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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Volume 14
Page - 483 -
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Page - 483 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Volume 14

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Hohenegger 483 Hohenegger karpathen in Schlesien und der angren« zenden Theile von Mahren und Schle- sien." Dieses mit persönlichen Opfern der einschneidendsten Art gegründete Un> ternehmen füllt eine empfindliche Zücke in der geologischen Chartographie aus. H. gründete zu diesem Zwecke bereits im Jahre 4846 eine kleine Schule, in welcher er selbst in den Abendstunden den Zog» lingen den nöthigen Unterricht in der Geologie und Versteinerungskunde er» theilte. Erst mit so vorbereiteten Zog» lingen wurde es ihm möglich, an die Aufnahme der obigen sehr detaillirten geologischen Karte eines naturgeschicht« lich eben so wichtigen, als bisher wenig gekannten Gebietes zu schreiten. Zu gleicher Zeit legte er in Teschen eine Bibliothek und eine reiche Petrefacten« sammlung aus Privatmitteln an, um die Funde der neu aufgenommenen Gegen» den mit den Objecten der Sammlung, deren Fundorte alle bekannt waren, zu vergleichen und auf diese Art jene Folge» rungen zu ziehen, welche in so anregender Weife in dem die Karte begleitenden Texthefte niedergelegt sind. Hoheneg- ger war eines der thätigsten Mitglieder des sogenannten Werner «Vereins (zur geologischen Erforschung Mährens und Schlesiens), sowie er der geologischen Reichsanstalt die regste Theilnahme wid« mete. I n den „Mittheilungen" dieser Anstalt sind auch mehrere Aufsätze aus dem Gebiete der Geologie und Paläonto« logie zu suchen, in denen sich die gründ- liche Gelehrsamkeit des Mannes spiegelt; cbenso in den von Haidinger seiner- zeit herausgegebenen naturwifsenschaft» lichen Abhandlungen, welche vor Grün- dung der geologischen Reichsanstalt in Oesterreich das einzige Fachblatt für Geologie abgaben. Hohenegger hat gerade dadurch, daß er die Geologie und Paläontologie in ihrer wissenschaftlichsten Form unmittelbar auf den Bergbau und selbst auf das Hüttenwesen anwandte und wahrhafte Erfolge, damit erzielte, sich ein besonderes Verdienst erworben. In den letzten Jahren beschäftigte er sich mit einer Ausdehnung seiner geologischen Untersuchungen über das Krakauer Ge« biet in Galizien, bis wohin sich die Berg« bauunternehmungen der erzherzoglichen Eisenwerke erweitert hatten, und legte eine Karte bei der Berg. und Hütten- männer»Versammlung in Ostrau im Sey» tember 1863 vor. Die Ausarbeitung des Textes und der Karte, welche beide im Berichte über die Versammlung erscheinen sollten, verzögerte sich durch seine gestörte Gesundheit. Zwölf Tage vor seinem Tode schrieb er noch über diesen Gegenstand und gab ein kurzes Resum6 der Resultate seiner geologischen Arbeiten im Gebiete von Krakau. Es war ihm gelungen, die dortige Kreideformation in Uebereinstirn» mung mit den neuesten Forschungen genau zu gliedern, den Muschelkalk mit den ihm zugehörigen Dolomiten, Gal« mei>, Eisen» und Bleierzen zu revidiren und in seinen Unterabtheilungen festzu« stellen, sowie aus diesen Untersuchungen zeit« und geldsparende Anhaltspuncte für bergmännische Schürfungen zu gewinnen. Ein Hauptstreben seines letzten Lebens- jahres war'die Zustandebringung eines Schienenweges, der die nordkarpathischen Erzdistricte unter einander und mit den übrigen Theilen Oesterreichs undDeutscb« lands verbinden sollte. Wenn sein letztes Lieblingskind, die Kaschau«Oderberger Bahn, einst fruchtbar eingreifend in der Verwerthung der Hilfsquellen der Kar- pathenländer fertig dastehen wird. gebührt ihm, der die ersten Projecte ausgearbeitet, auch ein wesentliches Mitverdienst an ihrem Zustandekommen. Die großen Eisen« 3 1 *
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Laicharding-Lenzi, Volume 14
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Laicharding-Lenzi
Volume
14
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1865
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
550
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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