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Cavallien 413 Cllvaüien
die nach seinem Tode, 1836, veröffent.
lichte Gesangschule: »Noäi FenoMi äi
aanto" eines bedeutenden Rufes als
Meister und Lehrer sich erfreute, seine
musikalische Ausbildung fort. Nun trat
Campiuti im Jahre 1830 selbst mit
einem größeren Tonwerke: „Ziamea s
F'sT l^ancso") Opsra soria.) auf, Welche
nach einigen zuerst zu Venedig im dortigen
Theater San Benedetw, nach Anderen
aber zu Pavia aufgeführt wurde. Die
Oper gefiel ungemein. Zwei Jahre spater
brachte er in Neapel eine zweite Oper,
„?'/n<?oFnHo", zur Aufführung. Außer«
dem sind mehrere Canzonen seiner Com»
Position im Drucke erschienen. Ueber die
weiteren Erfolge seiner künstlerischen Thä»
tigkeit ist nichts mehr öekannt geworden.
Universal-Lexikon der Tonkunst. Angefan-
gen von Dr. Iul. Schladebach, fortgesetzt
von Ed. Bernsdorf (Dresden 1836, Rob.
Schäfer, gr. so.) Nachtrag S. 98.
i. Katharina (Sänge-
rin, geb. zu Währing bei Wien im
Jahre 1761, gest. zu Wien 30. Juni
1801). Ihr wahrer Name ist Cava-
lier und ihr Vater, Joseph Cava»
lier, war ein armer Schullehrer zu
Währing bei Wien; später, als sie durch
ihre schöne Stimme zu Ruhm gelangte,
italimisirte man ihren Namen durch Hin»
zufügung eines I, und machte aus dem
einfachen Cav alier ein Cavalieri.
Zwei Kunstfreunde, welche das Mädchen
eines Sonntags in der Währinger Kirche
einSopransolo singen hörten, beschlossen,
dieses Talent der Verborgenheit zu ent-
ziehen ; ihrer Verwendung gelang es, die
nothigen Mittel zu beschaffen, Katha-
rina wurde nach Wien gebracht und
erhielt von Antonio Salieri gründ-
lichen Gesangunterricht. Die Crwartun-
gen, die man auf ihr Talent geseht, gin«
gen in Erfüllung, schon im Jahre 1773 — damals erst 44 Jahre alt — konnte
sie in der italienischen Oper auftreten.
Im nämlichen Jahre aber wurde der
Concurs über das Vermögen des Päch'
ters (damals Graf Kohäry) eröffnet,
und nun gaben verschiedene Unternehmer,
darunter eine ungenannte Privatgesell'
schaft, Opernvorstellungen. Dieser letzte«
ren schloß sich die C. an und sang bis
gegen das Ende des Jahres 1777 in den
Opern, welche diese Gesellschaft abwech«
selnd im Karnthnerthor« und im Burg«
theater gab. Als das deutsche Singspiel,
das Kaiser Joseph II. einzurichten be«
schloffen hatte, mit Jg. Umlauf's Over
„Die Bergknappen" am 18. Februar
1778 eröffnet wurde, war die C. als erste
Sängerin bei demselben engagirt, und
blieb bis zum Schlüsse ihrer Künstler,
laufbahn in der Anstellung des kaiser«
lichen Hofes, indem sie, als im Jahre
1783 eine italienische Oper in's Leben
trat, auch bei dieser verwendet wurde.
Daß ihre Stimme bedeutenden Umfang,
gründliche Bildung und große Geläufig«
keit besaß, geht aus den eigens für sie
geschriebenen Partien hervor. So schrieb
Mozart für sie die Constanze in der
„Entführung" (aufgef. 16. Juli 1782),
die erste Sopranpartie im „Davids
xsnitknts" (gegeben 13. u. 13. März
1783), die Demoiselle Silber-
klang im „Schauspieldirector" (aufgef.
7. Februar 1786) und die große Ein-
lagsarie der Donna Elvira. Ebenso
setzten Salieri und Vinc. Mart in
mehrere bedeutende Partien eigens für
sie. Sie zahlte auch zu den thätigsten
Unterftützern der Wiener Tonkünftler«
Witwen, und Waisen. Pensionsgesell-
schaft, wirkte in den zum Besten ihres
Fondcs jährlich zu Ostern und Weih-
nachten veranstalteten Concerten von
März 1776 bis December 1792 fast
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Volume 14
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Laicharding-Lenzi
- Volume
- 14
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1865
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 550
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon