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Zöhm 404
die Bildhauerkunst. Im kräftigen Man-
nesalter von 32 Jahren raffte ihn der
Tod dahin und entriß ihn der Kunst, in
der mehrere seiner Werke seinen Namen
der Zukunft überliefern werden. Von
seinen Arbeiten sind als die gelungensten
zu erwähnen: die Statuette des Helden
und SängersZaboj; — eine Statuette
Tasso's; — eine Gruppe, den Tod des
Königs Johann von Luxemburg vor-
stellend; — das lebensgroße Standbild
Sr. Majestät des Kaisers Franz Io»
seph, in Bronze; — achtzehn Büsten
von berühmten Industriellen, im Garten
der Karolinenthaler Gasanstalt; —
mehrere Büsten im Behr'schen Hause
auf dem Roßmarkte; — die Statue des
H.Wenzel in Sandstein, auf der Prager
Karlsbrücke; — ein kampfender Engel in
Stein, an der Ferdinandeischen Marien«
säule auf dem Altstädter Marktplatze; —
vier lebensgroße Standbilder berühmter
Ahnen des Fürstenhauses Roh an in
Sandstein, auf dem Schlöffe Sichrow;
— die Porträtbüste des französischen
Generals La m oriciörein Lebensgröße,
auf Bestellung des Herrn Fried land
nach der Natur in Rom aus carrarischem
Marmor ausgeführt, sie war in der Lon»
doner Ausstellung 4362 ausgestellt. In
feinem Nachlasse befand sich das Modell
einer Reiterstatue des Feldmarschalls
Fürsten Karl Schwarzenberg, das
von Camillo's Vater dem kön. böh
mischen Museum geschenkt wurde. Mit
diesem Modelle hoffte man den Grund
zu einer Sammlung von Modellen böh
Mischer Bildhauer, deren Anlage im
böhmischen Museum beschlossen worden,
gelegt zu haben.
Bohemia (Prager Journal) 4862, Nr. 27,
S. 289. — knNir dyIIstriLtio^ IFätznulk,
d. i. Lumir. belletristisches Wochenblatt. Her-
ausgegeben von Mikow ec (Prag, so.) Jahr«
gang 1862, S. 187. -l- Nöhm, Joseph Daniel ss. d. Bd. I I ,
S. 20^, gestorben zu Wien 13. August
1863. Zu der ausführlichen Lebensskizze
Böhm's im 2. Bande dieses Lexikons
ist nur hinzuzufügen, daß er auf die
jüngere Generation der österreichischen
Kunstgelehrten, unter denen Baron
Sacken in Wien, Henszlmann in
Pesth beispielsweise genannt sein mögen,
im hohen Grade anregend gewirkt hat.
Unter seinen Schülern ist der Medailleur
Professor Karl Radnitzky besonders zu
nennen. In seiner zahlreichen Familie
haben zwei Söhne sich der Kunst gewid«
met und zwar der eine, Wolfgang, der
Malerei, der andere, Joseph, der
Bildhauerei. Beide leben zur Zeit in
England.
Neue freie Presse (Wiener polit. Blatt,
Fol.) 1863, Nr. 349: „ I . D. Böhm".
, August Andreas (Schrift-
steller, geb. zu Wien 29. Mai 1793,
gest. ebenda 13. Juli 1864). Ist bekann-
ter unter dem Pseudonym Cavilha. Trat
nach beendeten philosophischen Studien
in den Manipulationsdienst der Poli-
zeihofstclle, nachmals Polizeiministerium,
ein und rückte in demselben stufenweise
zur Stelle eines Protokolldirectors vor.
Frühzeitig das Gebiet der Belletristik
betretend, erscheint er unter dem ange«
nommenen Namen Cavilhamit Poesien
und novellistischen Arbeiten in den vor«
marzlichen österreichischen Almanachen
und in der von Schmidt redigirten
Zeitung „Der Novellist". Später der
Kunstkritik sich zuwendend, arbeitete er
mehrere Jahre in diesem Fache bei der
amtlichen Wiener Zeitung, in August
Schmidt'sWienerMusik.Zeitung
und war ständiger Mitarbeiter des von
Nikol. Oesterlein begründeten, spater
von Ludwig August Frankl redigirten
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Volume 14
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Laicharding-Lenzi
- Volume
- 14
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1865
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 550
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon