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Gablen) 483 Vableiy
stand die Primärschule inHrem Glänze
da, bis zum Jahre 1848, in welchem
Jahre sie vom Preßburger Pöbel demo-
lirt wurde. Als sie nun nicht mehr da
war, fühlte man erst recht ihren Abgang
und verlangte, als F. von Wien, wohin
er sich geflüchtet, zurückgekehrt, ihre Re»
stauration. Nur noch kurze Zeit stand F.
seiner Anstalt vor, jedoch war ihr Be>
stand gesichert. Im Jahre 1834 verlor
F. durch einen unglücklichen Zufall sein
Augenlicht. Er hatte sich nämlich sein
rechtes Auge unheilbar verletzt und nun
wurde auch sein linkes in Mitleiden ge-
zogen und er erblindete ganz. Seit 1838 lebt er bei seinen Kindern in Raab. Als
Pädagog war F. auch schriftstellerisch
thätig und hat mehrere höhere didaktische
Arbeiten, darunter einige mathematischen
Inhalts, verfaßt, jedoch ist nichts davon
durch den Druck veröffentlicht worden.
Als Reformator des jüdischen Schul«
Unterrichtes in Ungarn, nimmt F. für
alle Zeiten eine ehrenvolle Stelle ein.
Ein Sohn Freyer's lebt in London und
ist bei der Redaction der dort erscheinen»
den Zeitschrift ^.ävärULsr betheiligt.
Beth < El . Ehrentempel verdienter ungarischer
Israeliten. Von Ignaz Neich (Pesth, Bucsan.
sty, 4».) V. Heft (1865). S. 63.
V OMenz, Karl Ludwig Wilhelm
Freiherr von ^s. d. Bd. V, S. 46,
und Bd. X I , S. 412). Mit Aller-
höchstem Befehlschreibm vom 13. März
1864 erhielt der Feldmarschall-Zieute-
nant Freiherr von Gab lenz über An«
trag des Capitels das Commandeur«
kreuz des Maria Theresien.Ordens. Als
nach der Rückkehr der kaiserlichen Trup«
pen aus Schleswig'Holstein im Herbste
1864 auch der Freiherr in Wien eintraf,
so war er der Held des Tages und
wurden ihm Ehren und Auszeichnungen
aller Art. Die Stadt Wien begrüßte den
Feldherrn am Tage seines feierlichen
Einzuges an der Spitze der siegreichen
Truppen mit dem Ehrenbürgerthum.
Aber auch ganz Deutschland war voll
von seinem Ruhme und pries die Art und
Weise, in der er mit Freund und Feind,
Soldat und Bürger umzugehen ver«
stand. Insbesondere gefielen seine An-
reden, diese markigen Improvisationen,
voll Schwung aus dem Herzen kom»
mend und deßhalb zum Herzen sprechend, frei von jenen abgedroschenen Gemein-
plätzen, welche in der Regel die militä«
rische Beredsamkeit charakterisiren. Sie
zeigen von einer in der That ungewöhn«
lichen Begabung, und indem sie
— im
Gegensatze zu den inhaltleeren der
Preußen — dem Bundesgenossen stets
einen Antheil seiner Lobsprüche zuwen»
den, beurkunden sie überdieß einen
feinen Tact. Die Beliebtheit des Ge«
nerals — der nach seiner Rückkehr mit
einem Commando in der italienischen
Armee war betraut worden — war
eine solche, daß nach den Verwicklungen,
welche anläßlich der gemeinschaftlichen
österreichisch-preußischen Verwaltung in
den eroberten Herzogthümern zwischen
Oesterreicb und Preußen allmälig ent-
standen waren und erst nach vielen
diplomatischen Hin und Wieder endlich
im August 1863 durch die Zusammen-
kunft Ihrer Majestäten des Kaisers und
des Königs von Preußen in Gastein
und die dort geschlossene Neberein«
kunft vor der Hand beseitigt wurden,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Volume 14
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Laicharding-Lenzi
- Volume
- 14
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1865
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 550
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon