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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Volume 14
Page - 408 -
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Page - 408 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Volume 14

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DurZer 408 Surger S. 248^. Beendete in seiner Vater« stadt, spater an der Wiener Hochschule die Studien, erlangte die juridische Doctorwürde und widmete sich der Ad- vocatur. Er übte dieselbe zu Trieft auS, wo er den Ruf eines ausgezeichneten Rechtsanwaltes genoß und in Folge des- selben, als im Jahre 4848 die Wahlen zum deutschen Parlamente auch in Trieft stattfanden, von der Stadt zum Abge« ordneten derselben und des Territoriums zugleich mit Brück gewählt wurde. Die Reformen des Iustizwesens und die Vor- stellungen des Ministers Stadion, den Bürger von der Zeit her kannte, als er Gouverneur in Trieft gewesen, bewogen ihn, seine bisherige unabhängige Stellung aufzugeben und als Ober>Staatsanwalt des Triester Gerichtssprengels in den Staatsdienst zu übertreten. Jedoch hatte B. diesen Posten gar nicht angetreten, denn bald nach seiner Ernennung dazu hatte er mehrere Monate in Wien zuge» bracht, wo eben damals die wichtigen Berathungen über die Organifirung der politischen Verwaltung der Kronländer des österreichischen Kaiserstaates stattfan» den, und kam sofort als Statthalter von Steiermark nach Gratz. Diesen Posten vertauschte er bald mit jenem eines Statt» Halters der Lombardie, und behielt die Leitung der Civilverwaltung in Mailand auch dann, als der Bruder Sr. Majestät, Erzherzog Ferdinand Max, General» Gouverneur des lombardisch-venetiani» schen Königreiches wurde. Mit dem von dem Verluste der Lombardie begleiteten Kriege des Jahres 1839 seines Postens verlustig, kam B< als Statthalter in seine Vaterstadt Trieft, wo er die Interessen dieser ersten österreichischen Seestadt zur Hebung ihres Wohlstandes und ihrer commerciellen Bedeutenheit wahrnahm, zugleich aber mit dem nach dem oberwähn- ten Kriege zum Marine-Obercommandan- ten berufenen Erzherzog Ferdinand Max in fortwährender Beziehung blieb. Als in Folge des 4839 erlassenen Octo- ber-Diploms in den einzelnen Kronlan- dern der Monarchie die Landtage einbe« rufen wurden, aus welchen dann die Beschickung des österreichischen Reichs« rathes stattfand, hatte der erste istrische Landtag diese Beschickung verweigert und wurde in Folge dessen aufgelöst. I n den darauf folgenden zweiten wurde auch B. gewählt und von demselben zugleich mit dem Bischöfe Dobr i la in das Abgeordnetenhaus des österreichischen Reichsrathes geschickt. I n demselben be« theiligte sich B. an den lebhaften Debat- ten, welche anläßlich des Budgets der österreichischen Kriegsmarine Statt hatten und legte in zwei Reden ausführlich dar, daß die österreichische Flotte als jene eines Großstaates ungeachtet einer im Ver« hältniß zum Gesammtftaate kleineren Meeresküste, in ihrer Entwickelung immer doch wenigstens gleichen Schritt mit der seines ländersüchtigen Nachbars Sardi« nien halten müfse; ferner, daß die Macht« stellung des Reiches jede Ausgabe nach dieser Richtung rechtfertige. Als Erzher« zog Ferdinand Max die mexikanische Kaiserkrone annahm, wurde B. an die Spitze des Marineministeriums berufen und behielt diesen Posten bis zu der am 27. Juli 4863 an die Spitze der Staats- geschafte als Nachfolger Schmerling's erfolgten Berufung des Grafen Bel> credi. Indem mit Allerh. Entschließung vom genannten Tage zugleich das Ma° rineministerium aufgelöst wurde, wurde zugleich auch B. von der Stelle des Marineministers unter Anerkennung seiner treuen und ersprießlichen Dienste in Gnaden enthoben, dabei sich aber seine anderweitige Verwendung vorbehalten.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Laicharding-Lenzi, Volume 14
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Laicharding-Lenzi
Volume
14
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1865
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
550
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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