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Feigerle Feigerle
Hirtenbrief vom 4. Juli 4833 führte er als
einMittel für die theologische Fortbildung
des Clerus und die einheitliche Praxis in
der Seelsorge die Pastoralconferenzen ein.
Noch bei seinen Lebzeiten (1839) stiftete
er für die Pfarrkirche seines Geburtsortes
M) fl. mit der Widmung, daß mit den
entfallenden Interessen jährlich zwei arme
Individuen zu betheilen seien; für das
Knabenseminar zu Kremfier errichtete er
einen Stiftungsplatz mit 3300 fi. für
seinen Alumnus, und im Testamente setzte
er das bischöfliche Knabenseminar seiner
Diöcese, das Marianum, zum Universal-
erben ein. Noch ist der von ihm in seiner
Diocese eingeführten Oorona aursa,
eines marianischen, aus Priestern und
Laien bestehenden Vereins zu gedenken,
der schon im Jahre 1836 494 Sodalen
aus dem Priester-. 10.740 Mitglieder aus
dem Laienstande zählte und seither immer
mehr zugenommen hat. Ein Jahr vor
einem Tode unternahm er die Reise nach
Rom (a.ä limina ^.postalorurn), wohin
er einer Einladung des PapsteS zur bevor»
stehenden Heiligsprechung der japanischen
Märtyrer am Pfingstfeste 1862 gefolgt
war. Noch ist hier der schriftstellerischen
Thätigkeit F.'s zu gedenken. Zur Zeit als
er zu Olmüh daS Lehramt bekleidete,
erschienen von ihm in öechischer Sprache:
d. i. Siebenzehn Predigten, gehalten
theils in den Fasten, theils an Feiertagen
und anderen Gelegenheiten (Königgrätz
4832. 8".), der Reinertrag war dem
Krankenfonde für arme Studirende der
Olmützer Hochschule gewidmet. Seine
übrigen Schriften sind: „Prtdigtlnrnttuürfe,
die katholische OlliAbenZ- und Sittenlehre ent-
haltend" (Wien. 2. Aufl. 1837, 3. Aufl.
1844). diese Entwürfe, deren Ertrag der
Leopoldinenstiftung gewidmet war, waren ursprünglich von Bischof Wagner und
wurden von Bischof Feigerle nur fort«
gesetzt; — „Z^o^'a? viitas
2'" (Visnnas 1839); — „Predigten
über die heilige »53e" (Wien 1844)'. —
„Ner geistige Kampf. Dargestellt in Predigten"
(ebd. 1830, 2. Aufl. 1861). wurde auch
unter dem Titel: „I I ooin'dattirQOiito
Spirituals" (5Mg.no 1832) in's Italie«
nische übersetzt — und „GeistezechebnnFen
mährend dtr Umreit" (St. Polten 1839),
gelegenheitlich des italienischen Feldzuges
1839 geschrieben und der Ertrag den
Verwundeten deS Infanterie»Regiments
Heß Nr. 49 gewidmet. Mehrere seiner
Predigten sind einzeln, mehrere andere
wieder in der theologischen Diöcesan.Zeit.
schrift „Hyppol i tuS", an deren Ent«
stehung Bischof tz. wesentlichen Antheil
hat, abgedruckt erschienen. Darüber,
wie über seine zahlreichen Hirtenbriefe,
gibt sein Biograph Kerschbaumer
in der in den Quellen angeführten 3e«
bensskizze ausführlichere Nachricht. Bald
nach seiner Rückkehr von Nom, welche
am 26. Juni 1862 erfolgt war, stellte
sich ein bedenkliches HalSleiden ein, das
auch nach längerer Dauer einen t'ödt-
lichen Ausgang nahm. Der Bischof hatte
stch mit dem beginnenden Frühlinge des
Jahres 1863 auf den Rath der Aerzte
nach dem bischöflichen Schlosse Oxenburg
begeben, wo er endlich auch im Alter von
63 Jahren seinen Leiden erlag. Die Ein«
wohner von Oxenburg ließen es sich nicht
nehmen, ihren,,gnädigstenHerrnBischof"
auf ihren Schultern zur Stadt zu tragen,
eincn Weg von zwei Stunden. Neben
seinen Vorgängern wurde Bischof F. in
der Domkirche zu St. Polten beigesetzt.
Sein Wahlspruch war: „H.rQ0r msus
". Selt 1861 war Bischbf F.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Volume 14
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Laicharding-Lenzi
- Volume
- 14
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1865
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 550
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon