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479 Hoffinger
III. e) DasWftr-Saus inPasseier. Nach B erich»
ten aus dem Jahre 1862, welche die Botzner
Zeitung und nach dieser die Presse 1862.
Nr. 239, im Abendblatte brachte, „ist in Pas«
seier die ganze Thalebene vom St. Leonhard
biö nach Saltaus mit Schutt und Steinen
überdeckt; Grund und Boden an vielen Orten
ganz hinweggefressen; die Bergabhänge unter«
wWt; Muhrbrüche sind entstanden. So steht
unter anderem die berühmte Heimat des Sand'
Wirthes Andreas Hofer in beständiger Ge-
fahr, da alle Vorbauten hinweggerissen und
der Wildbach seinen Lauf gerade auf das
Sandwirthshaus gerichtet hat".
IV. Portrate (S. 147). Bei Franz Graßl in
Nürnberg, einem gebomen Oesterreicher, er»
schien im Herbste l864 ein Bildniß Ho fer's
im Farbendrucke, dessen Treue und treffliche
Ausführung viel gerühmt wurde. — Ein an<
deres Nildniß Hofer's erschien im Farben«
drucke von E. Hochdanz im Verlage von
KraiS u. Hoffmann in Stuttgart in 4«. ^Es
stellt Hofer in ganzer Figur, den Stutzen in
der Rechten, die Linke auf die Brust gelegt,
in seiner malerischen Nationaltracht dar. Die»
ses Porträt bildet eine Kunstbeilage der Zeit»
schrift Freya 1863, I.Heft.)
?. Dramen, Novellen u. dgl. m.. Hofer betreffend
(S. 14?). Das Leitmeritzer Wochen»
blatt brachte im Jahrgange 1862, Nr. l5
bis 19. eine größere Novelle: „Das Wirths.
haus am Sand. Historische Novelle von Fried-
rich C. Schubert!)", in welcher Hofer die
Hauptrolle spielt. — Auch zu einem Opern»
stoffe ist H vfer's tragisches Geschick benützt
worden und ging im August d. I . im M ey«
sel'schen Theater in Berlin die große Oper
von Kirchhof: „Andreas Hofer, der Sand»
wirth von Passeier", von der Wolters-
dorf'schen Operngesellschaft aufgeführt, zum
ersten Male in die S(,'ene und wurde günstig
aufgenommen.
VU. Andreas Hofer's Familie und Nachkommen
(S. 150). Am 18. April 186s- starb zu Wien
die Schwiegertochter Hofer's — die Witwe
seines einzigen Sohnes — Clara geborne,
Weikmann, welche in Wien als Besitzerin
eines k. t. Tabak-Verlages lebte. Ihrem be<
reits im April 1833 verstorbenen Gatten hatte
sie fünfzehn Kinder geboren, wovon acht in
früher Kindheit starben. ^Vergleiche.- Presse
1863, Nr. 280 Abendbl. — Wiener Lloyd
<s63, Nr. 280. — FremdeN'Blatt (Wien,
4".) 1864, Nr. 110.) "Koffinger, Johann Baptist Georg
Ritter von (Staatsbeamter und
Schriftsteller, geb. zu Wien 30. Juli
4823). Begann die Studien in dem be«
rühmten Stifte Kremsmünster, beendete
sie im Wiener Stadt-Convicte, erlangte
4843 die philosophische. 1831 die juridische
Doctorwürde, wurde im nämlichen Jahre
von dem philosophischen Doctorencolle»
gium der Wiener Universität zum bestän»
digen Notar und 4834 zum Decan ge>
wählt. Schon im Jahre 4847 trat H. als
Concepts-Praktikant bei der damaligen
Hof» und niederösterreichischen Kammer»
Procuratur in den Staatsdienst, wurde
später im HZreßdepartement der obersten
Polizeibehörde verwendet und 4863 zum
Minifterial-Secretar im Polizeiministe,
rium ernannt. Im Jahre 4848 trat H.
in den damaligen conserdativen Iour»
nalm der Residenz offen und entschieden
der Revolution entgegen und schloß sich
zum Zwecke der Abwehr der in jenen Tagen
wider die Kirche gerichteten zahlreichen
Angriffe dem Wiener Katholiken-Vereine
an. Er zog sich aber, namentlich seit der«
selbe mehr und mehr zum bloßen Gebet«
vereine geworden war und auch aus Miß»
muth über die von den kirchlichen Blät«
tern eingehaltene reactionäre Politik,
sowie über die Verurtheilung seines
väterlichen Freundes Dr. A. Günth er,
aus dem Vereine gänzlich zurück. Er wid»
mete nun die Muße, welche ihm sein amt«
licher Beruf übrig ließ. der seit 4832 in
Wien erscheinenden „Katholischen Litera-
tur»Zeitung", die seit 4862, in welchem
Jahre der Geschichtsforscher Dr. Theo«
dor Wiedemann die Redaction über«
nahm, den Titel: „Allgemeine Litera«
tur-Zeitung, zunächst für das katho-
lische Deutschland" führt. Die Refor-
men, welche in den socialen und poli«
tischen Verhältnissen der Gegenwart
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Volume 14
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Laicharding-Lenzi
- Volume
- 14
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1865
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 550
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon