pflichten feines
Ordens und der emsigsten Pflege der
Wissenschaften gewidmet. Als Professor.
Erzieher. ?Hwr spii-wi^l., als Missionär
in Constantinopel und zuletzt als Gene»
ralvicar vertrat er in den wichtigsten Aw
gelegenheiten mit dem ganzen Aufgebot
wissenschaftlicher Kenntnisse und eines
durch Ruhe und Energie gestählten Cha
rakters die Interessen seiner Congre«
gation, zu deren einfluĂźreichsten und von
derselben, wie von Anderen geacktetesten
Mitgliedern er zahlte. Unter drei Päpsten,
P i u s VI I . , Leo XII . und G r
gorXVI. ging er als Abgesandter seines
Klosters an den römischen Hof und wirkte
auf das erfolgreichste fĂĽr seinen Orden.
Obwohl in den höheren Jahren zweimal
von Scklaganfallen getroffen, blieb er
doch bis zum 84. Jahre in Thätigkeit,
versah selbst dann noch die heiligenPflich.
ten seines Priesteramtes, bis er zwei
Jahre vor seinem Tode, von Blindheit
heimgesucht, auch der Ausübung der«
selben entsagen muĂźte. Als theologischer
und sprachwissenschaftlicher Schriftsteller
entwickelte A. eine groĂźe und in der
Gelehrtenwclt ehrenvoll gewürdigte Thä»
tigkeit. Seine durch den Druck veröffent«
lichten Werke, deren bibliographische
Titel zu erlangen mir nicht möglich
gewesen, sind: „Das Wörterbuch der
armenischen Sprache". 2 Bde. (Venedig
1836 und 1837, gr. Fol.); — „Die
Werke der hh. Väter und Doctoren der
lateinischen Kirche", 12 Bde. (Venedig. 4".), darunter die Werke des H. Bern»
hard, H. Ambrosius, H. H ierony»
mus. H. Gregor des GroĂźen, des
Iac tan t ius , Ter tu l l ianus. Cy'
pr ian u. s. w.; — „Die lateinische
Uebersehnng der Erläuterung der Briefe
des H.Paulus von Ephraim S i rus " ;
— „Die lateinische Uebersetzung der
Chronik des Eusebius, und der Ge«
spräche Phi lo des Hebräers" (Venedig
1818). ĂĽber die Geschichte dieses Werkes,
den an der Handschrift desselben von
dem Armenier Zohrab verübten Dieb«
stahl und die auf Grundlage der gestoh.
lenen Handschrift von Zohrab und
Angelo Mai — welcher letztere keine
KenntniĂź von Zohrab's unsauberem
Verfahren hatte — bewerkstelligte, 4818
in Mailand erschienene Ausgabe, vergleiche
man die für Männer der Wissenschaft
wichtige briefliche Mittheilung im Stutt-
garter Morgenblatte des I . 1819,
Nr. 201. S. 803-, — „Die armenische
Uebersetzung der Werke des Cicero und
Seneca" (Venedig 1346 und 1849); —
Die armenische Uebersetzung des Werkes:
I^ a, äit'Lgg, äsll«, roli^ions oriLtiana"
von Tassoni" (Venedig 1844); auĂźer-
dem mehrere dogmatische, ascetische und
andere theologische Schriften, welche zu
verschiedenen Zeiten erschienen sind. I n
Handschrift hinterließ er aber: „Die
chronologische Geschichte des ersten hal«
ben Jahrhunderts der armenischen Con.
gregation (1749—1803)" in 2 Bänden;
eine „Wissenschaftliche Darstellung
der dogmatischen Theologie" in 4 starken
Quartbänden; — eine „VibliotkOCI,
rineniorum" in 4 Foliobän»
den; — ein „Kompendium der Moral»
heologie";— viele dogmatische, ascetische
und andere theologische Schriften; —
ĂĽber sechzig geistliche Reden und einen im
v6neto gehaltenen Vortrag:
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Volume 14
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Laicharding-Lenzi
- Volume
- 14
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1865
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 550
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon