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DaiĂĽou 390 Zaillou
sondern als ein Hilfsmittel zum Studium
der Nllwrwiffenschaft emsig gesammelt,
enthielt sie StĂĽcke einzig in ihrer Art,
von den werthvollsten Edelsteinen bis zu
dem einfachsten Mineral, das aber auch
in einem Prachteremvlare vertreten war
Eine besondere Abtheilung bildeten die
nachgemachten Edelsteine. Diese erzeugte
B. selbst in seinem Laboratorium und
hatte sie alle auf das täuschendste nach-
gemacht. Um sich eine Vorstellung von
dieser herrlichen Sammlung zu machen,
sei nur bemerkt, daĂź die Abtheilung der
Edelsteine allein aus 33 Läden bestand,
welche wieder in kleinere abgetheilt
waren. Wo die Juwelen zu einem Ge-
schmeide zusammengefĂĽgt waren, befand
sich das kostbarste StĂĽck immer in der
Mitte. Ebenso waren die 13 Zellen der
Mitte mit kostbaren Edelsteinen umgeben,
während die anderen zwanzig mit den
minder seltenen und kostbaren Steinen
angefüllt waren. Eine ausführliche Be«
schreibung dieser Sammlung lieferte
Ioannon de Saint Laurent in
dem Werke.' „OeZci-iPtioii aoiä^äs äu.
52M6UX Oadiuet äs klonsisur 1e Oliä-
valisr Z ai II o u. pour Lsrvir ĂĽ, 1'inLtoirs
ininäraux st
1746, 4".). Baillou war
in seinem Fache auch schriftstellerisch
thätig, aber sein großartiges mineralogi»
sches Werk:
los") welches in 7 Bande in Folio ein-
getheilt und druckbereit war, ĂĽberdieĂź
600 Blätter mit den trefflich ausge>
fĂĽhrten Abbildungen der vorzĂĽglichsten
StĂĽcke seiner Sammlung enthalten sollte,
ist nicht in die Oeffmtlichkeit gelangt.
Der Herzog von Parma wollte es auf
seine Kosten drucken laffen. da kam sein
Tod dazwischen und der Druck unter» blieb. Zwei Abhandlungen B.'s sind
aber in den NSnioris äi. varia. si-u-
äsiia. Looieta.
1747 enthalten, u. z.
äio anaiitioo äsils ^istrs
mstalii 6 Z.ltri 5oL3i1i" und anläßlich
der oben erwähnten Beschreibung seines
eigenen Cabinetes von Sa in t Lau«
rent: „Nsmoii-o prsssQtö g. 1a Loolätö
I'^üLiiäian äu. livrs, <^ui
1a ä630i-1^tion addre^ä äs son
Oabinot«. Wohin das große Werk Ba i l .
lou's gekommen, das gewiĂź auch fĂĽr
die Gegenwart noch Interesse besitzt,
indem es auĂźer den fachwiffenschaftlichen
Beschreibungen auch noch nĂĽtzliche An-
deutungen für Juweliere und Stein«
schneid er und sonst treffliche fachgemäße
Winke enthält für jeden, der mit derglei»
chen zu thun hat, ist dem Herausgeber
dieses Lexikons nicht bekannt. B. war
bereits seit 1713 mit Marchesa Mar-
garita Mont i dolla Scr iv ia , die
aus einer alten piemontesischen Familie
stammte, verheirathet. Sieben Töchter
und zwei Söhne waren die Frucht dieser
Ehe. Die beiden Söhne Joseph und
Johann Ludwig Bal thasar wur«
den mit Diplom umn 9. April 1766 ilt
den Reichsfreiherrnstand erhoben.-
Blöchl inger von Bannholz (Karl), Der
Oberstlieutenant Chevalier de Baillou und
die Entstehung des k. k. Hof«Naturalien.(-5a-
liinetes (Wien l864, Lex, 8".) ^Separatad«
druck aus Streff leur'6 „Oesterr. militär.
Zeitschrift" 1864, 3. Band, die Hauptquelle
der obigen Skizze). — H/'uö^ ^675«?-/^ ^ ,
I^ottrss tamNiöi-ßL dcnto« ä'Italio u äes
au^iä 17g!)—1740; )?udUü8 iiai- Ladou,
(rariä 18^>8). — Stütz (Andreas), Minera«
logisches Handbuch. Herausgegeben von Me»
gerle von Mühl fe ld (1«07). — Berg.
mann (Joseph), Pflege der Numismatik in
Oesterreich im 18. Jahrhunderte. I, S. 19 u. 36.
— Fitzinger. Geschichte deZ k. k. Naturalien«
Cabinetes. — Porträt. Im letzten der Säle des
k. k Hof-MineralielN'abinetcs erblickt man ein
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Volume 14
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Laicharding-Lenzi
- Volume
- 14
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1865
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 550
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon