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Eder 432 Eder
wird von der officiellen Karlsruher
Zeitung die Sache in etwas anderer
Weise dargestellt, indem es in einer die
Eckh a rdt'scheAffaire betreffenden Stelle
heißt, wie folgt: „Die großherzogliche
Regierung wird man, während sie
ihrem
Programm entsprechend den Meinungen
freien Spielraum läßt, auf allen Puncten,
wo politischer Tact bethätigt werden
muß, unerbittlich finden. Mit der poli-
tischen Doctrin des Herrn E. hat sein
jüngstes Geschick somit wenig genug zu
schaffen. Sie mag er auf dem Markte
feilbieten, so lange er für dieselbe noch
Käufer findet". Mit Beginn des Jahres
4863 ist E. von Karlsruhe nach Mann»
heim übersiedelt, wo er die Redaction
des OrganS der deutschen äußersten Lin-
ken: „Das deutsche Wochenblatt", redi»
girt, in welchem erst in neuester Zeit
(September 1863) das Programm dieser
Partei veröffentlicht wurde.
Reue preußische (Kreuz«) Zeitung (Ber»
liner Parteiblatt, gr. Fol.) 1864, Beilage zu
Nr. 282: „Eckardt in Karlsruhe". — Neue
freie Presse (Wiener polit. Blatt) 1864.
Nr. 83 u. 93, in der „Kleinen Chronik". —
Presse (Wiener polit. Blatt) 1864. Nr. 322.
* Eder, Dominik st k. Hauptmann).
Zeitgenoß. Dieser Ofsicier zählt zu den
HeldenvonOeversee. ImInfanterie-Regi-
mente Leopold König der Belgier Nr. 27
dienend, hat er mit demselben den deutsch-
dänischen Krieg in Schleswig'Holstein im
Frühjahre 4864 mitgemacht. Der Tag
v»n Oeversee (6. Februar 1864) ge-
hört zu den Glanzpuncten des FeldzugeS.
Durch den siegreichen Erfolg dieses Tages
gerieth das mit enormem Kostenaufwands
mit 126 Geschützen schwersten Kalibers
armirt gewesene Dannewerk in den Besitz
der Unseren. Den wesentlichsten Antheil
an dem Siege dieses TageS hatte die
Bngade Nostiz. bestehend aus dem 3. Iäger'Bataillon, dem Infanterie»Regi'
mente König der Belgier Nr. 27 und dem
Infanterie «Regimente Großherzog von
Hessen Nr. 14. Unter den Helden des
TageS erscheint auch Hauptmann Eder.
Als am 9. Februar Nachmittags um
3 Uhr im Hauptquartiere zu Frörup die
Vertheilung der Auszeichnungen für die
Bravsten von den Braven dieses Tages
stattfand, sprach Feldmarschall'Lieutenant
Freiherr Gab lenz zu den Zwölfen,
welche die vom 6. Armeecorps bei den
Kämpfen von Oberselk und Oeversee,
sowie am Dannewerk erbeuteten Tro»
phäen nach Wien zu geleiten ausgewählt
waren, unter anderem auch folgende
Worte: „Einstweilen decorire ich diejeni«
gen. die bestimmt sind, die dem Feinde
abgenommenen Trophäen nach Wien zu
geleiten. In Euch wird das ganze Corps
geehrt. Euer Führer ist der Hauptmann
Eder von Belgien-Infanterie, dem sieben
Kugeln den Mantel durchlöcherten; er
ist würdig an eurer Spitze zu stehen,
und ich bedauere — sprach nach einer
kleinen Pause der General mit blitzendem
Auge zu dem tapferen Officier gewendet
— ich bedauere es, daß Sie nicht Ihren
durchlöcherten Mantel tragen/ denn es
gibt keine Uniform, in der ich Sie lieber
sehen möchte." Der General umarmte
dann den tiefgerührten Officier. der
mit Thränen in den Augen kaum die
Worte zu stammeln vermochte: „DaS
ist der schönste Augenblick meines Le-
bens". Der Zug durch Deutschland die-
ser Zwölf, unter denen Anton Wir th
vom 18. Jäger «Bataillon, Alexander
Mihai lowicz von Preußen.Infanterie
Nr. 34 und Anton Fried el von Mar»
tini'Infanterie Nr. 30 die große goldene
Medaille', Ambros Posluchni vom
9. Iäger-Bataillon, Anton Seemüller
von Belgien-Infanterie, Joseph Wer«
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Volume 14
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Laicharding-Lenzi
- Volume
- 14
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1865
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 550
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon