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Gährich 488 Gaffenko
auf den den Tod des Helden gestorbenen Oberst
Laiml von Dedina endet: „Herr Ritter
von Dedina I Das war ein schöner Tod >
In unseren trüben Zeiten > Thut solch ein
Sterben noth! I — Wahrhaftig!! — Daß sich
auch der immer schlagfertige Witz des Namens
unseres Helden bemächtigte, erhellet aus fol«
genden nettem Wortspiele, das man dem
Könige Christ ian IX. in den Mund legte.
Als ihm nämlich, da er auf einer Reise fest,
lich begrüßt wurde, ein Mädchen einen Veit«
chenstrauß überreicht und einige Verse her»
recitirt und er so unwillkürlich an den noch
so schmerzlichen Verlust von Schweswig'Hol-
stein erinnert wird, erwiederte er mit Bitter'
keit: „Was nützen mir die Lenzesgaben,
so lange wir den Gab lenz haben".
* Gährich, Wenzel (Tonkünstler,
geb. zu Zerchowi tz in Böhmen
16. September 1794). Besuchte die
Schule seines Geburtsortes und kam, als
er zwölf Jahre alt war, nach Prag, wo
er die Gymnasialclafsen bei den Piaristen
beendete. Zugleich übte er fich fleißig im
Violinspiele, worin er ein schönes Talent
beurkundete. Im Jahre 1813 begab er
sich nach Leipzig, um an der dortigen
Hochschule die Rechte zu hören. Da er
aber auf fich selbst angewiesen war,
mußte er das Studium aufgeben und
eine Stelle als Violinist bei dem Leip-
ziger Theater-Orchester annehmen. Hatte
er bisher die Musik nur nebenher getrie-
ben, jetzt, da er sich ihr ganz widmen
wollte, begann er ernstlich ihr Studium.
Im Violinspiele bildete er fich zu solcher
Meisterschaft, daß er im Jahre 1823
nach Berlin als Kammermusicus zur
königlichen Capelle kam. Nach zwanzig«
jähriger Thätigkeit, indem er in der
Zwischenzeit sich durch gelungene Ballet-
Kompositionen vortheilhaft bekannt ge-
macht hatte, wurde er Balletdirigent bei
der königlichen Oper. Im Jahre 1860
trat er in den Ruhestand über. G< war
ein fleißiger Komponist und schrieb die
Musik zu mehrecen Vaudevilles und Localpoffen, einige Symphonien, Ge»
legenheits-Cantaten, ein Streichquartett,
mehrere ein- und mehrstimmige Lieder,
Tänze, Märsche u. dgl. m. Von seinen
Balleten sind: „Nun (Quiitte", „NlMn",
„Nie Insel der Nebe" und „Ner Seeräuber"
am bekanntesten geworden. Auch an
höhere Aufgaben hat sich G. gewagt
und außer einigen Arbeiten ernsten
Styls, darunter Kirchensachm, auch zwei
Opern: „Nie Orealm" und „Ner Freibeuter"
vollendet. Ob er w glücklich gewesen, sie
— ungeachtet seiner günstigen Stellung
— zur Aufführung zu bringen, ist nicht
bekannt. — Sein Sohn Gcarg^ ein
tüchtiger Bratschist und seit 1843 bei der
königlichen Capelle als Kammermusicus
angestellt, hat sich auch als guter Piano»
spieler bekannt gemacht.
Univ ersal'Le xikon der Tonkunst. Angefan«
gen von Dr. Julius Schladebach, fortgesetzt
von Eduard Bernsdorf (Dresden 1856, Nob.
Schäfer, gr. 8".) Nachtrag S. 174.
* Gaffenko, Georg (Humanist,
Geburtsort und Jahr unbekannt, gest.
auf seinem Gute Kordoreny bei Bottu.
schan in der Bukowina im Jahre 1864).
Ein Oesterreicher von Geburt, stand
derselbe im österreichischen Staatsdienste
und bekleidete zuletzt die Stelle eines
Landesgerichtsrathes in Czemowitz, spä»
ter in 3emberg. Durch seine lctztwilligen
Anordnungen- beurkundete der Verbli»
chene einen so humanen Sinn, daß sein
Name der Vergessenheit entzogen zu
werden verdient. Von seinem Vermögen,
das im Baaren die Summe von 24.000
Stück Ducaten betrug, bestimmte er den
Armenfonds der Stadt Czernowitz 2000
Stück Ducaten und jenen der Städte
Lemberg und Krakau je 3000 Stück
Ducaten, im Ganzen also eine Summe
von 8000 Stück Ducaten, und zwar mit
der ausdrücklichen Bedingung, daß die
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Volume 14
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Laicharding-Lenzi
- Volume
- 14
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1865
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 550
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon